Die unmittelbare Zukunft steht fest, doch wie macht IndyCar mittelfristig weiter?
Die unmittelbare Zukunft steht fest, doch wie macht IndyCar mittelfristig weiter? © IndyCar

IndyCar will sich ab dem Indy 500 2018 intensiv mit Zukunftsplänen für das nächste Jahrzehnt befassen - Neues Auto ab 2021 oder Dallara IR-12 bis 2022?

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Nachdem die Teamkrise in der IndyCar-Serie mit dem Zuwachs von gleich mehreren neuen Rennställen vorerst gelöst scheint, blickt IndyCar in die Zukunft: Neben der Jagd nach einem dritten Motorenhersteller steht nun vor allem ein neues Auto auf der Agenda. Der Dallara IR-12 (ursprünglich: DW12) geht 2018 in seine siebte Rennsaison, selbst wenn er optisch kaum noch wiederzuerkennen ist. Zeit, über einen Nachfolger nachzudenken.

IndyCar verfolgt derzeit über zwei mögliche Szenarien: Ein komplett neues Auto zur Saison 2021 oder eine Verlängerung der Homologation des IR-12 bis einschließlich 2022. Derzeit verfolgt IndyCar-Rennchef Jay Frye einen Fünf-Jahres-Plan. "Wir haben im Herbst beschlossen, dass wir überlegen müssen, was wir 2021 tun werden", sagt er. "Wir werden ab Mai über ein neues Auto reden und sollten im Herbst Bescheid wissen, was wir tun werden.

Planmäßig wäre 2021 ein neues Fahrzeug an der Reihe. Doch IndyCar will sich die Option offen halten, das neue Fahrzeug erst 2023 zu bringen, wenn es dem Wohl der Rennserie dient. Die neu hinzugestoßenen Teams Carlin, Harding, Juncos und Shank sind zum Teil zarte Pflänzchen, denen man momentan keine große Investition wie ein neues Auto zumuten kann. Andererseits ist 2021 noch immer drei Jahre entfernt, in denen sich die Rennställe etablieren können.

Wer Chassis-Partner wird, daran besteht kaum ein Zweifel: Dallara wird mit IndyCar zuerst sprechen und alles dafür geben, dass ein Chassiswettbewerb auch künftig unterbunden wird. Seit der Saison 2009 ist der italienische Hersteller Alleinausrüster in der IndyCar-Serie. Als gewichtiges Argument wird Dallara Automobilli das 2012 eröffnete Werk in der eigenständigen Stadt Speedway ins Feld führen, die komplett von Indianapolis umschlossen ist.

Ganz unumstritten ist Dallara unter den Teams nicht, denn die Einsatzkosten des aktuellen Chassis waren bei Einführung in der Saison 2012 deutlich höher als erwartet. Das Feld wurde in den Folgejahren immer kleiner und erlebte 2017 einen Tiefpunkt von 21 Vollzeit-Fahrzeugen. Durch die Ankunft der neuen Teams hat Dallara im vergangenen Herbst noch einmal eine Reihe frischer IR-12-Chassis absetzen können.

Dallara-Entwicklungschef Andrea Toso verspricht auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com', dass die Erfahrungen in ein neues Chassis einfließen würden. "Der Plan ist zunächst, IndyCar zu verbessern und mehr Autos zu bekommen. Das haben wir mit den neuen Teams erreicht. Wenn wir es schaffen, auf 24 bis 26 Autos zu kommen, können wir uns neue Autos leisten. Jedes neue Fahrzeug ist eine dicke Investition. Jetzt haben wir eine Phase, in der wir Stabilität garantieren und die Anzahl der Autos vergrößern sollten. Dann werden wir sehen, wo wir in drei Jahren stehen."

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