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Silverstone und München - Max Verstappen düpiert Mercedes in Silverstone und überrascht damit sogar sein eigenes Team. Der Niederländer erklärt den Schlüssel zum Sieg.

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Dass sich Max Verstappen beim Jubiläums-Grand-Prix in Silverstone etwas vorgenommen hatte, zeigte sich bereits in den ersten Runden.

Der Kommandostand von Red Bull hatte den Niederländer aufgefordert, hinter den Mercedes zu bleiben und seine Reifen zu schonen. Doch der 22-Jährige konnte mit dieser Ansage rein gar nichts anfangen und widersetzte sich – auf der Strecke und am Funk.

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"Das ist die einzige Chance, so nah an Mercedes dran zu sein. Ich werde nicht einfach wie eine Oma dahinter sitzen", funkte er in Richtung Ingenieure.

Verstappen überzeugt mit forscher Art

Und die forsche Art des Niederländers sollte sich auszahlen.

"Bis jetzt hatten wir nie eine Möglichkeit, wirklich mit ihnen zu kämpfen. Ich hatte nichts zu verlieren. Im Worst Case wäre ich Dritter geworden, im besten Fall hätte ich das Rennen gewonnen – und genau das ist heute passiert", erklärte er nach Rennende.

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Auf seinen harten Reifen bereitete der Red-Bull-Pilot den beiden Silberpfeilen von Runde zu Runde mehr Probleme, während diese an ihren Medium-Reifen mit Blasenbildung zu kämpfen hatten.

Überholmanöver gegen Bottas

Bis zur 26. Runde zögerte Verstappen seinen ersten Boxenstopp hinaus, und hatte bis dahin schon einen beachtlichen Vorsprung herausgefahren.

Und selbst nach seinem Stopp eroberte sich "Mad Max" die Führung nach einem Überholmanöver gegen Valtteri Bottas wieder zurück. "Wir hatten die richtige Strategie, die Reifen haben gut funktioniert", freute sich Verstappen.

"Als die beiden Mercedes in der Box waren, konnte ich meine Pace steigern, einen richtigen Abfall hatte ich nicht. Das war ziemlich überraschend. Ich hatte nie Probleme und konnte meinen ersten Stint verlängern. Das war der Schlüssel."

Und auch der zweite Boxenstopp bereitete keinerlei Probleme. Für den Niederländer ging es nur noch darum, "den Abstand zu halten".

Horner lobt Verstappens "Oma"

Dass Red Bull die Silberpfeile derart dominieren könnte, war nach den bisherigen Rennen nicht zu erwarten. "Das war wirklich eine fantastische Performance heute. Die Pace im Rennen war fernab aller Erwartungen. Wir waren die Schnelleren, wir waren die taktisch Klügeren. Es war ziemlich einfach heute ", lobte Teamchef Christian Horner.

Dass der Sieg am Ende aber nicht nur der überragenden Pace, sondern auch Verstappen zu verdanken war, vergaß Horner nicht. "Seine Oma muss verflixt schnell gewesen sein", scherzte er in Richtung des 22-jährigen.

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Dieser sorgte kurz vor Rennende dann noch mit einem witzigen Funkspruch für Aufsehen. "Seid ihr alle gut hydriert? Und sind auch eure Hände desinfiziert? Die waren doch sicher recht feucht bei diesem Rennen", funkte er in Richtung Mechaniker.

Nächstes Rennen in Barcelona

Doch trotz aller Freude über den unerwarteten Erfolg, von einer Trendwende im Kampf um die WM wollte Verstappen nicht sprechen. (Rennkalender der Formel 1)

"Wir müssen in der Qualifikation schneller werden. Wenn mit härteren Mischungen gefahren wird, kann Mercedes den Reifen mehr zumuten und ist schneller. Den Rückstand auf Mercedes aufzuholen, ist schwierig. Heute will ich daran nicht denken, sondern mich einfach über den Sieg freuen. Und was in Barcelona passieren wird, darum kümmere ich mich dann in Spanien."

Zumindest einen Fakt durfte "Mad Max" aber mit Sicherheit bejubeln. In der WM-Wertung ist er am bisher zweitplatzierten Bottas vorbeigezogen.