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München - Die einstigen Ferrari-Teamkollegen fahren in der Formel 1 nur hinterher. Noch schlimmer als bei Vettel ist die Lage für Kimi Räikkönen. Der Finne reagiert gereizt.

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Nicht einmal zwei Jahre ist es her, als Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen im Ferrari um den Fahrer- und Konstrukteurstitel in der Formel 1 kämpften.

Am Ende scheiterten der viermalige Weltmeister und der Weltmeister von 2007 zwar wie immer an Lewis Hamilton - doch sechs GP-Siege sowie Platz zwei und drei in der Fahrerwertung konnten sich dennoch sehen lassen.

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Davon können Vettel und Räikkönen aktuell nur träumen. Während beim Deutschen die Probleme mit Ferrari hinreichend bekannt sind, ist die Lage beim "Iceman" noch viel schlimmer. In jedem Rennen, in dem der Alfa-Romeo-Pilot ins Ziel kam, wurde er überrundet.

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"Es ist enttäuschend, so weit hinten zu stehen, wenn man alles gegeben hat. Das ist aber gerade unsere Situation", haderte der Finne jüngst nach dem Qualifying in Silverstone, bei dem er wieder einmal den letzten Platz belegte.

Räikkönen langsamer als Teamkollege

Während Alfa Romeo vor allem dank Räikkönen in der Vorsaison in mehr als der Hälfte der Rennen mit mindestens einem Fahrer in den Punkten landete und in Brasilien sogar beide Piloten zu den Top 5 zählten, steht das Team 2020 nach fünf Rennen nur bei mageren zwei Punkten.

Aber nicht nur das Auto, sondern auch der noch punktlose Räikkönen enttäuscht bisher auf ganzer Linie. Während er 2019 Teamkollege Antonio Giovinazzi in den Qualifying-Duellen noch mit 12:9 bezwang, hatte er in dieser Saison abgesehen von einer Ausnahme stets das Nachsehen.

Es stellt sich daher die Frage, ob der 40-Jährige aufgrund nachlassender Reflexe inzwischen langsamer geworden ist oder ihm angesichts der geringen Aussicht auf Punkte egal geworden ist, wie weit hinten er landet.

Seine Aussage nach dem Qualifying unterstützt die zweite These: "Der Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Runde bedeutet P16 oder P20. Das ändert also nicht viel." Er ergänzte: "Vielleicht geht da oder dort ein Platz mehr, aber das macht keinen verdammten Unterschied für uns."

Salo glaubt an Karriereende von Räikkönen

Da der Kult-Finne, dessen trockene Sprüche sogar auf T-Shirts verkauft werden, im Oktober bereits 41 Jahre alt wird und sein Vertrag bei Alfa Romeo ausläuft, ist ein Karriereende nach dieser Saison naheliegend.

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"Die Situation von Alfa ist im Moment sehr schlecht. Das Auto ist langsam. Zusätzlich leiden sie durch die Änderungen am Ferrari-Motor", sagte Landsmann und Ex-Formel-1-Pilot Mika Salo bei Ilta Sanomat.

Es gab sogar Gerüchte um einen vorzeitigen Ausstieg, doch das hält Salo für unwahrscheinlich: "Wenn man ein Profi ist, dann steigt man nicht mitten in der Saison aus. Allerdings glaube ich, dass es nach dieser Saison für Kimi vorbei sein wird."

Räikkönen fühlte sich bisher immer fit, hatte aber auch betont: "Wenn man das Gefühl bekommt, dass die Dinge etwas zu schnell gehen, was natürlich irgendwann der Fall sein wird, dann kann man es nicht aufhalten."

Räikkönen zofft sich mit Alfa-Romeo-Box

Wie frustriert er mit der aktuellen Situation ist, zeigte sich bereits beim ersten Rennen in Silverstone. Nachdem der Kommandostand Räikkönen erst reinholen wollte und dann extrem kurzfristig die Meinung wieder änderte, platzte ihm der Kragen.

"Es ist jetzt verdammt noch mal zu spät! Verdammt nochmal", blaffte der Finne und legte kurze Zeit später noch einmal nach: "Ausgeschlossen, dass das eine gute verdammte Idee war, jetzt an die Box zu fahren."

Da die Fahrzeuge für das Jahr 2021 weitgehend unverändert bleiben, wird Räikkönen sich sehr gut überlegen, ob er sich das chancenlose Hinterherfahren noch ein weiteres Jahr antun wird.

Neben Vettel, dessen Zukunft weiter ungewiss ist, droht die Formel 1 damit einen weiteren großen Champion nach der Saison zu verlieren.