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München - Ex-Formel-1-Teamchef Eddie Jordan äußert bei SPORT1 klare Meinungen zum Poker von Lewis Hamilton und Mercedes und zu Sebastian Vettels sportlichem Absturz.

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Er ist immer noch eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Formel-1-Zirkus – und eine der bestinformierten.

Ex-Teamchef Eddie Jordan (72) gilt in Großbritannien schon seit Jahren als "Orakel", weil er in den letzten Jahren mehrere Sensationsmeldungen als Erster verkündet hatte: Michael Schumachers Comeback bei Mercedes, seinen Rücktritt Ende 2012, Lewis Hamiltons Wechsel von McLaren zu Mercedes.

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Sein letzter Clou: Jordan verkündete schon frühzeitig, dass Chemie-Gigant Ineos Anteile am Mercedes-Formel-1-Team übernehmen wird. Zunächst dementierte Teamchef Toto Wolff noch. Vor drei Wochen wurde offiziell bestätigt, dass Ineos-Chef Sir Jim Ratcliffe ein Drittel der Weltmeistermannschaft erworben hat. (Der Rennkalender der Formel 1 2021)

SPORT1 erreichte Jordan in Südafrika, wo der Ire den Winter in seinem Haus in Kapstadt verbringt. Er übermittelte von dort aus klare Meinungen zum Poker zwischen Hamilton und Mercedes - und zu den Aussichten von Sebastian Vettel nach dem Wechsel von Ferrari zu Aston Martin.

Jordan: "Ich telefoniere regelmäßig mit Ecclestone"

Woher er sein Insiderwissen eigentlich hätte, war die erste Frage. Der ehemalige Formel-1-Teamchef und erster F1-Boss von Michael Schumacher cool: "Ich habe vorzügliche Quellen, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann, und einen gesunden Menschenverstand. Ich bin in der Szene immer noch extrem gut vernetzt, telefoniere unter anderem regelmäßig mit Bernie Ecclestone." (Die Fahrerwertung der Formel 1)

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Derzeit macht sich der heutige Experte der BBC-Tochter Channel Four unter anderem Gedanken über Lewis Hamilton (36) und die stockenden Vertragsverhandlungen mit Mercedes.

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"Anscheinend sind sich die Parteien nicht einig über die Konditionen", stellt Jordan fest: "Ich habe nur gehört, dass Lewis mehr will, als Mercedes bereit ist zu bezahlen. Da geht es wohl auch um Beteiligungen an den Teameinnahmen und eine einflussreiche Rolle im Mercedes-Konzern. Wenn ich der Boss von Daimler wäre, würde ich ihm die Tür zeigen: Entweder du fährst zu unseren Bedingungen - oder du gehst."

Jordan weiter: "Ich würde ihm auch erzählen, was Bernie Ecclestone nach dem Tod von Ayrton Senna gesagt hat: Auch wenn Bernie wie alle geschockt und traurig war, fand er als Erster seine Fassung wieder und sagte uns: 'Hört jetzt auf zu jammern: Jeder ist ersetzbar.' Das sollte jetzt auch Lewis wissen."

Jordan über Vettel: "Er ist über seinem Zenit"

Auch über Vettels Wechsel zu Aston Martin hat Jordan eine klare Meinung - unverblümt wie gewohnt: "Ich mag ihn sehr, aber ich denke, Aston Martin hat einen Fehler gemacht, ihn zu verpflichten. Die letzten zwei Jahre gegen Leclerc bei Ferrari waren jämmerlich. Ich weiß nicht, warum er so schlecht aussah, er hat doch vier WM-Titel gewonnen. Aber ich glaube, er ist über seinem Zenit. Ich hätte jedenfalls Perez behalten."

Über das Teamduell mit Lance Stroll, dem Sohn des Aston-Martin-Teambesitzers Lawrence, sollte sich der Heppenheimer dagegen keine großen Gedanken machen. Jordan: "Lance ist wie eine Wundertüte. Man weiß nie, was drin ist. Manchmal fährt er gut, manchmal extrem schlecht. Er ist alles andere als konstant." (Die Teamwertung der Formel 1)

Der große Gewinner beim Fahrerwechsel sei Red Bull: "Mit Perez bekommt Red Bull einen Top-Piloten. Keiner glaubt, dass er so schnell ist wie Max Verstappen. Aber das ist sowieso niemand. Perez ist ein großartiger Pilot, der besonders im Rennen das erfüllen wird, was Red Bull von ihm erwartet: Nah genug an Max dran sein, um mit zwei Autos Druck auf Mercedes machen zu können. Das konnte sein Vorgänger Alex Albon zu keiner Zeit."