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Auf der Pressekonferenz vor dem Formel-1-Auftakt in Spielberg äußert sich Sebastian Vettel zum Ferrari-Aus. Dabei zeigt er sich überrascht von der Entscheidung Binottos.

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Zündstoff bei Ferrari?

Auf der Pressekonferenz vor dem Formel-1-Start im österreichischen Spielberg (Das komplette Rennwochende im SPORT1-LIVETICKER) äußerte sich Sebastian Vettel zu seinem Aus bei Ferrari. Während die Trennung nach der Saison im Mai noch als eine Entscheidung bezeichnet wurde, "die beide Parteien für das Beste halten", hört sich das nun anders an.

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Vielmehr wurde er nach eigener Aussage von heute auf morgen vor die Tür gesetzt. "Ich war sehr überrascht, als ich den Anruf von Mattia (Binotto, Teamchef der Scuderia Ferrari/Anm.d.Red.) bekam", beschrieb der Deutsche den Moment und fügte hinzu: "Wir hatten nie eine Diskussion. Es lag nie ein Angebot auf dem Tisch."

Damit widerspricht er der offiziellen Ferrari-Version, laut der er in den Entscheidungsprozess involviert gewesen sei. Vielmehr soll er vor vollendete Tatsachen gestellt worden sein.

Dennoch steht für den viermaligen Weltmeister auch in dieser Saison der maximale Erfolg über allem. Daher werde er auch seinen Teamkollegen Charles Leclerc unterstützen, wenn man ihn darum bitte. "Dieses Jahr ist so eine Frage schwer zu beantworten, weil wir nicht wissen, wie die Saison verlaufen wird. Aber sollte so eine Situation kommen und es perfekten Sinn ergeben, sollte man erwarten, dass sich beide Fahrer gegenseitig unterstützen."

Leclerc nicht vorbeiwinken

Timo Glock bewertet die Sache nicht so eindeutig. Der RTL-Experte und DTM-Star ist ein guter Freund von Sebastian Vettel (32). Er glaubt nicht, dass der Deutsche in seinem letzten Ferrari-Jahr den Wasserträger für Maranellos neuen Liebling Charles Leclerc spielen wird.

"Auf jeden Fall wird Sebastian sich in seinem letzten Jahr nichts sagen lassen. Selbst wenn es eine Stallorder geben würde, er wird sie nicht beachten, sich nicht dran halten, weil er nur für sich fahren wird und versuchen, das Beste für sich herauszuholen. Deshalb könnte es sehr interessant werden, wenn die beiden aufeinandertreffen. Die einzige Möglichkeit, die Ferrari hat, Leclerc zu bevorzugen, ist die Rennstrategie. Ich kann mir aber vorstellen, dass Sebastian schon vorher einen Plan hat, das zu verhindern", beschrieb Glock die Situation bei SPORT1.

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Diese Meinung unterstrich der Deutsche in der Pressekonferenz. "Man fährt auch für sich selbst und ich werde Charles das Leben nicht zu einfach machen und ihn einfach vorbeiwinken. Wir haben in der Vergangenheit gegeneinander gekämpft und werden das weiter tun."

Dass Ferrari schon in Spielberg konkurrenzfähig ist, erwarten Insider nicht. Während Mercedes und Red Bull bereits mit Updates anreisen, hat die Scuderia das neue Aero-Paket auf Ungarn verschoben. Nach Informationen von SPORT1 bleiben auch die in Italien groß angekündigten 15 Zusatz-PS aus.

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Droht Vettels Ferrari-Mission also genau wie die von Alain Prost und Fernando Alonso endgültig zu scheitern? "Wir haben von Anfang an versucht um die WM zu kämpfen, haben das Ziel aber nie erreicht", gibt der Deutsche zu. "Es ist zu früh, uns für dieses Jahr schon abzuschreiben. Rückblickend haben wir aber tatsächlich nie das Paket schnüren können, um bis zum Ende um die WM zu kämpfen. Am Ende ist es ganz einfach: Als Team waren wir nicht so gut wie Mercedes und Lewis Hamilton."

Vettels Zukunft ungewiss

Über seine Zukunft ab 2021 habe er indes noch nicht entschieden, kommt "das richtige Angebot", dann will Vettel weitermachen: "Ich habe das Gefühl, dass ich noch mehr leisten kann." Nötig sei "das richtige Paket und die richtigen Leute um mich herum".

Eine einjährige Pause und die spätere Rückkehr in die Formel 1 spielt momentan dagegen keine Rolle in seinen Überlegungen. "Wenn du bereit bist, die Tür zu schließen, dann solltest du wirklich dazu bereit sein. Und nicht darauf hoffen, dass sie sich wieder öffnet."

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)