Mattia Binotto ist gegen eine weitere Absenkung der Budget-Obergrenze
Mattia Binotto ist gegen eine weitere Absenkung der Budget-Obergrenze © Getty Images
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München - Im Streit um ein Budgetlimit in der Formel 1 setzt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto die Veranstalter unter Druck - und verweist auf seine Verantwortung für die Mitarbeiter.

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Mitten in der Coronakrise sorgt Ferrari für zusätzliche Aufregung in der Formel 1.

Teamchef Mattia Binotto hat indirekt mit einem Ausstieg des Traditionsteams aus Italien gedroht, falls die geplante Budgetobergrenze zu heftig ausfällt.

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"Die nun diskutierte Grenze von 145 Millionen Dollar (134 Millionen Euro) ist schon eine große Herausforderung im Vergleich zu dem, was im vergangenen Juni im Raum stand", sagte Binotto der englischen Zeitung The Guardian.

Nur noch 100 Millionen pro Team?

Im Sommer letzten Jahres einigten sich die Teams auf eine zukünftige Deckelung von etwa 160 Millionen Euro. Doch angesichts der Coronakrise brachte McLaren auch schon eine Obergrenze von nur noch 100 Millionen pro Rennstall ins Gespräch.

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Für Binotto wäre eine weitere Herabsetzung des Budgets nur schwer hinnehmbar, vor allem im Hinblick auf die hohen Personalkosten in Maranello.

"Das kann nicht ohne weitreichende Opfer erreicht werden. Damit meine ich besonders unser Personal", betonte der 50-Jährige: "Wenn die Obergrenze noch weiter abgesenkt wird, möchten wir nicht an einen Punkt gelangen, an dem wir uns andere Optionen überlegen müssen, unsere Racing-DNA anwenden zu können."

Damit droht Binotto, Ferrari aus der Königsklasse des Motorsports zurückzuziehen.

Binotto sorgt sich um Arbeitsplätze

Die große Sorge, die Binotto umtreibt: Wenn den Teams deutlich weniger Geld zur Verfügung gestellt wird, würde das den Verlust von vielen Arbeitsplätzen bedeuten.

Zurzeit arbeiten geschätzt 1.500 Mitarbeiter für das Ferrari-Projekt in der Formel 1. Diese Zahl wäre bei einer weiteren Absenkung der Budget-Obergrenze nicht zu halten, viele Mitarbeiter würden ihre Arbeit verlieren.

Deshalb tritt der Chef von Sebastian Vettel auch für unterschiedliche Budgetlimits bei den verschiedenen Teams ein. Das heißt, Teams, die Kunden beliefern, etwa mit Motoren oder auch Chassiskomponenten, sollten mehr ausgeben dürfen als reine Kundenteams. Ferrari beispielsweise liefert in diesem Jahr Motoren an Alfa Romeo und Haas F1.

Binotto für Horner-Vorschlag offen

Um sicherzustellen, dass auch die kleineren Teams die Coronakrise finanziell überstehen, könnte sich Binotto auch mit dem Vorschlag von Red-Bull-Teamchef Christian Horner anfreunden. Der hatte angeregt, die größeren Rennställe könnten die Kundenteams doch ihre Autos von 2019 zum Kauf anbieten.

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"Wenn die derzeitige Notlage wirklich die Existenz einiger unserer Konkurrenten in diesem Sport gefährden sollte und wir zu entsprechenden Maßnahmen gezwungen wären, wäre Ferrari offen dafür", sagte Binotto.

Ferrari ist das einzige Team, das seit 1950 in jedem Jahr an der Formel-1-WM teilgenommen hat. Rücktrittsdrohungen hat es seitdem das eine oder andere Mal gegeben. Bislang aber konnte man sich immer auf eine Fortführung des Engagements einigen.

Ferrari entschärft Binottos Aussagen

Später versuchte Ferrari in einer Mitteilung, die Aussagen Binottos zu entschärfen. Er habe nie gesagt, dass Ferrari die Formel 1 verlasse, im Gegenteil, hieß es. "Er hat gesagt, dass wir nicht in eine Position gebracht werden wollen, in der wir uns nach anderen Optionen - neben der Fortsetzung in der Formel 1 - umsehen müssen, um unsere Racing-DNA zu erhalten", hieß es weiter.