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Teamkollege Nikita Mazepin ist frühzeitig mit bissigen Kommentaren gegen Mick Schumacher aufgefallen. Tatsächlich ist ihr Verhältnis vielschichtiger.

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Mick Schumacher und Nikita Mazepin: Das schien eine explosive Mischung zu sein.

Schumachers Haas-Kollege Mazepin, Sohn des russischen Milliardärs Dmitri Mazepin, hatte schon vor dem gemeinsamen Start beim Formel-1-Team-Haas nicht nur mit seiner Grapsch-Affäre für Aufsehen gesorgt - sondern auch mit bissigen Kommentaren in Schumachers Richtung.

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"Wir sind keine Freunde. Wir sind bestenfalls alte Bekannte, weil wir zusammen Kart gefahren sind. Sein Name interessiert mich ehrlich gesagt nicht. Wegen seines Namens wird er mehr Macht haben, aber auch mehr Druck", erklärte er damals dem russischen Sender Match TV.

Drohen Mazepin und der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher zu Kollegen-Feinden zu werden? Oder wurden diese Aussagen überinterpretiert? Inzwischen haben beide und auch ihr Teamchef Günther Steiner ihre Sicht näher erläutert (Alles Wichtige zur Formel 1)

Steiner: "Nicht die größten Freunde"

"Ich glaube, sie sind nicht die größten Freunde", sagte Steiner jüngst in einem Interview mit Formel1.de: "Aber man muss ja nicht Freund sein, man muss sich nur respektieren. Was ja schon ein sehr guter Startpunkt ist, von dem man ausgehen kann."

Für den Fall, dass die Basis bröckelt, hatte Steiner bei SPORT1 schon mit "klaren Ansagen" gedroht. Die auffällige Betonung, dass die Verbindung zwischen Schumacher und Mazepin nicht freundschaftlich ist, scheint auch eine Form von Erwartungsmanagement zu sein - von wegen: Nicht überbewerten, wenn die beiden sich nicht ständig in den Arm fallen, wollen sie halt nicht, müssen sie auch nicht.

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Im Rahmen des Saisonauftakts in Bahrain äußerten sich Schumacher und Mazepin selbst in ähnlicher Weise wie Steiner.

Schumacher über Mazepin: "Respekt ist da"

"Wir kennen uns seit 2013, als wir Teamkollegen bei Tony Kart waren", erklärte Schumacher und fügte in Richtung seines russischen Kollegen an: "Und davor erinnere ich mich daran, dass wir ein Rennen zusammen hatten, als du mit Zanardi in La Conca gefahren bist. Das war das erste Mal, dass ich dich wahrgenommen habe, weil einer meiner Teamkollegen sagte, ich soll vorsichtig sein, wenn ich gegen dich fahre."

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Mazepin sei in Duellen "ziemlich aggressiv" gewesen, erinnerte sich Schumacher an die Kartzeiten, betonte aber: "Wir haben uns immer gesehen. Der Respekt ist da." (Fahrerwertung der Formel 1)

"Es ist schön, einen netten Kerl neben dir zu haben"

Dem pflichtete auch sein Partner bei Haas bei: "Ich habe vor ihm als Rennfahrer einen enormen Respekt. Und ich mag ihn auch als Menschen. Es gibt im Motorsport verschiedene Menschen, und manche sind im Umgang ziemlich schwierig. Aber Mick ist das komplette Gegenteil", so der 22-jährige Mazepin.

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Und weiter: "Ich habe Glück, dass er mein Teamkollege ist. Ich hatte keinen Einfluss darauf, aber es ist schön, einen netten Kerl neben dir zu haben. Ich denke auch, dass das für das Team eine sehr gute Möglichkeit ist." Es sei hilfreich, wenn es keine "Negativität" im Team gebe, ergänzte Mazepin. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Man kann Mazepins Lob für den "netten" Schumacher als etwas vergiftet empfinden, in der knallharten Branche kann einem Freundlichkeit auch als Schwäche ausgelegt werden.
Wirklich böses Blut herrscht aber nicht zwischen Schumacher und Mazepin. Aber es muss sich zeigen, ob es dabei bleibt. Die Erfahrung lehrt: In der Formel 1 gibt es viele Dinge, an denen gute persönliche Beziehungen zerbrechen können - auch und gerade unter Kollegen.