Auch in Ungarn muss sich die Formel 1 strikten Auflagen beugen
Auch in Ungarn muss sich die Formel 1 strikten Auflagen beugen © Imago
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München - Nur vom Hotel zur Strecke und zurück - ansonsten droht Gefängnis. Die Formel 1 muss bei ihrem dritten Saisonrennen in Ungarn erstmals harte Auflagen befolgen.

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Nur vom Hotel zur Strecke und zurück - ansonsten droht Gefängnis. Die Formel 1 muss bei ihrem dritten Saisonrennen in Ungarn erstmals mit harten Auflagen umgehen. Eine Welttournee in Coronazeiten ist eben kompliziert.

Zumindest der Jüngste in der Formel 1 hat kein Problem mit diesem strengen Corona-Hausarrest in Ungarn. "Wir dürfen uns dort nur an der Strecke und im Hotel aufhalten", sagt Lando Norris, 20, vor der Fahrt zum dritten Saisonrennen: "Aber jeden Tag Zimmerservice, Netflix gucken, Call of Duty spielen - das ist eigentlich genau mein Ding."

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Zu diesem Optimismus gibt es allerdings auch keine Alternative, denn die Zeiten werden jetzt rauer für die Menschen in der Formel-1-Blase. Aus dem in Sachen Corona ziemlich liberalen Österreich, wo die beiden Auftaktrennen stattfanden, geht es nun auf den Hungaroring vor den Toren Budapests - und tatsächlich nur dahin, und eben ins jeweilige Hotel.

Vorschriften von ganz oben

Das stellte die ungarische Regierung vor Ankunft der Reisegruppe Königsklasse klar, es ist durchaus ernst: "Das Nichtbefolgen dieser Restriktionen kann zu Gefängnisaufenthalt und/oder Strafzahlungen in Höhe von 15.000 Euro führen."

Formell gilt diese Ansage für Reisende aus Großbritannien und Nicht-EU-Ländern, in der Realität ist dadurch aber die große Mehrheit betroffen: Ein großer Teil der Formel 1 lebt und arbeitet ohnehin in England, zudem wollen die Teams in Ungarn keine Zweiklassengesellschaften bilden. Dort sollen für alle die gleichen Regeln gelten.

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Strecke und Hotel dürfen also nur verlassen werden, um zum jeweils anderen Ort zu gelangen, keine öffentlichen Verkehrsmittel, keine Taxis dürfen genutzt, keine Restaurants besucht werden. Im ebenso schönen wie bei den jährlichen Formel-1-Besuchern beliebten Budapest will die Königsklasse in Coronazeiten daher so wenig Zeit wie möglich verbringen: Rein, auf die Strecke, und dann schnell wieder raus.

Jedes Team in seiner "Blase"

"Wir reisen spät an, niemand will von Montag bis Mittwoch in seinem Hotel sitzen", sagt etwa Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Deshalb bleiben wir mit unserer Blase so lange wie möglich in Österreich."Diese sogenannten Bubbles waren in Spielberg der Schlüssel zum Umgang mit Corona.

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So musste etwa das Team rund um Mercedes-Star Lewis Hamilton unter sich bleiben, das Team um Ferrari-Pilot Sebastian Vettel ebenfalls, und so weiter - um bei Infektionen unkontrollierte Ausbreitungen zu vermeiden. Ansonsten waren die Auflagen aber weniger strikt.

Nun handelt es sich nicht mehr um Empfehlungen der Formel 1, die ungarische Staatsgewalt schreibt vor. Es ist ein Vorgeschmack auf wöchentlich neue Rahmenbedingungen, die von nun an auf die Königsklasse zukommen. Der Preis dafür, dass sie bis Dezember für ihre Saison um die Welt reisen will.

Hamilton indes, der britische Weltmeister, kann den Einschränkungen gelassen entgegensehen. Es sei eine Herausforderung für das Team, das sicher großartig damit umgehen werde, sagte der 35-Jährige: "Mich betrifft das nicht, weil ich mit meinem Motorhome an der Strecke wohne." Einen Fernseher gibt es darin sicher auch.