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München und Sakhir - Mercedes wirft beim Sakhir-GP einen sicher geglaubten Sieg weg. Toto Wolff spricht über den Fauxpas und analysiert die Leistung von Russell und Bottas. Die Stimmen.

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Das vorletzten Saisonrennen der Formel 1 in Sakhir hatte es wahrlich in sich. Mercedes warf mit denkwürdigen Fehlern einen sicheren Sieg von Hamilton-Ersatz George Russell weg und patzte zudem auch noch beim Boxenstopp von Valtteri Bottas.

Nach dem Rennen erklärte Mercedes-Motorsport Toto Wolff, wie es zu den peinlichen Fehlern kommen konnte. Zudem zeigte sich der Österreicher begeistert von Russell, die erneut schwache Leistung von Bottas ist ihm dagegen ein Rätsel.

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Während Mercedes und Russell mit dem verpassten Sieg haderten, freuten sich die drei überraschend auf dem Podest gelandeten Fahrer. Renault-Pilot Esteban Ocon gab sogar zu, dass er in seinem Wagen kurzzeitig geweint hat. (SERVICE: Fahrerwertung)

SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Bahrain von Sky, Ziggo aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Sergio Pérez (Racing Point), Platz 1:

"Ich bin sprachlos. Ich hoffe, dass ich nicht träume. Ich hatte so oft Pech in meiner Karriere, heute war das Glück auf meiner Seite. Die Mercedes hatten in diesem Rennen zwar Probleme, aber ich habe den Sieg nicht gestohlen. In der Safety-Car-Phase hatte ich noch einen großen Verbremser, das erzeugte üble Vibrationen. Aber nach dem zweiten Stopp lag der Wagen fabelhaft, ich sagte am Funk zu meinen Jungs – der Wagen liegt so bequem wie eine Limousine."

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Esteban Ocon (Renault), Platz 2:

"Ich habe so geheult im Wagen, das könnt ihr euch nicht vorstellen! Ich habe nicht die leichteste Saison erlebt. Oft sind Rennen nicht so verlaufen, wie ich es erhofft hatte - manchmal wegen eigener Fehler, manchmal wegen Dingen, die nicht in meiner Kontrolle lagen. Aber ich habe nie aufgegeben, ich wusste: Früher oder später kommt dieser eine Moment, und der ist jetzt da. Ich bin sehr erleichtert."

Lance Stroll (Racing Point), Platz 3:

"Klar freue ich mich wahnsinnig für mein Team. Aber ein anderer Teil von mir ist enttäuscht, denn ich hätte dieses Rennen gewinnen können. Nach dem Reifenwechsel geriet ich zu tief in die erste Kurve, und Esteban schaffte es, sich an mir vorbeizudrängen. Dann hatte ich nicht den notwendigen Speed, um den Platz wieder gut zu machen. Aber ich bin froh, dass wir ein so gutes Team-Ergebnis holen konnten. Wir sind in der WM wieder dort, wo wir sein wollten. Ich bin auch super-happy für Sergio. Er musste so lange auf diesen Moment warten, das hat er sich wirklich verdient."

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Valtteri Bottas (Mercedes), Platz 7:

"Als Team haben wir heute große Fehler gemacht. Normalerweise sind wir als Team (bei Boxenstopps, Anm. d. Red.) kugelsicher und machen keine Fehler - aber diesmal ist es passiert. Das müssen wir uns auf alle Fälle noch einmal anschauen. Ich bin mir sicher, dass wir daraus lernen werden. Aber das hat natürlich mein Rennen zerstört."

George Russell (Mercedes), Platz 9:

"Ich kann es kaum in Worte fassen, ich stieg aus dem Auto und es war wirklich nicht das beste Gefühl. Ich hatte in meiner Karriere schon Rennen, in denen mir der Sieg genommen wurde - aber nie zweimal! Ich konnte es nicht glauben. Ich habe alles gegeben, ich hatte das Rennen unter Kontrolle - besonders zu Beginn." (SERVICE: Konstrukteurswertung)

"Das gehört zum Racing dazu, es ist ein Team-Sport und mal patzt der Fahrer, mal das Team. Wir werden unsere Schlüsse daraus ziehen. Ich wurde in letzter Sekunde an die Box gerufen und da gerieten die Reifen durcheinander. Aber wenigstens habe ich meine ersten Punkte in der Formel 1 erobert."

... ob er ohne den Reifenschaden trotzdem noch gewonnen hätte: "Natürlich war da noch Sergio vor mir, aber wir hatten einen großen Reifenvorteil und das Auto war unglaublich schnell. Es wäre eng gewesen, aber wir hätten es geschafft."

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Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 13:

"Es war kein gutes Rennen für uns. Wir haben alles probiert, ich habe alles probiert. Es hat nur keinen Unterschied gemacht. Ich habe wirklich hart gekämpft und versucht, etwas zu finden, das funktioniert. Es war nur unheimlich schwierig heute. Es scheint, als werden dieses Auto und ich einfach keine Freunde mehr. Heute habe ich mehr verteidigt als angegriffen."

"Reden wir am besten nicht darüber. Bei uns ging heute gar nichts. Ich habe mich sehr schwer getan, überhaupt mitzukommen, war eigentlich nur am Verteidigen statt am Überholen. Der Speed war nicht gut, es wurde auch hinten raus nicht besser, obwohl ich versucht habe, mir die Reifen einzuteilen. Im Moment ist es sehr schwer, überhaupt auf einen grünen Zweig zu kommen. Aber ja, ich kämpfe mich da irgendwie durch."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

... über den Patzer von der Mercedes-Crew: "Ich glaube, das war einer der kolossalsten Fuck-ups, den wir je hatten. Es war eine Seite des Teams, die den Funkspruch nicht gehört hat. Und so war der falsche Reifen draußen für das falsche Auto. Das ist uns das letzte Mal passiert im Regen in Hockenheim, aber da wussten wir nicht, dass das Auto reinkommt. Das darf nicht passieren, aber passiert auch unserem Team. Und das zeigt, dass Menschen an der Arbeit sind."

... über die Reaktion von Russell und seine Leistung: "Er war total niedergeschlagen, da kann man nur gut zureden. Aber er hat den Schmäh (wienerische Art des Humors, Anm. d. Red.) schon wieder etwas gefunden. Nach dem Rennen meinte er 'immerhin habe ich meine ersten Punkte in der Formel 1 heute geholt'.

... noch einmal zu Russell: "Es wird nicht sein letzter Versuch sein, ein Rennen zu gewinnen. Es nur der Beginn eines Märchen, welches heute nicht geklappt hat. Ich würde sagen 'a new star is born'."

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... über die Performance von Bottas: "Das muss ich mit ihm und seiner Crew besprechen. Aber er hat heute nicht geglänzt. Vielleicht ist die Luft draußen, nachdem die Weltmeisterschaft verloren ist - ich weiß es nicht."

... über einen möglichen Einsatz von Hamilton beim Saisonfinale: "Wenn er gecleart wird, wenn er einen negativen Test hat, dann wird er fahren. Und wenn nicht, dann ist es George."

Charles Leclerc (Ferrari), Ausfall:

"Ich glaube, ich war als Fünfter unterwegs und etwas hinter Max, als ich in der vierten Kurve versuchte, den Red Bull zu überholen. Ich habe mit Checo (Sergio Pérez, Anm. d. Red.) gerechnet - dachte aber, dass er auf der Außenseite versuchen würde, an Bottas vorbeizukommen und auch dort bleiben würde. Aber er entschied sich, wieder nach innen zu ziehen und da war ich. Mir blieb keine Zeit mehr, um Tempo rauszunehmen. Ich sage nicht, dass Checo die Schuld hatte. Wenn man jemanden die Schuld geben kann, dann eher mir. Aber ich glaube, dass es unglücklich war."