In der nächsten Kurve wird es krachen: Will Powers Attacke führte zum Unfall
In der nächsten Kurve wird es krachen: Will Powers Attacke führte zum Unfall © LAT

Rookie kritisiert Meister: Will Powers Attacke auf Robert Wickens zu Beginn des Rennens löst beim Kanadier Kopfschütteln aus.

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Bei den IndyCars mag 2018 alles neu sein, doch ein altes Muster setzte sich auch in der neuen Ära fort: Will Power warf nach einem starken Qualifying wieder einmal ein Topergebnis mit einem dummen Manöver weg. Der Penske-Pilot, der vom reinen Speed her noch immer das Maß der Dinge in der IndyCar-Serie ist, versuchte gleich beim Start zum 110-Runden-Rennen in St. Petersburg eine Attacke auf Robert Wickens, die nicht gutgehen konnte. Selbst Wickens kratzte sich nach dem Rennen am Kopf.

"Ein sehr seltsames Manöver direkt zu Beginn einer Saison", sagt der ehemalige DTM-Pilot in der Motorsport-Show 'The Flying Lap' auf 'Motorsport.tv'. Wickens hatte das Rennen als Polesetter freigegeben und Power attackierte ihn über die Außenbahn in Kurve 1. Das sicherte ihm die Innenbahn in der zweiten Kurve zu, doch Wickens hatte noch eine halbe Fahrzeuglänge Vorsprung. Dass Power trotzdem nicht zurückzog, kann der Kanadier nicht verstehen. Schließlich hatte der Meister von 2014 ja noch 110 Runden Zeit, um ihm den Sieg zu entreißen...

"Es hat mich sehr überrascht, weil ich davon ausging, dass die Kurve meine war. Aber er hatte seine Nase noch drin. Ich habe ihm ausreichend Raum gegeben. Nur ist es dort so eng, dass ich nicht mehr Raum lassen konnte. Sonst wäre ich in den Marbles gelandet und geradeaus in die Mauer untersteuert. Es war sicher nicht meine Intention, ihn in einen Dreher zu zwingen."

Will Power drehte sich, nachdem er mit seinem Vorderreifen den Seitenkasten von Wickens getroffen hatte. Er schlug rückwärts in die Mauer ein, konnte aber weiterfahren. Bemerkenswert: Sein Heckflügel, der sich durch den Einschlag aufgestellt hatte, klappte durch den Fahrtwind von selbst wieder in die richtige Position zurück. Trotzdem entschloss sich Penske, in der anschließenden Gelbphase die Heckpartie zu tauschen - das Risiko erschien zu groß.

Power konnte sich im Rennen danach trotz allen Chaos nicht mehr in Szene setzen. Sein Diffusor war bei dem Einschlag ebenfalls beschädigt worden. Er wurde glanzloser Zehnter, da er in den hektischen letzten Runden wieder Plätze verlor, nachdem er zwischenzeitlich auf der sechsten Position gelegen hatte. "Ein ziemlich wildes Rennen", resümiert der Australier. "Kurve 2 hat uns heute alles gekostet, weil das Feld sehr stark ist. Wickens und ich haben uns berührt, weil einfach nicht genügend Raum da war."

© Motorsport-Total.com

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