Nikita Mazepin wurde 1999 in Moskau geboren
Nikita Mazepin wurde 1999 in Moskau geboren © Imago
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München - Nikita Mazepin wird zur kommenden Saison Teamkollege von Mick Schumacher bei Haas. SPORT1 schildert den Werdegang des kontroversen Skandal-Profis.

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Nikita Mazepin hat sich die ersten Wochen nach der Bekanntgabe, dass er in Zukunft für Haas in der Formel 1 fahren wird, sicher anders vorgestellt.

Statt im F1-Kosmos einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, leistete sich der 21-jährige Russe einen üblen Fehltritt.

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So war am Mittwoch ein Video auf Instagram aufgetaucht, in dem Mazepin dem Model Andrea D'lVal an die Brust griff, woraufhin ihm diese empört den Mittelfinger zeigte.

Dass D'lVal die Aktion später als Scherz unter guten Freunden zu relativieren versuchte, beruhigte die Gemüter nur geringfügig.

Auf Social Media forderten viele User weiter die sofortige Auflösung seines F1-Vertrages.

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Mazepin schlägt Fahrer ins Gesicht

Wohl auch deswegen, weil es nicht der erste Skandal in der Karriere des Nikita Mazepin gewesen ist.

Bereits 2016 hatte der damalige Formel-3-Pilot für negative Schlagzeilen gesorgt, als er handgreiflich wurde.

Der Russe hatte sich beim Qualifying in Budapest von Callum Ilott behindert gefühlt, woraufhin er den Engländer später in der Boxengasse auf das Übelste attackierte.

Das Resultat: ein blaues Auge und Verletzungen am Kiefer, Nacken und der Wange von Ilott sowie eine Rennsperre für Mazepin. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Mazepin verursacht schweren Unfall

Eine weitere Sperre folgte zwei Jahre später. Diesmal aufgrund eines Vergehens auf der Rennstrecke.

Bei seinem Heimrennen in Sotschi verursachte Mazepin in Runde eins einen schweren Unfall, in dessen Folge der Japaner Nobuharu Matsushita ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Für seinen den Rennkomissaren nach "völligen Mangel an Sorgfalt im Umgang mit seinen Mitfahrern" bekam Mazepin, der zum Alleinschuldigen erklärt wurde, eine dicke Sperre aufgebrummt: eine Startplatzversetzung um 15 Plätze sowie vier Strafpunkte.

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Mazepin reift in der Formel 2

Dass der Russe trotz seiner Eskapaden den Weg in die Formel 1 gefunden hat, hat der 21-Jährige auch seinem Vater Dmitry zu verdanken, der Milliardär ist.

Der Geschäftsmann hatte bereits 2018 versucht, seinem Sohn ein Formel-1-Cockpit zu kaufen, war mit seiner Offerte jedoch bei Force India abgeblitzt. Der Rennstall erteilte stattdessen Lawrence Stroll und Partnern den Zuschlag, sodass Lance Stroll den Sitz bekam.

Dies gab Mazepin die Gelegenheit, in der Formel 2 zu reifen. Was er zumindest auf der Strecke auch getan hat.

Beendete er seine Rookie-Saison in der F2 mit nur elf Punkten noch auf Platz 18, reichte es in dieser Saison mit 164 Punkten immerhin für Rang fünf in der Fahrerwertung. Dabei stand der 21-Jährige gleich dreimal auf dem Treppchen, zweimal sogar ganz oben.

Mazepin überzeugt bei F1-Tests

Dass er auch in der Formel 1 mithalten kann, hat Mazepin schon in der Vergangenheit angedeutet.

2019 fuhr der Russe nicht zuletzt aufgrund tatkräftiger finanzieller Unterstützung seines Vaters gleich zwei F1-Autos. Anfang des Jahres erst den Mercedes-AMG F1 W08, jenes Auto, mit dem Lewis Hamilton 2017 Weltmeister wurde, und dann wenige Monate später den damals aktuellen Silberpfeil, mit dem Mazepin am letzten offiziellen Testtag der Saison 2019 in Barcelona sogar eine Tagesbestzeit fuhr.

Mit einer Zeit von 1:15,775 Minuten war der Russe nur 0,264 Sekunden langsamer als Valtteri Bottas bei seiner Tagesbestzeit und sogar 0,265 Sekunden schneller als Hamilton im Qualifying in Barcelona.

Der Russe hat somit zumindest auf der Strecke durchaus das Potenzial dazu, Teamkollege und F2-Champion Mick Schumacher das Rampenlicht streitig zu machen.