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München - Sebastian Vettel räumt in Monza einen Kollegen ab. Doch laut ihm und seinen Kollegen konnte er nichts sehen. Eine Idee aus der NASCAR könnte die Lösung sein.

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In der Formel 1 gibt es nach der Kollision von Sebastian Vettel in Monza eine Diskussion um den Einsatz von sogenannten "Spotter".

In den USA wird schon seit Jahrzehnten in den Rennserien NASCAR oder IndyCar erfolgreich mit diesem Modell gearbeitet.

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Die Spotter sind in ständigem Kontakt mit dem Piloten und helfen ihm, im Rennen den Überblick zu behalten. Sie sind sozusagen Beobachter und Ratgeber in Personalunion.

Typischerweise sind die Spotter in einer hohen Position platziert, womit sie die gesamte Strecke überblicken können, was auf einer NASCAR-Strecke deutlich leichter möglich ist als bei der Formel 1. In der US-Rennserie sind sie gewissermaßen ein sprechender Rundumblick.

Vettel erklärt Kollision

Gerade diesen Rundumblick hätte Vettel aber gebraucht, um am letzten Rennwochenende in Monza den Crash mit Lance Stroll nach seinem Dreher zu verhindern.

Denn Vettel war nach seinem Dreher auf die Strecke zurückgekehrt und übersah dabei den heranrasenden Stroll, der sich daraufhin ebenfalls drehte. 

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"Ich habe auf meiner linken Seite gar nichts gesehen", erklärt Vettel nach dem Heim-Rennen in seinem Ferrari: "Das liegt an der hohen Cockpitbegrenzung. Es ist aber sicherlich keine Option, diesen Schutz zu entfernen."

Seinen Fehler gestand der Heppenheimer trotzdem ein: "Wie ich da zurückgekommen bin, das war natürlich nicht gut."

Stroll nimmt Deutschen in Schutz

Der betroffene Stroll nimmt Vettel in Schutz, da er nach seinem Dreher ebenfalls nichts sah und Pierre Gasly zu einem Ausweichmanöver durch das Kiesbett zwang: "Es ist unmöglich mit diesen Autos, einen Blick zur Seite zu werfen. Ich hatte keine Sicht nach rechts."

Das aus Sicherheitsgründen benötigte Head-and-Neck-Support, kurz HANS, verhindert laut Gasly, dass man den Kopf weit drehen kann. Daran kann man natürlich wenig ändern - aber was ist dann die Lösung für die Zukunft?

Gasly: Spotter könnten helfen

Gasly ist überzeugt, dass Spotter helfen könnten: "Natürlich lässt sich das nicht komplett mit der Formel 1 vergleichen, aber wenn wir in diesen Rennwagen so eine schlechte Sicht zur Seite haben, dann sind wir in bestimmten Situationen auf Hilfe angewiesen."

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Diese Hilfe sollten in abgeschwächter Form bereits jetzt die jeweiligen Renningenieure bieten, was bei Vettels Fall offenbar aber nicht passierte - zum Unverständnis von Gasly: "Vielleicht muss da der Ingenieur eingreifen und sagen: 'Bleib stehen!'"

Die Spotter wären in der Formel 1 allerdings nur bei wenigen Szenen pro Rennen nötig und Fahrer wie Kimi Räikkönen und Max Verstappen werden sicher wenig begeistert sein, wenn einer ihnen ständig auf das Ohr sagt, was auf der Strecke los ist.

Aber vielleicht könnte ein Spotter für alle Fahrer in diesen gelegentlichen Rennsituationen dennoch eine wichtige Hilfe sein.