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München - Für Sebastian Vettel und den deutschen Motorsport ist der Wechsel zu Aston Martin der richtige Schritt. Doch die neue Chance in der Formel 1 muss er nutzen. Ein Kommentar.

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Sebastian Vettel macht den logischen Schritt. Der viermalige Formel-1-Weltmeister schließt sich zur nächsten Saison Aston Martin an, das aktuell noch unter dem Namen Racing Point unterwegs ist.

Sportlich zeigt der Trend bei dem Rennstall in den vergangenen Jahren nach oben. Mit seinen Fahrern Lance Stroll und Sergio Pérez, der sein Cockpit trotz Vertrag bis 2022 für Vettel räumen muss, schnuppert das Team von Milliardär Lawrence Stroll in der Konstrukteurswertung am Podest, obwohl es nach dem Copy-Gate mit dem Abzug von 15 Punkten bestraft wurde. (Die Teamwertung der Formel 1 2020)

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Aston Martin kommt insbesondere die Budgetdeckelung ab der Saison 2022 zugute, in der man hofft, den Rückstand auf die Spitzenteams weiter zu verkürzen.

Umstellung von Ferrari auf Aston Martin als Herausforderung

Dass der Wechsel just in der Woche vollzogen wird, vor der auch Vettels jetziges Team Ferrari seinen Einspruch gegen das Urteil in der Kopieraffäre um den "rosa Mercedes" zurückgezogen hat, verwundert nicht. Damit war dieses Thema endgültig vom Tisch und Racing Point kann unbeschwert am Erfolgsrezept für die nächsten Jahre tüfteln.

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Insofern darf Vettel wieder von besseren Resultaten träumen als derzeit im Ferrari. Bei der Scuderia hat er in dieser Saison einfach keine Chance, um die vorderen Plätze mitzukämpfen.

Dass der einstige Seriensieger das nicht verlernt hat, muss er aber erst wieder beweisen. Sein letzter Sieg in der Königsklasse in Singapur liegt mittlerweile fast ein Jahr zurück. Die Umstellung auf ein komplett anderes Auto mit Mercedes-Motor nach fünf Jahren im immer langsamer werdenden Ferrari ist nicht zu unterschätzen.

Vettel muss im internen Duell Lance Stroll, dem nachgesagt wird, dass er nur durch seinen finanzstarken Vater in der Formel 1 fahren darf, klar hinter sich lassen. Sonst wird sein Image als viermaliger Champion weiter verblassen.

Sebastian Vettel könnte Mick Schumacher entlasten

Die meisten seiner Wegbegleiter halten ihn nach wie vor für einen Siegfahrer. Der Druck von außen und sein eigener Anspruch, mit der Scuderia Weltmeister zu werden, die seit seiner Unterschrift bei den Italienern vorhanden waren, fallen nun ab. Bei der Nobelmarke, die auch James Bond ausstattet, bietet sich Vettel die Gelegenheit, davon befreit aufzufahren und wieder zu zeigen, was in ihm steckt. (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER)

Für die deutschen Motorsport-Fans ist Vettels Entscheidung, seine Karriere in der Formel 1 fortzusetzen, ein Segen. Das Aus im Free-TV und die Aussicht, 2021 möglicherweise keinen deutschen Fahrer mehr in der Eliterennserie zu haben, ließen viele missgelaunt nach vorne blicken.

Doch nun besteht sogar die Chance, dass Schwarz-Rot-Gold spätestens ab 2022 wieder mit zwei Gesichtern vertreten ist. Mick Schumachers Aufstieg scheint nur noch eine Frage der Zeit.

Mit Vettel hätte der Sohn von Legende Michael Schumacher einen Landsmann, an dem er sich orientieren kann, von dem er lernen kann – und der ihm zumindest einen gewissen Teil des ohnehin schon grellen Rampenlichts wegnehmen und ihn somit entlasten könnte.