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Portimao und München - Nach dem Portugal-GP stellt sich Sebastian Vettel die Frage, ob er ein "kompletter Idiot" ist. Lewis Hamilton schwelgt derweil in der Glückseligkeit. Stimmen.

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Sebastian Vettel fährt beim Portugal-Grand-Prix auf den zehnten Platz. Nach dem Rennen ist der Deutsche mit seiner eigenen Leistung, und der des Autos, extrem unzufrieden. Ein Idiot ist der viermalige Weltmeister deswegen eigenen Angaben zufolge aber noch lange nicht. 

Ganz anders dagegen die Stimmung bei Scuderia-Teamkollege Charles Leclerc, der vom "besten Ferrari der Saison" spricht.

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Bei Rekord-Sieger Lewis Hamilton herrscht derweil totale Dankbarkeit. Der Brite empfindet es als Ehre, mit Mercedes arbeiten zu dürfen.

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SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Portimao von Sky, ORF, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Rang 1: "Ich verdanke alles den Kollegen in der Fabrik. Sie verschieben die Ziele jedes Jahr noch höher. Die Zuverlässigkeit war unglaublich, dank Mercedes, Petronas und allen anderen Partnern. Diese Zusammenarbeit ist inspirierend. Heute ging es um die Temperaturen. Und das hatte ich mit dem Set-up antizipiert. Ich hatte einen guten Start, aber in Kurve 7 hatte ich einen Quersteher. Vielleicht hätte ich versuchen sollen, mich gegen Valtteri zu verteidigen. Aber ich war mir sicher, dass ich später meine Chance bekommen würde."

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zu seinem Krampf kurz vor Schluss: "Ich hatte am rechten Bein einen Krampf. Hat ziemlich wehgetan. Aber ich musste es überstehen. Hatte eh keine andere Wahl. Ich hätte mir nie erträumt, einmal hier zu stehen [und Michael Schumachers Rekord zu übertreffen]. Mein Vater ist hier, meine Stiefmutter Linda, Roscoe (Hamiltons Hund, Anm.d.Red.). Es ist ein besonderer Tag. Es wird ein bisschen dauern, bis ich das begreife."

am Funk zu seiner Crew: "Es ist eine große Ehre, mit euch zu arbeiten."

Valtteri Bottas (Mercedes), Rang 2: "Die erste Runde war sehr gut. Der Regen hat es schwer gemacht. Da waren die mit dem Soft in Vorteil und ich war froh zu führen. Danach war mein Tempo weg. Ich verstehe nicht warum. Aber okay. Ich habe versucht, mich gegen Lewis zu verteidigen, aber ich konnte nichts tun. Ich weiß nicht, woran es gelegen hat. Ich habe gehofft, am Ende den Soft zu bekommen. Aber es hat mit Blick auf das Ergebnis glaube ich keinen Unterschied gemacht."

Max Verstappen (Red Bull), Rang 3: "Ich hatte am Anfang sehr wenig Grip. Ich habe versucht, mich aus allem Ärger herauszuhalten. Sergio (Perez, Anm.d.Red.) hat mir nicht genug Platz gelassen. Er hat sich im Prinzip selbst rausgeschossen. Danach hat es geregnet und ich habe erstmal versucht, das Auto auf der Strecke zu halten. Und dann bin ich mein eigenes Rennen gefahren. Ich hatte auf dem Medium ein schnelles Auto. Aber da war der Rückstand schon zu groß." (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Charles Leclerc (Ferrari), Rang 4: "Bis zu einem gewissen Punkt hatte ich das Podium im Sinn. Aber am Ende war Max etwas zu schnell."

zu seinem Rennen: "Das war der beste Ferrari der Saison. Es war ein positives Rennen für das Team und auch für mich." 

Sebastian Vettel (Ferrari), Rang 10: "Ich freue mich nicht über einen Punkt. Ich bin nicht hier für einen Punkt. Aber ich habe heute unheimliche Schwierigkeiten gehabt in den Anfangsrunden, überhaupt irgendwie Temperatur aufzubauen. Ähnlich wie gestern. Das Auto war das gesamte Rennen über sehr schwer zu fahren."

zu seinem Rennen: "Der Grip ist immer sehr plötzlich abgerissen. Es war sehr schwer, Vertrauen aufzubauen. Deswegen kommt der Speed nicht so ganz. Die Runden sind auf und ab, und nicht so konstant. Die Konstanz fehlt. Ich weiß nicht, ob ich noch was sagen soll, aber besser nicht. Ich habe alles probiert."

zum Vergleich mit Teamkollege Leclerc: "[Ich] habe mich am Anfang sehr schwer getan, habe auch Plätze verloren, wäre auch zwei, dreimal fast abgeflogen. Danach bin ich eigentlich ein gutes Rennen gefahren, aber andererseits ist es ja offensichtlich, das andere Auto ist deutlich schneller. Dort, wo ich die Zeit verliere, beiß' ich mir schon das ganze Jahr die Zähne aus. Ich will mal sagen, irgendein Idiot kommt vielleicht nie dahinter, aber ob ich vielleicht ein kompletter Idiot bin? Das wage ich zu bezweifeln. Irgendwann sollte man ja auch Glück haben und die Kurve treffen. Ich treffe sie nie und wenn dann nur annähernd mit sehr viel Schwierigkeit. Auf der anderen Seite sieht das viel leichter aus."

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zum weiteren Vorgehen: "Ich muss dann auf mich schauen und mein Ding machen, aber es tut natürlich weh. Vor allem weil meine eigenen Erwartungen höher sind, als die Erwartungen von außen. Das Geschwätz drumherum ist mir ziemlich wurscht, aber für mich selbst im Auto ist das natürlich schwer zu verarbeiten, weil dafür bin ich zu ehrgeizig und auch zu hungrig nach mehr."

zu Lewis Hamilton: "Ich hab ihm vor dem Rennen gesagt, er soll sich die 92 heute holen. Und das hat er heute geschafft. Dafür herzlichen Glückwunsch. Man kann es nicht genug anerkennen, auch wenn man von außen jetzt sagt, das ist alles einfach mit dem Auto. Aber trotzdem, die Konstanz über die Jahre muss man erst mal bringen."

Alexander Albon (Red Bull), Rang 12: "Die ersten zwei, drei Runden waren echt schwierig. Da haben wir die ganzen Positionen verloren. Als die Reifen erst einmal auf Temperatur waren, da war das Auto eigentlich ziemlich gut. Ich verbrachte aber im Prinzip das ganze Rennen im Getriebe von anderen Fahrzeugen. Wir wussten schon, dass Überholen hier schwierig sein würde. Ich hatte aber auch noch große Probleme in Kurve 14, der Zielkurve. Ich konnte nicht nah genug dranbleiben, als dass ich vor Kurve 1 eine Chance gehabt hätte. Das war's dann leider. Die Pace, das Auto, das war wirklich gut. Ich konnte es nur nicht nutzen." (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef) - am Funk zu Lewis Hamilton: "Lewis, 92. 92."

zur Frage, warum Bottas den Soft-Reifen nicht bekam, obwohl er ihn haben wollte: "Wir waren ziemlich überzeugt, dass der harte der bessere Reifen war. Der Soft hat überhaupt nicht funktioniert. Es war der schwächste Reifen am Rennende."