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Sakhir - Der Unfall von Romain Grosjean lähmt der Formel 1 noch immer. Doch ausgerechnet jetzt wird der Bahrain-GP zur Highspeed-Variante - und weckt große Bedenken.

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Ein zuckender Feuerball. Dieser eine Moment, der Blick in den Rückspiegel, ist hängen geblieben in den Köpfen. Ein Knall, und dann nur Flammen und Rauch dort, wo eigentlich der zerstörte Bolide von Romain Grosjean stehen sollte.

Wenn die Formel-1-Piloten an diesem Wochenende schon wieder in Bahrain auf die Strecke gehen, nehmen sie die bedrückenden Bilder vom vergangenen Sonntag mit.

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"Ich habe den Crash im Rückspiegel gesehen, und ich habe das Schlimmste vermutet", sagt etwa Ferrari-Star Charles Leclerc, "ehrlich gesagt hatte ich nicht mehr viel Hoffnung." (SERVICE: Fahrerwertung der Formel 1).

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Auch Grosjeans Teamkollege bei Haas erinnert sich an "furchtbare" Momente. "Man wacht aus dieser Traumwelt auf, in der man denkt, dass sowieso nichts passiert", sagt Kevin Magnussen, "danach ins Auto zu steigen, fühlte sich irgendwie nicht richtig an."

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Grosjean-Unfall: Fahrer noch immer geschockt

Doch sie stiegen in die Autos, natürlich, und sie werden auch an diesem Sonntag fahren (Formel 1: Der Große Preis von Sakhir, Sonntag, 18.10 Uhr im LIVETICKER).

Grosjeans Unfall zeigte einerseits, wie sicher die Formel 1 mittlerweile ist: Nach einem Einschlag mit 220 km/h und 26 Sekunden in den Flammen kam er mit Verbrennungen an den Handrücken davon.

Der Crash zeigte aber andererseits, dass es noch immer Dinge zu verbessern gibt. Warum fing der Wagen Feuer? Wie konnte sich die Front derart durch die Leitplanke bohren? "Da gibt es viel aufzuarbeiten, wir müssen das klären", sagt Sebastian Vettel, wie Grosjean Vorsitzender der Fahrergewerkschaft GPDA.

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Der Automobil-Weltverband FIA hat schnell reagiert und eine umfassende Untersuchung des Unfalls eingeleitet, zudem wurde an verschiedenen Stellen in Bahrain die Streckenbegrenzung nachgebessert. (SERVICE: Konstrukteurswertung).

Vettel: "Da gibt es viel aufzuarbeiten"

Dass die Formel 1 nun den vorletzten Grand Prix des Jahres mit einer gewissen Skepsis startet, hat allerdings nicht nur mit diesem Unfall zu tun. Schon zuvor galt das Rennen als riskant.

Der Grund: Anders als eine Woche zuvor wird nicht auf dem gewöhnlichen Grand-Prix-Kurs gefahren.

Stattdessen auf der "äußeren" Variante, und die besteht eigentlich nur aus Geraden und schnellen Kurven, bloß drei harte Bremspunkte gibt es, dazwischen wird gerast.

Die Formel 1 spricht motorsporttauglich von einem "Oval", die Form erinnert eher an ein Viereck. So etwas gibt es in der Königsklasse eigentlich nicht. "Es wird wirklich ein Experiment", sagt McLaren-Pilot Carlos Sainz, "ich denke, es wird eine andere Art von Rennen hervorbringen."

Ernste Bedenken ergeben sich allerdings weniger aus dem Layout, eher aus der Kürze der Strecke. Nur gut 3,5 Kilometer ist sie lang, es werden historische Rekord-Rundenzeiten von weniger als einer Minute erwartet.

Grosjean warnt vor Kürze der Bahrain-Strecke

Und es war vor einigen Wochen ausgerechnet Grosjean, der warnte: "Das wird nicht funktionieren."

Es sei einfach viel zu wenig Platz auf der Strecke für 20 Autos. "Wenn jedes Auto gleichviel Raum bekommen soll, dann bleiben für den Einzelnen gerade mal 175 Meter", sagte er. 

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Eine ordentliche Nutzung des Windschattens sei nicht möglich, auch könnten ständige Überrundungen zum Problem werden.

Vor allem im Qualifying, wenn Autos auf der schnellen Runde auf solche treffen, die gerade ein- oder ausrollen, werde es Chaos geben.

Ob er recht hatte mit seiner Warnung, wird Grosjean am Wochenende allerdings als Zuschauer herausfinden. Der Franzose erholt sich noch von den Folgen seines Unfalls.