Brad Keselowski hat sich über den großen Teich nach Deutschland gewagt
Brad Keselowski hat sich über den großen Teich nach Deutschland gewagt © LAT

Brad Keselowski hat die freien NASCAR-Wochen im August genutzt, um erstmals die Welt außerhalb Nordamerikas zu entdecken - Sein Ziel: Deutschland

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Brad Keselowski hat in den Wochen zwischen dem Rennen in Bristol und Darlington die Zeit genutzt, um seine Batterien wieder aufzuladen und seinen Horizont zu erweitern. Für seine erste Reise außerhalb Nordamerikas entschied sich der Penske-Fahrer ausgerechnet für Deutschland. Die Unterschiede zwischen den beiden Ländern hätten den Ex-NASCAR-Champion "nachdenklich" gemacht.

"Es gibt wirklich große Unterschiede zwischen Deutschland und den USA", resümiert der Fahrer der Startnummer 2 gegenüber 'nascar.com'. "Deutschland ist einfach total sauber. Man sieht nirgendwo Müll. Was mich auch sehr begeistert hat, ist die sensationelle Infrastruktur." Auch das Bildungssystem hätte Keselowski sehr gefallen. Universitäten sind in Deutschland zwar nicht kostenfrei, aber im Vergleich zu den Studiengebühren in den USA, kostet ein Studium in Deutschland quasi nichts.

Ebenso hätten die Menschen in Deutschland ihn mit ihrem Wissen über Amerika beeindruckt. "Wir Amerikaner denken nicht viel über Deutsche nach, aber hier sind die USA überall präsent", erklärt Keselowski. "Sie wissen einfach alles über Amerika, manchmal sogar mehr als wir selbst." Ein Verständigungsproblem habe der NASCAR-Fahrer in Deutschland auch nicht gehabt. Er sagt: "Viele Leute hier sprechen gutes Englisch. Ich dachte schon, sie wären enttäuscht, weil ich kein Deutsch kann, aber alle waren sehr nett."

Militär Grund für das gute Englisch der Deutschen?

Die Antwort auf die Frage, warum Deutsche so gut Englisch sprechen würden, die Keselowski bekommen hat, scheint aber nur regional zu gelten: "Es geht um das amerikanische Militär hier und die Menschen müssen Englisch lernen, um mit den Amerikanern zu kommunizieren." Eine Antwort, die er sicherlich nicht überall in Deutschland bekommen hätte.

Natürlich hat sich Keselowski auch auf die Autobahn getraut: "Leider war wegen der Ferien viel Verkehr auf den Straßen, weshalb ich nicht so schnell fahren konnte, wie ich es mir erhofft hatte", sagt er. Abseits der Autobahn seien die Tempolimits ähnlich oder gar langsamer als in den USA, resümiert Keselowski. Nach einer langen Fahrt habe er auch den Fernseher angeschaltet und sei von den Nacktszenen überrascht gewesen. In den USA würde man bei solch einem Programm "vom Ende der Welt" sprechen. Dagegen gab es aber kaum Gewaltszenen im Programm.

Um einen Teil der deutschen Geschichte zu lernen, hat Keselowski außerdem das ehemalige Konzentrationslager in Dachau besucht. "Ich war nicht sehr überrascht, weil ich viel darüber gelesen habe", so der Amerikaner. "Eins hat sich aber in den Kopf gebrannt. Außerhalb der Mauern, nur wenige Meter entfernt, wurde ein neues Haus gebaut, wo Kinder im Garten spielten." Es sei für ihn nicht einfach zu verstehen gewesen, dass dort, wo so viele Menschen umgebracht wurden, jetzt Kinder aufwachsen.

Mit all den neuen Eindrücken, Erlebnissen und dem neuen Wissen ging es dann für Keselowski zurück in die USA - zurück in den NASCAR-Alltag. Trotz des "harten Jetlags" scheint er es geschafft zu haben, seine Batterien komplett aufzuladen, denn nach dem Urlaub gewann Keselowski gleich drei Rennen am Stück. Vor dem Start am Roval des Charlotte Motor Speedways ist er bereits sicher für die nächste Play-off-Runde qualifiziert - dank seines Sieges in Las Vegas.

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