"Happy Harvick": Kevin Harvick genießt es, Verantwortung zu übernehmen
"Happy Harvick": Kevin Harvick genießt es, Verantwortung zu übernehmen © LAT

Kevin Harvick genießt es, in einer Führungsposition zu sein - Der 42-Jährige will Verantwortung übernehmen, um NASCAR zu unterstützen

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Aufgrund seiner Erfahrung ist Kevin Harvick einer der Veteranen im NASCAR-Sport. Der Stewart-Haas-Pilot will helfen, den Sport auf das nächste Level zu bringen und wird deshalb Verantwortung übernehmen. Im Februar startet Harvick in seine 18. NASCAR-Cup-Saison.

"Ich genieße es, den Sport zu repräsentieren und dabei zu helfen, ihn zu verbessern", sagt Harvick gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Es ist wichtig, den Menschen klar zu machen, dass es nicht nur um einen selbst oder um das Team geht." Der Fokus läge auf dem gesamten Sport sowie dessen Zustand und genau das müsse den Protagonisten klar werden, so der Ford-Pilot.

Harvick hätte seine Rolle in der Vergangenheit gerne gespielt, wolle in Zukunft aber mehr Einfluss auf die Entwicklung des Sports nehmen. Er sei bereit, sich zu engagieren und seine Meinung einzubringen. "Ich bin schon eine Weile dabei", erklärt Harvick. "Ich habe nicht vor, einen anderen Weg einzuschlagen."

Verbindung zu den Fans

Für Harvick sei es wichtig, die Verbindung zu den Fans aufrecht zu erhalten. Daher habe er neue Dinge ausprobiert und seine Komfortzone verlassen. Dabei habe er gemerkt, "wie wenig er mit seinen Fans in Kontakt stand", so der NASCAR-Pilot. Es sei wichtig, Gesprächsthema zu bleiben und sich direkt mit den Fans auseinanderzusetzen. Ein Beispiel für seinen Einsatz ist die Radioshow, die Harvick regelmäßig sendet.

Die Show "Happy Hours", die Harvick im NASCAR-Radio moderiert, sei die Plattform für ihn, um seine Meinung kundzutun, die Zuhörer einzubinden und besondere Gäste einzuladen. Da die Fans direkt in die Sendung eingebunden werden, hat Harvick seine Fanbasis stetig erweitert.

Außerdem sprach Harvick über die Regeländerungen, die die NASCAR in den vergangenen Jahren geformt haben. Der Wettbewerb sei noch immer das wichtigste Gesprächsthema in der Winterpause, was sehr positiv sei, so der ehemalige NASCAR-Champion. Vor allem die Stages hätten in der vergangenen Saison die Taktik der Teams auf ein völlig neues Level gehoben. Das Finale in Homestead habe keinerlei Überraschungen parat gehabt.

"In diesem Jahr ging es hauptsächlich um das Racing", erklärt Harvick. "In der Vergangenheit wurden wir zu sehr von anderen Dingen abgelenkt. Es ging meist um die Änderungen an den Fahrzeugen oder am Format. Das war das erste Jahr seit langem, dass sich völlig normal angefühlt hat." Es gäbe viele Erfolge zu feiern, weshalb die NASCAR das Momentum nutzen müsse. Dass die TV-Quoten sinken, dürfe nicht die Nachrichten bestimmen, so Harvick. Die Offiziellen müssten sehr aufpassen, da sich die TV-Landschaft und die digitale Welt immer weiter entwickeln würden. Daher glaubt er, dass sich in der Zukunft viel verändern wird.

Generationswechsel

Die Digitalisierung und das Format sind aber nicht die einzigen Faktoren, die Einfluss auf die Zukunft der NASCAR haben werden. Aktuell findet ein Generationswechsel statt, der das Fahrerfeld im NASCAR-Oberhaus neu formt. Nach den Rücktritten von Tony Stewart und Jeff Gordon haben sich auch Dale Earnhardt Jr. und Matt Kenseth dazu entschlossen, den Helm an den Nagel zu hängen. Danica Patrick, die für die kommende Saison kein Vollzeit-Cockpit gefunden hat, wird sich ebenfalls zurückziehen. Die "jungen Wilden" stehen bereits in den Startlöchern, um die Lücken zu schließen.

Mit Harvick und Jimmie Johnson gibt es noch zwei Veteranen, die den Sport in den nächsten Jahren führen könnten. Für beide könnten die aktuellen Verträge die letzten im NASCAR-Cup sein. Beide hätten sicherlich auch die Chance, Gordon sowie "Junior" zu folgen und eine Stelle als TV-Experte anzunehmen. Gerade Harvick sammelt mit seiner Radiosendung für solch einen Job wichtige Erfahrung.

Ans Aufhören denkt der 42-Jährige aber noch nicht. Seit Stewart-Haas Racing von Chevrolet zu Ford gewechselt hat, steht sein Team vor vielen Herausforderungen. Obwohl der Rennstall bisher gut mit der neuen Technik zurechtgekommen ist, reichte es nicht, um den Toyotas gefährlich zu werden. Champion Martin Truex Jr. und auch Kyle Busch waren in der Saison 2017 der Maßstab für alle anderen Piloten.

In der Winterpause habe Stewart-Haas die Chance, die vergangene Saison zu evaluieren und die richtigen Schritte einzuleiten. Harvick sagt: "Alle müssen tief einatmen und dann darüber nachdenken, was wir machen werden."

© Motorsport-Total.com

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