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Budapest - Auf dem Weg zur Startaufstellung kracht Max Verstappen in Ungarn in eine Bande. Die Mechaniker von Red Bull vollbringen dann innerhalb von 20 Minuten ein Wunder.

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Für die Fans war Red-Bull-Pilot Max Verstappen der Fahrer des Rennens, für den Wunderknaben waren seine Mechaniker die Helden des Großen Preis von Ungarn.

Der Grund: Der Niederländer krachte auf regennasser Strecke auf dem Weg von der Box zur Startaufstellung in die Streckenbegrenzung. Verstappen konnte seinen Red Bull zwar noch zurück auf die Strecke lenken, doch das Auto war stark beschädigt.

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Die Frontpartie zerstört, Teile der Radaufhängung und der Spurspange demoliert. "Ich dachte, das war es mit dem Rennen", erzählte Verstappen, "doch meine Mechaniker haben ein Wunder vollbracht." Innerhalb von 20 Minuten schaffte die Crew die Reparatur der zerstörten Teile.

Die Mechaniker von Red Bull reparierten das kaputte Auto innerhalb von 20 Minuten
Die Mechaniker von Red Bull reparierten das kaputte Auto innerhalb von 20 Minuten © Getty Images

Mechaniker vollbringen Wunder

Der Niederländer kam im Anschluss aus dem Schwärmen für seine Crew gar nicht mehr heraus. "Das Einzige, was ich noch tun musste, war bei der Einführungsrunde die reparierten Teile zu checken. Es war alles perfekt."

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Teamchef Christian Horner erklärte später das Wunder in Zahlen. "Normalerweise dauert so eine Reparatur weit über eine Stunde. Die Jungs haben es in zwanzig Minuten geschafft. 20 Sekunden bevor das Signal kam, dass alle Arbeiten an den Autos einzustellen sind, waren sie fertig. Man konnte aber den Schweiß auf ihrer Stirn sehen", so der Red-Bull-Verantwortliche. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Damit war der Weg frei für Verstappen und seinen Durchmarsch vom siebten Startplatz auf Rang zwei. Nach dem Rennen widmete er sein Podium seinen Jungs, feierte sie am Funk. "Ihr seid Legenden. Danke, danke, danke! Ich konnte sogar einen Mercedes schlagen. Der zweite Platz fühlt sich heute wie ein Sieg an", jubelte der 22-Jährige.

Red Bull trainiert schnelle Reparaturen

Helmut Marko, am Samstag nach dem schlechten Qualifying (Verstappen Siebter, Teamkollege Albon 13.) fast schon der Verzweiflung nahe, zeigte sich im Gespräch mit SPORT1 von der Leistung der Mechaniker beeindruckt.

"Was für ein versöhnlicher Abschluss eines davor so verkorksten Wochenendes. Was die Mechaniker heute leisteten, war Weltklasse. Jetzt wissen wir, warum wir im Winter immer mehrtägige Trainingscamps machen. Dort trainieren sie nicht nur Boxenstopps, sondern auch unter extremem Stress Höchstleistungen zu bringen", erklärte der Red-Bull-Chefberater.

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Unter Leitung von Teammanager Jonathan Wheatley trainieren die Mechanikercrews nicht nur Boxenstopps und Reparaturen unter Zeitdruck, sondern absolvieren auch ein mehrtägiges Fitnesstraining – inklusive geselliger Abende. "Bootcamp" nennt Teammanager Wheatley das. "Sie sind dann nicht nur auf unerwartete Situationen vorbereitet, sondern auch ein eingeschworenes Team, in dem sich jeder blind auf den anderen verlassen kann", erläutert Marko die Vorzüge.

Auch ein Lob für die Fahrer fand der sonst strenge Chefberater. "Verstappen hat sich nach dem schlechten Training instinktiv für die Abstimmung entschieden, bei der unsere Techniker nicht mehr weiter wussten. Albon hat sie übernommen, fuhr im Rennen gut, hat stark überholt und kam am Ende als Fünfter ins Ziel."

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Marko schützt Alex Albon

Marko schützt seinen Nummer-zwei-Piloten, der nach den ersten beiden Rennen hart kritisiert wurde. "Man muss Albon fair behandeln. Er macht einen guten Job. Gegen Verstappen tut sich jeder schwer." (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Die Freude über Albons Leistung überwog auch die nüchternen Zahlen. Fakt bleibt: Albon verlor im Rennen 70 Sekunden auf Wunderknabe Verstappen. In Ungarn entspricht das fast einer Sekunde pro Umlauf. "Das ist schon ein Brett," urteilte Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher.

Bis zum nächsten Rennen in Silverstone in zwei Wochen will Red Bull das Auto nun wieder in die Spur bringen. "Wir glauben den Fehler gefunden zu haben, der im Bereich der Aerodynamik liegt. In Silverstone wissen wir, ob wir das Problem gelöst haben und das Auto für die Fahrer nicht mehr so unberechenbar ist", ist sich Marko sicher.