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Mick Schumacher schlägt sich bei seinem ersten Formel-1-Trainingseinsatz im Haas-Ferrari mit der Startnummer 50 achtbar, sieht in einem Punkt aber Verbesserungspotenzial.

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Die Ampel stand noch auf Rot, als Mick Schumacher im neuen schwarzen Rennoverall bedächtig in sein Cockpit abtauchte.

Um 13.02 Uhr Ortszeit hatte das Warten endlich ein Ende für das meistbeobachtete Motorsporttalent der Welt: Im Haas-Ferrari mit der Startnummer 50 rollte der 21-Jährige mit Deutschland-Helm auf den Kurs in Abu Dhabi zu seinem ersten Formel-1-Trainingseinsatz (SERVICE: Konstrukteurswertung der Formel 1).

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22 insgesamt unauffällige Runden drehte der Sohn von Rekordchampion Michael Schumacher und belegte am Ende des ersten Trainings den 18. Rang mit 3,857 Sekunden Rückstand auf die Trainingsbestzeit des Niederländers Max Verstappen im Red Bull (1:37,378 Minuten).

Schumacher will nach Debüt lernen

Der Formel-2-Champion betonte nach seinem Debüt noch einmal, dass die Formel 1 "ein langjähriger Traum, der jetzt irgendwo in Erfüllung geht", sei.

Zudem räumte er ein, noch nicht volles Risiko gegangen zu sein. "Das werde ich nicht in eineinhalb Stunden finden. Da muss ich mir Zeit lassen, um nicht einen größeren Abflug zu machen", erklärte Schumacher, warum er nicht am Limit gefahren ist.

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Er blickte auch gleich nach vorne und sagte, dass eine stärkere Nackenmuskulatur für die Königsklasse von Nöten sei. "Das ist der einzige Punkt, der nächstes Jahr extrem mehr angesprochen wird. Von daher wird das einer der Fokuspunkte meines Trainings sein", ergänzte er.

Schumacher führte weiter aus: "Mein größtes Ziel ist natürlich, mich als Fahrer weiterzuentwickeln und mein Bestes zu geben, aber auch mit dem Team zu arbeiten. Ich möchte erreichen, dass wir am Ende nächsten Jahres sagen können, dass wir eine Familie sind."

Teamchef Steiner lobt Schumacher

Von seinem zukünftigen Teamchef erhielt er ein großes Lob.

"Mick hat sich sehr gut geschlagen. Das war perfekt für das erste freie Training", sagte Haas-Teamchef Günther Steiner am Sky-Mikrofon: "Er hat nicht übertrieben, gutes Feedback gegeben. Da ist so viel, was man verarbeiten muss."

Weltmeister Lewis Hamilton, der nach überstandener Corona-Infektion erst am Donnerstagabend grünes Licht erhalten hatte, wurde im Mercedes Fünfter mit 1,366 Sekunden Rückstand. Sebastian Vettel startete mit Rang 14 (+2,292) in sein letztes Rennwochenende als Ferrari-Pilot.

Schumacher besser als Haas-Kollege

Schumacher war bei seinem Debüt schneller unterwegs als Pietro Fittipaldi im zweiten Haas. Der Brasilianer, Enkel des zweimaligen Weltmeisters Emerson Fittipaldi, vertritt zum zweiten Mal den Franzosen Romain Grosjean nach dessen Feuerunfall von Bahrain. 2021 soll Schumachers Teamkollege der Russe Nikita Masepin sein - sofern die jüngsten Negativschlagzeilen dies nicht noch verhindern.

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Eigentlich hätte Schumacher bereits vor neun Wochen in einem Formel-1-Training debütieren sollen. Anfang Oktober am Nürburgring hatten ihm die berüchtigten Wetterkapriolen in der Eifel allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Schumacher am Dienstag erneut im Einsatz

In der zweiten Trainingseinheit am Nachmittag übergibt Schumacher den Haas wieder an den Dänen Kevin Magnussen, der am Sonntag (Formel 1: Großer Preis von Abu Dhabi ab 14.10 Uhr im SPORT1-Liveticker) sein letztes Rennen für das Team bestreitet. Schumacher kommt bereits am kommenden Dienstag beim Nachwuchsfahrertest ebenfalls in Abu Dhabi wieder zum Einsatz (SERVICE: Fahrerwertung der Formel 1)

Schumacher hatte einen klaren Auftrag: Reifen testen, Daten für das Team und Erfahrungen für sich selbst sammeln. Die äußeren Bedingungen mit 25 Grad Lufttemperatur und strahlendem Sonnenschein waren allerdings nicht sonderlich repräsentativ. Qualifying und Rennen beginnen jeweils in der Dämmerung und finden größtenteils in der Wüstennacht unter gleißend hellem Flutlicht ab. 

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)