Der italienische Verband entzieht Romano Fenati nach seinem Bremshebel-Angriff die Lizenz. Er selbst kündigt an, nie mehr Rennen fahren zu wollen.

von Sportinformationsdienst , SPORT1

Dem italienischen Skandalpiloten Romano Fenati wurde nach seiner lebensgefährlichen Aktion beim Großen Preis von San Marino die Rennlizenz entzogen, zudem wurde er von "allen sportlichen Aktivitäten" suspendiert. Dies entschied der italienische Verband FMI am Dienstag.

Der 22-Jährige habe gegen Artikel 1.2 des Regelwerks verstoßen, deshalb kann er in weiterer Folge an keinen nationalen und internationalen Rennen mehr teilnehmen. Zudem wurde ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet. Bei einer Anhörung am 14. September bekommt Fenati die Möglichkeit, sich vor Gericht zu verteidigen.

Rückzug vom Motorsport nach Morddrohungen

Nachdem der Italiener in den vergangenen Tagen Morddrohungen erhalten hatte, kündigte er selbst bereits an, nie mehr Motorradrennen fahren zu wollen.

"Der Motorsport ist nicht mehr meine Welt. Es gibt zu viel Ungerechtigkeit", klagte er in der italienischen Tageszeitung La Repubblica. Künftig werde er im Eisenwarengeschäft seiner Familie im mittelitalienischen Ascoli arbeiten.

Am Sonntag hatte Fenati seinem Landsmann Stefano Manzi beim Moto2-Lauf in Misano während des Überholvorgangs bei über 200 km/h in die Vorderradbremse gegriffen. Daraufhin wurde er für zwei WM-Rennen gesperrt, sein aktuelles Team (Marinelli Snipers) warf ihn raus, der Vertrag für 2019 bei Forward Racing wurde aufgekündigt.

Fenati attackiert Manzi: "Hätte mich töten können"

Fenati entschuldigte sich für sein Verhalten, erhob aber Vorwürfe gegen Manzi. "Er hat mich dreimal angegriffen, er hätte mich töten können", sagte Fenati. Auch Manzi (19) erhielt vom Motorrad-Weltverband FIM eine Strafe, er wird beim nächsten Rennen sechs Startpositionen zurückversetzt.

"Mein Ziel war immer, auf der Rennstrecke zu gewinnen. Ich habe jedoch festgestellt, dass sich niemand für mich und mein Leid interessiert", beschwerte sich Fenati und begab sich in die Opferrolle. Es sei deshalb besser, "sich für immer vom Motorsport zu trennen".

Wegen seiner Probleme bei der Kontrolle von Wut habe er mit einem Mentaltrainer zusammengearbeitet, sein Instinkt ihn am Wochenende aber "verraten". Wegen der Drohungen musste Fenati seine Accounts bei Facebook und Instagram schließen: "Diese Welle des Hasses gegen mich ist nicht normal."