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Monza und München - Ferrari und Sebastian Vettel erreichen beim Qualifying zum Großen Preis von Italien in Monza einen neuen Tiefpunkt. Das Trennungsjahr wird immer schlimmer.

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Die Liebesbeziehung zwischen Sebastian Vettel und Ferrari ist vorbei.

Seit seinem angekündigten Rauswurf zum Jahresende leben beide Parteien schon in Scheidung. Der schöne Schein der heilen La Familia bröckelt. Das zeigte sich einmal mehr ausgerechnet beim Ferrari-Heimspiel in Monza. 

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Die Scuderia patzt im Qualifying. Dafür gibt’s vom Deutschen Kritik. Nicht zum ersten Mal in diesem Jahr.

SPORT1 hat den öffentlichen Zoff zwischen Vettel und Ferrari zusammengetragen. Denn wenn der Vierfach-Weltmeister am Boxenfunk nicht gerade schweigt, hält er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg.

Vettel und Ferrari - das Protokoll eines Trennungsjahres:

Italien-GP in Monza: Vettel wird im Qualifying wegen Stau auf der Strecke nur 17. und motzt: "Es war vorhersehbar, dass am Ende eine Stresssituation kommt und so kam es auch. Das ist nicht gut getimt gewesen in dem Moment. Ich konnte da nicht so viel machen."

Spanien-GP in Barcelona: Im Rennen herrscht Uneinigkeit bei der Strategie. Vettel verrät: "Ich hatte es nicht eilig, die Autos vor mir einzuholen und ich hatte meine Reifen im Griff. Dann wurde mir gesagt, ich soll pushen, was ich auch tat. Anschließend wurde ich gefragt, ob ich es mit diesen Reifen bis zum Ende schaffe. Das hätten sie mich auch drei Runden vorher fragen können! Ich hatte vorher extra ein paar Mal gefragt, wie weit wir mit dem zweiten Reifensatz gehen wollen. Damit ich mich um meine Reifen kümmern kann."

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Später gibt er zu: "Meine Meinung ist nicht mehr wichtig." Teamchef Binotto kontert: "Die Aussage passt zu seiner Enttäuschung darüber, dass er 2021 kein Teil mehr von Ferrari ist."

Jubiläums-GP in Silverstone: Nach einem zu frühen Boxenstopp ärgert sich Vettel am Boxenfunk: "Jetzt hänge ich genau da fest, wo wir nicht hinwollten. Ihr wisst, dass ihr es verbockt habt!" Später ergänzt er: "Wir hatten nicht den Mut, dass Charles mich auf der Strecke überholt. Deswegen hat man mich vorher rein gerufen, von daher war es bisschen Quark. Danach war die Strategie im Eimer."

Großbritannien-GP in Silverstone: Vettel hadert mit dem roten Renner: "Irgendwas ist da grundlegend faul – entweder bei mir oder beim Auto. Ich habe viel probiert und alle zwei, drei Runden meinen Fahrstil verändert. Aber ich bin auf keinen grünen Zweig mit dem Auto gekommen."

Belgien-GP in Spa: "Es wäre schön, wenn wir über Nacht den Stein der Weisen finden, aber der liegt nicht irgendwo rum."

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Die Scheidungs-Schlammschlacht wirft die Frage auf: War Vettels Wechsel zu den Italienern ein einziges Missverständnis?

Nein, sagt Ex-Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bei RTL. "Sebastian hat nie Ärger gemacht, immer im Team gearbeitet. Er hat Siege geholt, die andere nicht geholt hätten, in einem Auto, das nicht immer konkurrenzfähig war.

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Vielmehr kritisiert di Montezemolo die Teamführung selbst: "Das Timing und die Art der Trennung von Seb haben mir überhaupt nicht gefallen. Überall im Leben stehen Veränderungen an. Aber es geht um die Art und Weise."

Die gefiel auch Vettel nicht. Schon vor dem zweiten Rennen in Österreich macht der Hesse Ferrari deshalb Vorwürfe: "Die Trennung war natürlich in erster Linie ein Schock und kam sehr überraschend, weil die Kommunikation davor genau das Gegenteil war." Auch in einem Interview mit der La Repubblica lässt er tief in seine verletzte Seele blicken: "Ich denke, dass ich hier und da vielleicht nicht die Unterstützung hatte, die ich brauchte, wünschte oder erbeten habe."

Vettel und Ferrari – die Liebesgeschichte ist vorbei. Eindeutig.