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München - Formel1-Legende Jacques Villeneuve ist vom Zweikampf zwischen Verstappen und Hamilton elektrisiert. Bei SPORT1 analysiert der Kanadier den Kampf um den Titel.

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Das Duell Max Verstappen im Red Bull gegen Sir Lewis Hamilton (Mercedes) zieht die Formel-1-Welt schon nach zwei Rennen in ihren Bann. Auch den Weltmeister von 1997, Jacques Villeneuve.

Der Kanadier, der am 9. April seinen 50. Geburtstag im Kreise seiner Familie in Italien feierte, hat wie gewohnt eine klare Meinung.

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Zu SPORT1 sagt er: "Es wird aufregend werden. Man hat schon in Imola gesehen, dass es Lewis nicht mehr gewohnt ist, große Risiken einzugehen. Das muss er jetzt aber, weil er anders als in den vergangenen Jahren einen Gegner auf Augenhöhe hat, der auch noch für ein anderes Team fährt." (Fahrerwertung der Formel 1)

Villeneuve: Hamilton kennt Risiko nicht mehr

Diese erhöhte Risikobereitschaft, die zu Fehlern führen kann, erklärt Villeneuve anhand mehrerer Situationen. Begonnen am Start des zweiten Grand Prix in Italien. Villeneuve: "Lewis hätte schon in der ersten Kurve gegen Max zurückziehen müssen, weil er auf der Außenbahn war. Er hielt aber dagegen und ruinierte so schon in der ersten Kurve sein Rennen."

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Auch Hamiltons Ausrutscher ins Kiesbett während der späteren Aufholjagd zeige den immensen Druck, unter dem der Brite jetzt stehe. "Lewis hat beim Überrunden zu viel riskiert. Ich bezweifle, dass ihm das in den letzten Jahre so passiert wäre. Die rote Flagge, die ausgerechnet sein Teamkollege Valtteri Bottas ausgelöst hat, hat ihn gerettet. Er hat sehr viel Glück gehabt. Darauf sollte er sich ab jetzt nicht mehr verlassen", betont Villeneuve.

Interessant: Das Duell Hamilton gegen Verstappen erinnert den Kanadier schon jetzt an den gnadenlosen Zweikampf, den er als Williams-Pilot 1997 mit Ferrari-Superstar Michael Schumacher führen musste. (Rennkalender der Formel 1 2021)

Erst im letzten Rennen schlug das Pendel zugunsten des Nordamerikaners aus. Eine absichtlich herbeigeführte Kollision von Schumacher in Jerez machte Villeneuve zum Weltmeister. Damals fühlte sich der Williams-Pilot in der gleichen Verfolgerrolle, in der sich jetzt Verstappen befindet.

Villeneuve erinnert sich an Schumacher-Duell

"Ich war der junge Herausforderer, gegen den Schumacher kämpfen musste wie jetzt Hamilton. Damit kam er nicht klar."

Entscheidend werde am Ende sein, wer seine Nerven besser im Griff hat. Und, so Villeneuve, wer den besseren Teamkollegen hat.

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Villeneuve: "Damals war Heinz-Harald Frentzen klar besser und schneller als Schumachers Teamkollege Eddie Irvine. Heinz-Harald brauchte einfach zu lange, um mit dem Williams klar zu kommen. Deshalb setzte Williams früh alle Karten auf mich. Aber ohne seine Unterstützung besonders im letzten Rennen wäre es schwierig geworden. Beim Finale konnten wir Schumacher gemeinsam unter Druck setzen. Irvine dagegen spielte keine Rolle."

Verstappen und Pérez sind ein starkes Duo

Laut Villeneuve lägen die Vorteile in diesem Bereich klar bei Verstappen. "Pérez ist der Neuling im Red-Bull-Team und trotzdem schon jetzt stärker als Bottas, der schon in seiner fünften Saison bei Mercedes fährt. Pérez kann Max mehr helfen als es Bottas für Hamilton kann." (Teamwertung der Formel 1)

Bottas' Karriere bei Mercedes neige sich dem Ende zu. Villeneuve: "Ich verstehe deshalb Toto Wolff nicht ganz. Warum gibt er bei der Kollision mit Mercedes-Junior Russell dem jungen Briten die Schuld? Bottas wusste genau, dass sein potentieller Nachfolger ihn gerade überholen will und riskierte mit seiner kurzen Bewegung nach rechts einen schweren Unfall."

Für Villeneuve steht fest: "Unter diesen schwierigen Streckenbedingungen darf er das nicht machen. Das zeigt aber, wie angespannt Bottas schon im zweiten Saisonrennen ist. Und das wird nicht besser werden. Denn er ist einfach zu langsam. Wäre er das nicht, hätte er gegen einen Williams seine Position gar nicht erst so überhart verteidigen müssen."