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München - Pole-Setter Lewis Hamilton kann in Sotschi eine Schumacher-Marke einstellen. Der Brite fürchtet den Start und die falschen Reifen - Netflix macht Mercedes nervös.

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Um ein Haar hätte mit Sebastian Vettel in Sotschi ausgerechnet ein Ferrari-Pilot eine Pole Position von Lewis Hamilton in dieser Saison verhindert. (Formel 1: Rennen in Sotschi heute ab 13.10 Uhr im LIVETICKER)

Das war jedoch nicht einer durch die neuen Updates ausgelösten Leistungsexplosion bei der Scuderia geschuldet, sondern einem von Vettel verursachten Unfall.

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Dieser führte zu Roten Flaggen und einem schockierten Hamilton, der wegen einer gestrichenen Runde noch keine Zeit gesetzt hatte: "Das war ein schrecklicher Moment, ich war nicht sicher, ob es reichen würde."

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Der sechsmalige Weltmeister hatte Glück, rettete sich mit Ablauf der Uhr gerade rechtzeitig über die Linie und holte sich am Ende mit einem neuen Streckenrekord wieder einmal die Pole.

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Hamilton kann Schumacher-Rekord einstellen

Hamilton winkt beim Großen Preis von Russland nun der 91. Formel-1-Sieg seiner Karriere - und damit die Einstellung eines weiteren Rekords von F1-Ikone Michael Schumacher, den viele für unerreichbar hielten.

Angesichts der Dominanz, die Mercedes im Paket mit dem Briten an den Tag legt, stellt sich die Frage, was überhaupt einen Hamilton-Sieg in Gefahr bringen kann.

Hamilton fürchtet vor allem den Start. Denn aufgrund des langen Weges bis zur ersten Kurve wird er viel Windschatten bieten, was dem zweitplatzierten Max Verstappen und seinem Teamkollege Valtteri Bottas genügend Zeit für eine Attacke geben sollte.

"Hier ist vielleicht der schlechteste Ort überhaupt, um auf Pole zu stehen. Beide Autos, gegen die ich fahre, starten zudem auf Medium-Reifen. Auf keiner anderen Strecke bist du bei der Anfahrt zur ersten Kurve so angreifbar. Ich muss daher damit rechnen, dass einer oder beide mich überholen werden", sagte Hamilton.

Verstappen sieht Chance - Bottas als Favorit?

Auch Verstappen sieht trotz des Starts von der schmutzigen Seite vor allem hier eine Chance gegen Mercedes, sagt aber auch: "Sie sind immer noch schneller als wir."

Hoffnung bereiten dem Red-Bull-Piloten die Medium-Reifen, da Pole-Setter Hamilton mit den weichen Pneus ins Rennen gehen wird. Doch mit Bottas ist neben Verstappen auch ein Mercedes-Pilot mit den gelben Reifen unterwegs.

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Und auch die Start-Statistik in Sotschi spricht für den Finnen, der als Dritter gleich doppelten Windschatten genießen wird und im Gegensatz zu Verstappen zusätzlich von der sauberen Seite startet.

Die größte Gefahr für einen Mercedes-Sieg ist daher am Ende womöglich sogar ein kurioser Netflix-Fluch. 

Wolff schaudert - Netflix begleitet Mercedes

Der Streaming-Anbieter begleitet die Silberpfeile an diesem Wochenende für die Serie "Drive to survive" auf Schritt und Tritt. Das war im vergangenen Jahr bereits einmal der Fall - woran Mercedes-Teamchef Toto Wolff noch heute mit Schaudern zurückdenkt.

"Vergangenes Jahr haben sie uns bei unserem Jubiläum in Hockenheim begleitet - und wir hatten unser schlechtestes Rennen der Saison. Das sorgte für eine sehr unterhaltsame Netflix-Episode, aber wir hoffen, dass wir diesmal großartigen Content und ein großartiges Rennen liefern können", sagte Wolff.

Im Regen-Chaos kam Hamilton in Hockenheim 2019 als Elfter ins Ziel und staubte nur dank späterer Disqualifikationen zwei Punkte ab. Bottas erwischte es noch schlimmer, er schied nach einem selbst verschuldeten Crash aus.

Auch diesmal hat sich Mercedes mit der möglichen Einstellung des Schumachers-Rekords durch Hamilton ein besonderes Rennen ausgesucht. Zudem hat das Team seit dem Debüt des Russland-GP im Jahr 2014 jedes Rennen dort gewonnen, worauf das Team auf Twitter mit einer Prise Ironie hinwies.

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Sollte der Netflix-Fluch erneut zuschlagen, wird Mercedes die Filmcrew 2021 wohl allenfalls nach Feststehen des Titels in seine Box lassen.