Lewis Hamilton hält wenig von Geisterrennen
Lewis Hamilton macht sich Sorgen um die Welt © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

Lewis Hamilton macht sich Sorgen um die Menschheit. Der Formel-1-Weltmeister wählt drastische Worte. McLarens Teamchef befürchtet derweil Schlimmes.

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Der Schatten eines Mannes im Meer, der Kopf gesenkt, die Hände gefaltet, im Hintergrund ein leuchtender Sonnenuntergang - Lewis Hamilton liebt die pathetische Selbstinszenierung, das war schon vor Corona so und ist jetzt nicht anders.

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"Ich nutze die Zeit, um an mir zu arbeiten, körperlich, aber auch mental", schreibt der Formel-1-Champion und zeichnet in den sozialen Medien ein düsteres Szenario: "Die menschliche Rasse ist außer Kontrolle."

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Nun, zunächst mal ist die Formel 1 außer Kontrolle und damit auch das gewohnte Arbeitsumfeld von Hamilton und seinen Kollegen. Acht der 22 ursprünglich geplanten Rennen sind mittlerweile abgesagt oder verschoben, der aktuell vorgesehene Start am 14. Juni in Montreal ist angesichts der weltweit grassierenden Corona-Pandemie mehr als fraglich.

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McLaren-Boss Zak Brown befürchtet Exodus

Fast schon verzweifelt ringen die Formel-1-Bosse um Lösungen, neuestes Konstrukt: Der Freitag an den Grand-Prix-Wochenenden soll gestrichen und damit mehr Platz für mehr Rennen in kürzerer Zeit geschaffen werden.

Auch das dürfte wie so viele andere Überlegungen kaum der Königsweg sein. Niemand weiß, wann Corona die Rückkehr zu einem geregelten Alltag erlaubt, weshalb McLaren-Chef Zak Brown für einige Teams bereits das Schlimmste befürchtet.

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Die aktuelle Lage sei "für mehrere Rennställe möglicherweise gefährlich", sagte Brown der BBC. Sollten "genügend Teams - was nicht unbedingt mehr als zwei bedeutet - betroffen sein, wäre die gesamte Formel 1 bedroht." 

Formel-1-Bosse beraten über Zukunft

In dieser Woche wollen die Formel-1-Bosse über mögliche wirtschaftliche Szenarien für die kommenden Monate sprechen. Brown hält die Budget-Obergrenze, die ab 2021 bei 175 Millionen Dollar liegen soll, für zu hoch, die kleinen Teams wollen eine Deckelung bei 100 Millionen.

Das neue Concorde-Agreement, das die finanziellen Modalitäten für die nächsten fünf Jahre regeln soll, ist vorerst auf Eis gelegt, wie die für 2021 geplanten Regeländerungen umsetzbar sein könnten, steht in den Sternen.

"Ob ich Teams von der Bildfläche verschwinden sehe, wenn wir die aktuelle Situation nicht aggressiv bekämpfen? Oh ja", sagte Brown: "Genau genommen sehe ich vier Teams verschwinden, wenn die Situation nicht richtig gehandhabt wird."

F1 in einem "fragilen Zustand"

Zudem würden potenzielle neue Besitzer derzeit anders als in der Vergangenheit nicht gerade Schlange stehen: "Daher denke ich, dass sich die Formel 1 in einem sehr fragilen Zustand befindet."

Der langjährige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat sich bereits dafür ausgesprochen, die Saison 2020 komplett ausfallen zu lassen. "Wir sollten die Meisterschaft dieses Jahr stoppen und nächstes Jahr hoffentlich wieder beginnen. Denn ich sehe nicht, wie man in diesem Jahr noch auf die notwendige Anzahl von Rennen kommen soll", sagte der 89-Jährige dem BBC Radio.

Unterstützung erhält er von Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve, der sich im Gespräch mit Canal+ ebenfalls für die Absage der WM 2020 aussprach. "Es wäre schade, den August vollzupacken und dann von September bis Weihnachten oder sogar darüber hinaus Woche für Woche Rennen zu veranstalten, nur um eine Meisterschaft zu haben", sagte der Sohn des legendären Ferrari-Piloten Gilles Villeneuve.

Stattdessen schlägt er "spektakuläre Einzelrennen" vor, die ähnlich wie die 500 Meilen von Indianapolis oder die 24 Stunden von Le Mans einen hohen Unterhaltungswert hätten: "Die Teams könnten außerdem unter Wettbewerbsbedingungen an ihren Autos für 2021 arbeiten." Und Lewis Hamilton könnte die trüben Gedanken abstreifen und endlich wieder im Mercedes-Cockpit für Aufsehen sorgen.