Ayrton Senna (l.) und Michael Schumacher (r.) gelten als die besten Fahrer aller Zeiten
Ayrton Senna (l.) und Michael Schumacher (r.) gelten als die besten Fahrer aller Zeiten © Getty Images
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München - Am 21. März wäre Ayrton Senna 60 Jahre alt geworden. Erinnerungen an den dreimaligen Formel-1-Weltmeister, dessen Leben viel zu früh endete.

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Der Regen prasselte auf die Straßen Monte Carlos nieder. Die Formel-1-Piloten mussten ihre Autos auf glitschigem Asphalt kontrollieren. Ayrton Senna schlängelte sich an diesem Junitag im Jahr 1984 am besten durch den Leitplanken-Dschungel.

Mit dem nicht konkurrenzfähigen Toleman TG184 überholte er einen Konkurrenten nach dem anderen. Von Startplatz 13 fuhr Senna auf Rang zwei vor. Dann kam es zum Rennabbruch.

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Senna hätte seine Topleistung in Monaco feiern können. Doch erst beschwerte er sich bei der Rennkommission über den Abbruch, dann schmollte der Brasilianer bei der Siegerehrung. Er fühlte sich um den Grand-Prix-Sieg gebracht.

Tod von Senna versetzt Brasilien in Schockzustand

"Der Ayrton war einer, der auch das Freitagstraining, in dem es um nichts ging, gewinnen wollte", erzählte kürzlich Gerhard Berger dem NDR. Der Österreicher war Sennas Teamkollege. Die beiden Rennfahrer verband eine Freundschaft. Vermutlich wäre Berger am 21. März zum 60. Geburtstag seines Kumpels eingeladen gewesen.

Doch dieses Ereignis konnte Senna nicht feiern. Er starb am 1. Mai 1994 an den Folgen eines Rennunfalls in Imola.

Sennas Tod versetzte damals eine Nation in Schockzustand. Brasiliens Präsident Itamar Franco ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.

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Beim Trauerzug fuhr ein Feuerwehrwagen mit dem Sarg des Verstorbenen durch die Straßen. Bis zu eine Million Fans hatten sich in Sao Paulo versammelt. Sie wollten Abschied nehmen vom dreimaligen Weltmeister. Vom Volkshelden. Vom Mann, der den Spitznamen "der Magische" hatte.

Besser als Fangio, Schumacher und Hamilton eingestuft

Die Formel 1 brachte viele Stars hervor. In der Frühphase fuhr der Argentinier Juan Manuel Fangio die Konkurrenz in Grund und Boden. Um die Jahrtausendwende herum dominierte der Deutsche Michael Schumacher die Konkurrenz. Und in der Gegenwart setzt der Brite Lewis Hamilton Maßstäbe.

Doch Ayrton Senna steht über allen. Das sagen zumindest viele Experten. "Er ist der beste Rennfahrer aller Zeiten", betont Berger.

Weil er aus einer reichen brasilianischen Familie stammte, war für Senna der Weg in den Motorsport frei. 1984 debütierte er in der Formel 1. Senna war unnachgiebig. Mit seinem kompromisslosen Fahrstil eckte er bei anderen Piloten an – allen voran bei Alain Prost.

Im Vergleich zu dieser Rivalität wirkte die Fehde zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg wie eine Romanze. Als Senna in einem Interview eine Frage zu Prost gestellt bekam, raunzte er nur zurück: "Kein Kommentar."

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McLaren wird zum Weltmeisterauto

Ab 1988 fuhr er mit dem Franzosen in einem Team. Es war die Saison, an deren Ende Sennas erster Weltmeistertitel stand. Der beste Fahrer im starken McLaren-Team – das war eine erfolgreiche Kombination. 1990 und 1991 schloss Senna die Saison erneut als Sieger ab. Erneut im McLaren.

Danach begann die Dominanz von Williams. Senna wusste, dass er nur mit einem Wechsel zu diesem Team an alte Erfolge anknüpfen kann. 1994 saß der Dreifach-Weltmeister dann im Williams.

Die Saison begann mit Frust. Der junge Michael Schumacher gewann die ersten beiden Rennen. Senna sah die Zielflagge nicht. Imola sollte für ihn die Wende bringen.

Drama in Imola: Ratzenberger und Senna sterben

Es kam aber zum schwärzesten Wochenende der Formel-1-Geschichte.

Beim Qualifying zum Großen Preis von San Marino hatte es einen tödlichen Unfall gegeben. Der Österreicher Roland Ratzenberger erlag seinen Verletzungen. Senna verfolgte das Drama mit versteinerter Miene am Bildschirm.

Das Rennen wurde trotzdem ausgetragen. Senna erwischte einen guten Start. Er führte vor Schumacher. In Runde sieben kam der Brasilianer wie ferngesteuert von seiner Linie ab und rauschte in der Tamburello-Kurve mit hoher Geschwindigkeit gegen die Begrenzung.

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Die Unfallursache wurde nie geklärt. Im Maggiore-Krankenhaus gaben die Ärzte am Abend Sennas Tod bekannt.

Dunga und Romario huldigen Senna

Die Nachricht erschütterte auch die Sportwelt. Brasiliens Fußballstars verehrten den Rennfahrer auch. Sechs Tage nach Sennas Tod gewann Bayern München die Deutsche Meisterschaft. Der Brasiliener Jorginho traf und bejubelte seinen Treffer mit einer imaginären Kurvenfahrt.

Als die Selecao im Sommer die Weltmeisterschaft in den USA gewann, entrollten die Spieler um Kapitän Carlos Dunga und Torjäger Romario ein großes Banner. Darauf stand: "Senna, wir haben gemeinsam Gas gegeben, der vierte Titel ist unser!"

Für Gerhard Berger steht fest, wie Ayrton Sennas Leben nach der Sportler-Karriere ausgesehen hätte: "Er wäre Präsident von Brasilien geworden."