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München - Sebastian Vettel leistet sich in Suzuka einen Fehlstart und verliert die Führung. Doch auch ohne Patzer hätte er den Mercedes-Sieg wohl nicht verhindern können.

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Beim Großen Preis von Japan hat sich Sebastian Vettel einen Fehlstart geleistet und die Führung nach nur wenigen Metern verloren.

Der Deutsche gab schon vor dem Erlöschen der Ampeln zunächst Gas, stoppte dann und beschleunigte wieder. Die Rennkommissare sahen von einer Strafe ab, Rang eins war dennoch umgehend an Valtteri Bottas verloren.

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Am Ende reichte es in Suzuka nur zu Platz zwei. Aber auch Teamkollege Charles Leclerc patzte: Bereits in der ersten Kurve fuhr der Monegasse Red-Bull-Pilot Max Verstappen seitlich ins Auto.

Später kassierte er dafür eine 15-Sekunden-Zeitstrafe und zwei Strafpunkte. Für Ferrari gab es außerdem eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro wegen des Boxenstopps, der trotz kaputten Frontflügels nicht stattfand. (Teamwertung der Formel 1)

Nächste Enttäuschung für Ferrari perfekt

Die nächste selbstverschuldete Enttäuschung für Ferrari war perfekt, Mercedes bekam den vorzeitigen Konstrukteurstitel auf dem Silbertablett serviert. Bottas fuhr den Rennsieg ein, Lewis Hamilton wurde Dritter.

Vettel zeigte sich nach dem Rennen einsichtig: "Es war mein Fehler. Die Ampeln waren lange an. Ich habe dann schlicht zu früh reagiert. Mein Start war wirklich schlecht, ich habe den ganzen Schwung verloren."

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Vettel: "Hätten keine Chance gehabt"

Doch hat Vettel mit seinem Stotterstart tatsächlich den Sieg verschenkt? Wohl kaum. "Man hat gesehen, dass uns heute der Speed gefehlt hat. Platz zwei war wohl das Maximum", analysierte der Heppenheimer nach dem Rennen.

Selbst wenn er seine Führungsposition nicht abgegeben hätte, wäre es schwer geworden, war sich Vettel sicher. "Ich denke, die zwei Mercedes hätten dann den Vorteil ausgespielt, dass sie mit beiden Autos hinter uns gewesen wären. Dann hätte man mit Sicherheit versucht, mit einem Stopp zu überleben, um auf Sieg zu fahren. Der Speed, den Mercedes heute hatte, spricht dafür, dass wir keine Chance gehabt hätten. Man muss dann auch realistisch sein", erklärte der 32-Jährige.

Für Mercedes sei die Lage dank der miesen Starts aber auch komfortabel gewesen: "Bottas lag locker in Führung, Hamilton war hinter mir, da hast du taktisch einen größeren Spielraum."

Ferrari-Sieg wäre möglich gewesen

Dabei hatte der Rennsonntag eigentlich überraschend erfolgreich für die Scuderia angefangen.

Vettel sicherte sich im Qualifying, das wegen des schweren Taifuns Hagibis von Samstag auf Sonntagvormittag (Ortszeit) verschoben wurde, die 57. Pole seiner Karriere. Leclerc komplettierte als Zweiter die erste Startreihe für die Scuderia. (Fahrerwertung der Formel 1)

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"Wir sind etwas überrascht. Das war nicht das, was wir nach den Trainingseindrücken am Freitag erwartet haben", sagte Vettel nach der Qualifikation. "Es ist schön, aber es ist erst ein Teil des Jobs erledigt."

Vettel: "Hätten besser zusammenarbeiten können"

Beim zweiten Teil des Jobs wendete sich das Blatt dann bekanntermaßen. Doch es hätte auch anders kommen können. Dazu hätten allerdings beide Ferrari-Piloten eine sauberen Start hinlegen müssen. (DATENCENTER: Ergebnis des Japan-GP)

"Ich glaube, dass wir (Vettel und Leclerc, Anm. d. Red.) vielleicht ein bisschen besser zusammenarbeiten können, wenn wir beide vorne gewesen wären. Aber das war ja schon nach ein paar Sekunden nicht mehr der Fall", schilderte Vettel. 

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Durch die mögliche Ferrari-Doppelspitze wäre Mercedes zu mehr Risiko gezwungen gewesen und hätte wohl nur einen Ferrari überholen können.

Doch der Fehler von Leclerc manifestierte letztlich auch Vettels Schicksal, der am Ende mit Händen und Füßen um Platz zwei kämpfte - und damit unter den gegebenen Umständen wohl das Maximum herausholte.