Will in der USA richtig durchstarten: der langjährige Formel-1-Pilot Ericsson
Will in der USA richtig durchstarten: der langjährige Formel-1-Pilot Ericsson © Sutton

Marcus Ericsson freut sich auf eine neue Vollzeit-Aufgabe in Nordamerika und die Aussicht, Rennen gewinnen zu können. Die Degradierung bei Sauber traf ihn hart.

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Saubers scheidender Formel-1-Fahrer Marcus Ericsson wechselt zur Saison 2019 in die nordamerikanische IndyCar-Serie.

Wie am Dienstag bekannt wurde, schließt sich der 28-jährige Schwede der Schmidt-Peterson-Mannschaft an und wird der Teamkollege von James Hinchcliffe. Damit übernimmt Ericsson das Cockpit des nach einem Unfall im August gelähmten Robert Wickens.

Trotz seines neuen Engagements bleibt er Sauber als Ersatzfahrer erhalten. Ericsson ist zufrieden mit der neuen Perspektive seiner Karriere: "Es ist der perfekte Schritt für mich nach fünf Jahren in der Formel 1", sagt er. "Die Zweikämpfe in der IndyCar-Serie sehen spannend aus und ich freue mich darauf, da mitzumischen. Mit den neuen Strecken und den Ovalen gibt es aber viel zu lernen."

Ericsson spricht über Sauber-Degradierung

Ehe er Lust auf die IndyCar-Serie verspürte, dauerte es allerdings. "Es fiel mir schwer, es zu akzeptieren", sagt Ericsson über seine Degradierung bei Sauber. "Ich dachte, ich würde bleiben." Er würde aber verstehen, dass die Schweizer sich Räikkönen als Ex-Weltmeister nicht entgehen lassen und Giovinazzi als Protegé des Motorenpartners beschäftigen müssen. Trotzdem schwingt Enttäuschung mit: "Ich war beim Team und habe hart gearbeitet, als unser Auto das schlechteste im Feld war."

"Dann die Früchte nicht ernten zu dürfen, wenn das Team konkurrenzfähig wird, ist natürlich ein hartes Brot", hadert Ericsson und betont, dass selbst seine milliardenschweren Förderer machtlos gewesen wären. Bei Schmidt-Peterson ist die TetraPak-Entourage offenbar nicht an Bord - so wie gewünscht, denn mit 28 Jahren will er für seine Dienste ein Gehalt bekommen statt Geld mitzubringen.

Ein Job in der IndyCar-Serie hatte als Formel-1-Alternative für Ericsson von Anfang an "die oberste Priorität". Es gab auch Gespräche mit dem Carlin-Team, für das er zu Formel-3-Zeiten in Macau am Start war. "Ich spüre, dass ich in der besten Phase meiner Karriere bin und nicht an dem Punkt, auf die Langstrecke zu wechseln", sagt Ericsson. "Ich finde, dass mehr in mir steckt, was ich im Formelauto zeigen möchte. Das Racing - außerhalb der Formel 1 - ist in der IndyCar-Serie am besten."

Ericsson will Rennen gewinnen

Die Serie sei im Aufwind und mit starken Fahrern gespickt, die Autos wären schnell. Rennen gewinnen zu können sei aber der größte Anreiz.

"Es wäre ein schönes Gefühl, wieder mal mit der Hoffnung auf einen Sieg zu starten. Ich bin richtig begeistert davon, denn es hat mir schon sehr gefehlt. Es ist fünf Jahre her, dass ich an so etwas denken durfte! Meine ganze Karriere über ging es jedes Wochenende darum zu gewinnen. Dann war der Gedanke plötzlich fünf Jahre ausgelöscht."

Ericsson debütierte nach einer schleppenden GP2-Karriere in der Saison 2014 bei Caterham in der Formel 1. Seit 2015 ist er für Sauber am Start. Finanziert wird seine Laufbahn durch Förderer aus dem Umfeld des TetraPak-Konzerns.

Er bestritt bisher 95 Formel-1-Rennen und holte 18 Punkte. Im kommenden Jahr muss er Ferrari-Junior Antonio Giovinazzi und Kimi Räikkönen weichen.

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