MotoGP
Dauerregen verhinderte ein Rennen in Silverstone © Getty Images

Das Wetter sorgt in Silverstone für Kapriolen. Auch am Sonntag regnet es heftig. Der Start des MotoGP-Rennens wird abgesagt, das Rennen ersatzlos gestrichen.

von

Unbarmherzig prasselte der Regen in Silverstone auf die Strecke, und der Blick zum Himmel verhieß überhaupt nichts Gutes. Doch erst nach stundenlangen Diskussionen und unzähligen Proberunden mit dem Safety Car kam, was kommen musste: Der Große Motorrad-Preis von Großbritannien musste abgesagt werden. Schuld daran war das englische Wetter, allerdings nur wegen des neuen Asphalts.

Nach einer schier endlosen Geduldsprobe für alle Beteiligten senkten die Verantwortlichen um 17.07 Uhr deutscher Zeit den Daumen. "Nach einem Treffen zwischen Offiziellen der IRTA (Teamvereinigung, d.Red) und den Fahrern wurde entschieden, den Grand Prix wegen der Streckenbedingungen abzusagen", hieß es in der Mitteilung - alle Maschinen blieben in der Box.

Chaotische Zustände am Vortag

Aus Sicherheitsgründen machte es einfach keinen Sinn, die Piloten auf den Kurs zu schicken. Zehntausende Fans gingen durchnässt und enttäuscht nach Hause.

"Heute kein Rennen. Das ist schade. Ich habe mich bei nassen und trockenen Verhältnissen wohlgefühlt", schrieb der deutsche Moto2-Pilot Marcel Schrötter (Vilgertshofen) bei Twitter: "Kompliment an alle britischen Fans da draußen im Regen."

Hintergrund für die Entscheidung waren die chaotischen Zustände am Vortag. Bei Starkregen floss das Wasser an manchen Stellen des neuen Untergrundes nicht ab, Aquaplaning brachte zahlreiche Piloten zu Fall. Bei einer Sturzserie wurde der frühere Weltmeister Tito Rabat von der Honda eines Gegners getroffen, der spanische MotoGP-Fahrer erlitt im rechten Bein einen Oberschenkel-, Schien- und Wadenbeinbruch.

In der Nacht wurden Löcher in den Boden gebohrt, um für Abhilfe zu sorgen, Kehrmaschinen und Traktoren fuhren am Sonntag im Regen zum Abtransport des Wassers über den Kurs. Die Risiken waren am Ende aber zu groß, alle Bemühungen vergeblich.

Safety Car rutschte ebenfalls

Noch am Samstag war die Reihenfolge der drei Rennen geändert worden, die MotoGP sollte schon um 12.30 statt um 14.00 Uhr MESZ fahren, da für den Nachmittag eine Wetterverschlechterung vorausgesagt war. Auch das half nichts.

Schon gegen 10.30 Uhr öffnete der Himmel am Renntag seine Pforten. Die Warm-ups der MotoGP, Moto2 und Moto3 fanden statt, doch die Bedingungen wurden unmittelbar vor dem geplanten Start der Königsklasse immer schlechter. "Es ist ein wenig Chaos. Es steht viel Wasser", sagte der australische Pilot Jack Miller bei Eurosport. Es folgte eine Verschiebung auf unbestimmte Zeit. 

Selbst das Safety Car mit dem früheren Piloten Loris Capirossi, heute Sicherheitsberater des WM-Vermarkters Dorna, rutschte ordentlich über den Kurs. Renndirektion, Teamchefs, IRTA und Dorna führten Gespräche, um den Grand Prix zu retten. Die Idee am Montag zu fahren - in England Feiertag - wurde dabei schnell verworfen.

Nicht die erste Absage

Es folgte ein Spiel auf Zeit, wegen der unvermindert schlechten Witterung kam es gut viereinhalb Stunden nach der Startverschiebung schließlich doch zur Absage. Es ist nicht das erste Mal, dass das Wetter den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung macht. 

Anfang 2009 wurde das MotoGP-Rennen in Katar von Sonntag auf Montag verschoben - auch damals wegen heftiger Niederschläge. In Indianapolis fand das 250er-Rennen 2008 wegen Regens und Windböen nicht statt. Ende April 1980 ging auf dem Salzburgring gar nichts. Es lag Schnee.