Mick Schumacher durfte in Mugello im Auto seines Vaters von 2004 fahren
Mick Schumacher durfte in Mugello im Auto seines Vaters von 2004 fahren © Getty Images
Lesedauer: 5 Minuten

München - Mick Schumacher erlebt im Weltmeister-Auto seines Vaters vor dem Toskana-GP einen emotionalen Moment. Fährt der Führende der Formel 2 schon bald in der Königsklasse?

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Es war ein Moment, der die Herzen von Millionen Formel-1-Fans höher schlagen ließ.

Vor dem Großen Preis der Toskana stieg Mick Schumacher in das letzte Weltmeister-Auto seines Vaters, den legendären F2004, und drehte seine Runden im Autodromo von Mugello.

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Ein Fahrer mit dem Namen Schumacher in einem Ferrari auf einer italienischen Rennstrecke. Pure Romantik für Motorsport-Fans!

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Fahrt im Ferrari von Papa Michael

Auch für den 21-Jährigen selbst ein Moment voller Gänsehaut. "Es war unglaublich, dieses Auto zu fahren. Es war so eine Emotion dabei. Es ist eine Ehre, das hier machen zu dürfen. Ich wäre gerne noch mehr Runden gefahren. Dieses Auto hier in zweiter Generation zu fahren, ist sehr speziell", schwärmte der Nachwuchsfahrer von der Showfahrt anlässlich des 1.000. Formel-1-Rennens der Scuderia.

Beim von schwachen Ergebnissen gebeutelten Team aus Maranello weckt Schumacher Hoffnungen auf eine erfolgreichere Zukunft. Und auch die deutschen Fans sind euphorisch ob eines möglichen Engagements in der Königsklasse.

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Doch wie realistisch ist es überhaupt, dass der Sohn des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher schon bald in die Fußstapfen seines Vaters tritt?

Glaubt man Ross Brawn, könnte dieser Schritt schon sehr bald bevorstehen. "Mick fährt im Moment großartig in der Formel 2, führt nach einem weiteren anständigen Wochenende in Mugello die Meisterschaft an. Wenn er so weitermacht, wird er bestimmt bald in der Formel 1 fahren", schreibt der Sportchef der Formel 1 in seiner aktuellen Kolumne auf der offiziellen F1-Seite.

Brawn war Teamchef der Scuderia, als Micks Vater 2004 letztmals Weltmeister wurde. "Es war wundervoll, ein Auto, das mir so am Herzen liegt wie der Ferrari F2004, bei einer erneuten Ausfahrt in den Händen von Mick Schumacher zu sehen. Michael war eine Naturgewalt in diesem Auto, hat darin seinen siebten Weltmeister-Titel gewonnen", erinnert sich Brawn. Der Brite ist nicht der Einzige, der an ein baldiges Debüt von Schumacher glaubt. 

Stuck und Haug glauben an Schumacher

"Ich glaube, wir sehen Mick bald in der Formel 1. Er hat nicht nur Talent, er wird auch von Sabine Kehm (Managerin von Michael Schumacher, Anm.d.Red.) brillant geführt. Man muss auch mal bedenken, was er für einen psychischen Druck hat. Er kommt jeden Abend nach Hause und da liegt sein Vater und ist nicht richtig fit. Dafür macht er das sehr, sehr gut. Das Zeug dazu hat er. Wenn er weiter so gut gemanagt wird und in das richtige Auto kommt, traue ich ihm den Sprung zu", zeigte sich der frühere Rennfahrer Hans Joachim Stuck im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 zuversichtlich.

Und auch Norbert Haug hält viel vom 21-Jährigen. "Ich finde ihn unheimlich gut und cool. Er ist super balanciert. Man merkt, dass er in sich ruht und ein Learner ist. Er zeigt unheimlich tolle Moves, ist ein ganz überfallartiger Überholer. Wenn man schon nicht mehr damit rechnet, kommt er und überholt dich", führte der frühere Motorsport-Chef von Mercedes-Benz im AvD Motorsport Magazin die Vorzüge des Sportlers aus.

Führung in der Formel 2

Doch nicht nur der Name Schumacher und sein Talent, auch die Leistungen in der Formel 2 sprechen dafür, dass ein Debüt in der Königsklasse immer näher rückt. Keine zwei Wochen ist es her, da feierte Schumacher in Monza seinen ersten Saisonsieg.

Ein Wochenende später wurde es in Mugello sogar noch besser. Nach zwei fehlerfreien Vorstellungen eroberte er die Führung in der Formel-2-Meisterschaft. Der Prema-Pilot erreichte die Ränge fünf und vier und profitierte vom Pech und Unvermögen seiner Titelkonkurrenten.

Bei nur noch sechs ausstehenden Saisonrennen führt Schumacher das Klassement mit acht Punkten Vorsprung an.

Binotto glaubt an baldiges F1-Debüt

Natürlich wäre eine mögliche Meisterschaft keine Garantie für ein Cockpit in der Formel 1, gewiss aber ein starker Indikator. So stehen im aktuellen Fahrerfeld der Königsklasse gleich fünf Fahrer, die Meister in der Formel 2 oder der Vorgängerserie GP2 wurden. Dazu gehören Weltmeister Lewis Hamilton, Ferrari-Star Charles Leclerc und Monza-Überraschungssieger Pierre Gasly.

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Als Mitglied der Ferrari Driver Academy steht Schumacher beim Team aus Maranello ohnehin immer im Fokus. "Wir sind sehr glücklich darüber, dass er so gut in der Formel 2 performt. Sein Fokus muss auch weiter auf der F2 liegen, denn er kämpft dort um die Meisterschaft", betonte erst kürzlich Ferrari-Boss Mattia Binotto.

Zudem bestätigte er im RTL-Interview, dass der Youngster noch in dieser Saison Trainingszeit in der Königsklasse bekommen wird.

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Schumacher zu Alfa Romeo?

Und auch daraus, dass Schumacher bereits im kommenden Winter den nächsten Schritt machen könnte, machte Binotto kein Geheimnis. "Ich denke, dass Mick große Chancen hat, möglicherweise nächstes Jahr in der Formel 1 zu fahren", prophezeite der Italiener.

Direkt bei Ferrari würde er freilich nicht landen. Der Druck für einen Neuling wäre dort viel zu groß, zudem sind die beiden Cockpits ohnehin bereits an Leclerc und Carlos Sainz vergeben. Wohl aber kommt ein Rennstall wie Alfa Romeo in Frage.  

Das Kundenteam der Scuderia hat seine Fahrerpaarung für die kommende Saison noch nicht bekannt gegeben.