Martin Truex Jr. muss sich ein neues Team suchen, weil Furniture Row aussteigt!
Martin Truex Jr. muss sich ein neues Team suchen, weil Furniture Row aussteigt! © LAT

Das Aus von Furniture Row hat den NASCAR-Zirkus erschüttern lassen - Sind die Sponsoren oder die Kosten das Problem?

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Das NASCAR-Meisterteam zieht sich zurück! Mit dieser Meldung schockte Furniture Row in den vergangenen Tagen die NASCAR-Welt. Nach dem Aus von Hauptsponsor 5 Hour Energy hat das Team keinen adäquaten Ersatz gefunden und muss aufgrund der Finanzierungslücke die Türen schließen. Doch sind die Sponsoren das Problem oder die Einsatzkosten für ein Auto im NASCAR-Oberhaus?

"Das erste, was ich damals Joe Gerone (Manager bei Furniture Row; Anm. d. Red.) gefragt habe ist, wie viel Geld Barney Visser (Team-Besitzer; Anm. d. Red.) eigentlich hat", sagt Ex-Furniture-Row-Pilot Kenny Wallace in einem Video auf seinem Facebook-Profil. "Mir wurde gesagt, dass das alles mit Geld des Teams auf die Beine gestellt wird und er es alleine finanziert."

Das Team habe damals im ersten Jahr rund 10,3 Millionen Euro ausgegeben. "Wir haben aber versucht, unsere eigenen Motoren zu bauen", so Wallace weiter. "Das hat mich aber nicht überrascht." Heutzutage sei es nicht einfach, große Sponsoren zu finden, weshalb einige Teams ums Überleben kämpfen würden.

Ganassi-Partner Felix Sabates habe Wallace zu seiner aktiven Zeit erklärt, dass er sich keine Sorgen um die Gegenwart von NASCAR machen würde, weil die größten Unternehmen die Teams unterstützen. Jedoch habe Sabates die wichtige Frage gestellt, wo die nächsten Gelder herkommen sollen, wenn die größten Unternehmen bereits in der NASCAR aktiv sind?

"Hier ist mein Ratschlag: Der Sport muss etwas zurückgefahren werden", stellt Wallace klar. "Meine Nachricht an NASCAR ist: Tretet auf die Bremse!" Die Verantwortlichen müssten "aggressiv vorgehen" und an den Kosten für den Einsatz eines Fahrzeugs arbeiten und diese deutlich senken.

Jetzt könnten selbst Multimillionäre nicht mehr so einfach in dieser Welt mitspielen, weshalb die Kostenseite das eigentliche Problem sei. Sollten die Kosten sinken, könnten Unternehmen auch wieder als Sponsoren agieren, was wiederum zu gesunden Teams führen würde. "Es muss deutlich günstiger werden", so Wallace. "Das ist, was jetzt unternommen werden muss."

Waltrip wünscht sich wieder "Stock Cars"

Prominente Unterstützung erhält Wallace von Ex-Pilot Michael Waltrip, der ebenfalls die zu hohen Kosten kritisiert. "Es ist unglaublich, dass schlaue Köpfe noch herausfinden, was am Chassis gemacht werden muss, um schneller zu sein", sagt er gegenüber 'Fox Sports'. "Das kostet natürlich eine Menge Geld."

"Alle Teams sollten ein gewöhnliches Chassis verwenden müssen", sagt Waltrip, der das "Stock" im Namen NASCAR vermisst. "Die Autos haben gar nichts mehr mit den Serienautos zu tun! Diese Chassis sollten den Crewchiefs und Ingenieuren die Möglichkeit bieten, mit Einstellungen den Unterschied auszumachen." Jedoch müssten auch diese Teile, an denen gearbeitet werden darf, günstig und gewöhnlich sein.

"Wenn man Autos aus den Jahren 1990 und 2018 vergleicht, fragt sich der Fan, warum das neuere zehnmal so viel kostet", so Wallace weiter. "Es lieg an den Komponenten, die man an der Oberfläche nicht sieht, der Aerodynamik, dem Chassis und so weiter." Furniture Row Racing musste eben für diese nicht sichtbaren Teile einen großen Scheck an Joe Gibbs ausstellen, der das Team dann mit den Komponenten versorgt hat. Dieses Geschäftsmodell könnte dem Meisterteam letztendlich das Genick gebrochen haben.

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