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Budapest - Beim Qualifying zum Ungarn-GP erlebt Red Bull ein Desaster. Max Verstappen und Helmut Marko sind ratlos, bei Sebastian Vettel zeigt die Laune dagegen nach oben.

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Beim Qualifying zum Großen Preis von Ungarn fliegt Lewis Hamilton mit einem neuen Streckenrekord zur 90. Pole Position seiner Karriere. Der Brite kann im Anschluss kaum glauben, wie erfolgreich er gerade ist (Formel 1: Großer Preis von Ungarn, So., ab 15.10 Uhr im LIVETICKER).

Bei Ferrari ist man indes deutlich fröhlicher gestimmt als am vergangenen Wochenende. Mit Rang fünf ist Sebastian Vettel bester Pilot aller Nicht-Mercedes-Autos und zeigt sich dementsprechend besser gelaunt.

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Im Red-Bull-Team herrscht dagegen Untergangs-Stimmung. Max Verstappen nur auf Rang sieben, Alexander Albon nicht einmal in Q3. Die Fehlerfindung läuft, eine Lösung ist aktuell nicht in Sicht.

SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennen in Spielberg von RTLSky, ORF aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 1: "Das ist einfach nur verrückt, ich muss mich kneifen."

zur 90. Pole Position seiner Karriere: "Ich spüre viel Demut, wenn ich von solchen Zahlen höre und mich über eine neue Pole freuen darf. Wir haben eine unfassbare tolle Gruppe von Menschen hinter uns, ich bin allen so dankbar. Sie legen die Latte für die Gegner ständig höher." 

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zu seinem Auto: "Valtteri macht mir das Leben nicht eben einfach. Aber das Auto hat sich wirklich toll angefühlt. Ich würde jetzt nicht behaupten, dass es wie auf Schienen liegt, aber das geht schon in diese Richtung." (SERVICE: Die Fahrerwertung)

zum Rennen: "Die ganze Quali lief wie am Schnürchen. Aber nun denke ich schon ans Rennen und an diesen langen Weg zur ersten Kurve. Ich erwarte keine Geschenke und nehme nichts als selbstverständlich. Ein gutes Ergebnis in der Quali garantiert noch kein gutes Resultat im Rennen. Noch ist nicht ganz klar, was das Wetter machen wird. Das wird ein sehr langes Rennen, und ich bin auf alles vorbereitet."

Valtteri Bottas (Mercedes), Platz 2: "Wir haben ein sehr hohes Level, sind weit weg von den anderen Teams."

zum Kampf mit Lewis Hamilton. "Ich habe im Training gesehen, dass es im Qualifying ein enger Kampf zwischen uns werden könnte. Vom Beginn des Qualifyings bis zum Ende in Q3 hatte ich ein paar Probleme im ersten Sektor. Vor allem beim Anbremsen von Kurve 1 fühlte ich mich nicht so wohl und habe etwa Zeit verloren. Am Ende hatte ich eine ziemlich gute runde, muss ich sagen. Ich dachte, dass ich mit der runde vielleicht eine Chance haben würde, aber Lewis war einfach eine Zehntel schneller."

Sergio Perez (Racing Point), Platz 4: "Aus irgendeinem Grund wurde mir während des Qualifyings etwas schwindelig." Er habe sich "physisch nicht zu 100 Prozent" fit gefühlt.

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 5: "Ich bin lange genug dabei, ich habe schon ziemlich viel gesehen und mitgemacht, aber klar ist heute ein besserer Tag als an den letzten Wochenenden. Aus eigener Kraft mit beiden Autos ins letzte Qualifying zu kommen und dann nicht nur mitzufahren, sondern mitten hineinzufahren. Das war auf jeden Fall gut, glaube ich. Leider hatten wir zum Schluss keine zwei Reifensätze mehr, nur einen. Sonst hätten wir vielleicht noch etwas mehr Zeit rausquetschen können. Aber so geht das schon in Ordnung, glaube ich. Für morgen sind wir in einer guten Position."

zu den Chancen am Sonntag: "Ich glaube, die Autos um uns herum sind genauso schnell wie wir. Deswegen wird es morgen schwierig. Wir werden trotzdem alles versuchen. Ich denke, über die Distanz, was die Reifen angeht, können wir vielleicht ein bisschen besser haushalten als Racing Point. Hinter uns steht Max. Es gibt auf jeden Fall viel zu tun morgen."

zur Strategie: "Wir sind hier, um Rennen zu fahren und zu siegen. Derzeit haben wir aber nicht das Tempo, um aus eigener Kraft zu dominieren oder zu gewinnen. Wir werden sehen, was morgen passiert. Die Reifen werden wichtig sein, wir sind auf einer anderen Strategie als die Jungs vor uns. Wir mussten auf die Softs gehen, um es ins Q3 zu schaffen."

zum Rennstart: "Die Fahrer vor uns starten auf den Medium-Reifen, das sollte uns helfen, uns nach vorne zu orientieren, und nicht nach hinten. Es wird alles darauf ankommen, wie gut wir beim Start wegkommen und ich denke, der erste Stint wird dann zeigen, wo wir stehen. Die weicheren Reifen werden wohl schneller abbauen als die mittelharten Mischungen, vielleicht ist das kein Vorteil für uns. Aber ich glaube, die letzten Jahre haben wiederum gezeigt, dass die Soft-Reifen dann am Sonntag doch recht gut funktionieren. Ich bin also sehr offen."

Charles Lecerc (Ferrari), Platz 6: "Ich lerne aus meinen Fehlern. Morgen werde ich beim Start sicher entspannter sein." (Rennkalender 2020 der Formel 1).

Max Verstappen (Red Bull), Platz 7: "Ganz klar funktioniert was nicht, aber ich kann nicht sagen, was es ist. Das war ein enttäuschendes Qualifying. Das ganze Wochenende hat gar nicht funktioniert. Wir sind viel zu langsam. Es ist richtig schlecht. Von der Pace her sind wir natürlich nicht die Schnellsten, aber schauen wir mal. Ich habe das schon lange nicht mehr erlebt, dass wir so langsam waren. Aber es ist so."

zu seinen WM-Chancen im Vergleich zu Mercedes: "Sie sind weit vorne. Es wird schwierig, sie zu überholen. Eindeutig. Mit solchen Leistungen sind sie meilenweit außerhalb unserer Reichweite."

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zur Leistung von Racing Point: "Sie haben einen guten Job gemacht, und wir einen schlechten. Ich denke, im Rennen wird es ein bisschen enger. Ich starte auf Soft, ein paar andere, vor und hinter mir, auf Mediums. Wird spannend, was mit der Strategie geht."

Lando Norris (McLaren), Platz 8 - zu seinem Gesundheitszustand: "Ich komme wieder fast ohne Schmerzmittel durch, brauche bei weitem nicht mehr die gleiche Menge wie in Spielberg. Es ist noch nicht perfekt, aber viel besser als vor einer Woche. Ich könnte auch ganz ohne Schmerzmittel fahren. Das sollte für das Rennen kein Problem sein. Das größte Thema waren in Österreich die Bremszonen. Aber so harte Verzögerungskräfte wie dort gibt es hier nicht."

Helmut Marko (Motorsportberater Red Bull): "Wir haben das Auto über Nacht massivst umgebaut, und trotzdem treten immer wieder aerodynamische Sachen auf, die wir nicht verstehen, und die es den Fahrern unmöglich machen, auf eine wettbewerbsfähige Rundenzeit zu kommen. Wir verlieren in Sektor zwei und drei jeweils fast eine halbe Sekunde. vor allem der Rückstand auf Mercedes auf dieser Strecke von 1,4 - das ist ein Wahnsinn."

zur weiteren Vorgehensweise: "Wir rätseln und müssen jetzt in der kurzen Zeit bis Silverstone schauen, dass wir auf das draufkommen, was sich als scheinbar fundamentales Problem darstellt."

zu den Chancen am Sonntag: "Vom Sieg oder Podest brauchen wir gar nicht träumen. Aber es sind Schauer angesagt. Das könnte eine Chance sein, dass man sich etwas verbessert."

zur Entwicklung von Red Bull: "Wir waren beim ersten Rennen halbwegs, beim zweiten Rennen weniger dabei. Und hier sind wir überhaupt nicht wettbewerbsfähig. Das heißt, irgendwo ist ganz ein grober Hund. Wir dachten, dass wir mit dem Umbau dem Problem auf die Spur gekommen wären. Ist aber nicht der Fall."

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zum frühen Aus von Albon: "Er hatte ganz zum Schluss erst eine Abstimmung wie Max bekommen. Das war leider ein Fehler von seinem Team, dass sie ihn so spät herausgeschickt haben. Er hätte auch nicht vorne eingreifen können, aber Top 10 wäre wahrscheinlich möglich gewesen."

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): "Ich bin sehr überrascht. Red Bull war am Hungaroring, bei viel Abtrieb, immer eine Bank. Ich glaube nicht, dass die ein fundamentales Problem haben. Vielleicht sind sie nur an einer Kreuzung beim Set-up falsch abgebogen. Ich schätze, dass sie morgen ein Gegner für uns sein könnten."

zu einer möglichen Stallorder: "Die Fahrer haben immer frei gegeneinander fahren dürfen. Aber weil wir auch andere Gegner haben, wollen wir nicht einen der beiden Fahrer bestrafen, indem wir unterschiedliche Strategien fahren. Es könnte zu dem Punkt kommen, dass wir das tun müssen, um Rennsiege abzusichern. Das würden wir aber anders tun als in der Vergangenheit. Für den Moment machen wir es so wie immer."

zu Racing Point: "Ich freue mich für Racing Point, denn in den vergangenen Jahren haben wir immer gehört, dass die kleinen Teams mit kleineren Budgets nicht vorne mitfahren können. Jetzt sehen wir: Es braucht nur jemanden mit einer Vision und einer Idee, welche Prioritäten zu setzen sind, dann ist auch der Sprung vom Mittelfeld unter die Topteams möglich."

zu den Chancen von Racing Point: "Der Racing Point ist ein Podiumskandidat, wenn nicht sogar ein Siegkandidat."

Ralf Schumacher (Ex-F1-Pilot und Sky-Experte):

zu den Chancen von Ferrari am Start: "Wenn man die letzten Starts von Ferrari anguckt: Die sind zwar auf [den weichen Reifen], aber die waren nicht ganz so gut. Was das Motormanagement betrifft, ist der Mercedes ganz gut, glaube ich. Wenn nichts schiefgeht und die Fahrer nicht nervös sind, sollten alle vier Mercedes-Motoren davonziehen können. Auch die Beschleunigung ist ja gerade nicht sehr hilfreich, dass der Ferrari ein bisschen schwach ist."

zur Aussage von Ferrari, dass sie froh sind, mit beiden Autos in die Top 10 gekommen zu sein: "Ich muss schon sagen: Alles gut und schön, aber schon bitter, dass es Ferrari ist und dass man eigentlich schon seit vier Jahren um die WM fahren will."