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München und Sotschi - Weltmeister Lewis Hamilton rätselt über die enorme Power von Ferrari. Sebastian Vettel hadert mit seiner Leistung und spricht Mercedes die Favoritenrolle zu.

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Die Ferrari-Festspiele scheinen auch in Russland weiterzugehen: Zumindest verschaffte sich Scuderia-Pilot Charles Leclerc mit der Pole Position in Sotschi die beste Ausgangslage für das Rennen. (Formel 1: Rennen in Sotschi ab 13.10 Uhr im LIVETICKER)

Sein Teamkollege Sebastian Vettel musste sich mit dem dritten Platz zufrieden geben, zeigte sich aber dennoch optimistisch für das Rennen. Gleichzeitig schob er die Favoritenrolle jedoch Mercedes zu, da diese in dieser Saison bei der Rennpace meist die Nase vorn hatten.

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Weltmeister Lewis Hamilton, der in letzter Sekunde Vettel von Rang zwei verdrängte, konnte über die Ferrari-Power auf der Geraden nur staunen und sprach davon, dass Ferrari "ein neues Level" erreicht habe. (DATENCENTER: Ergebnis des Qualifyings aus Sotschi)

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying in Singapur von RTLSky aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Charles Leclerc (Ferrari), Startplatz 1: 

"Das Auto fühlt sich großartig an. Aber ich bin mir nicht sicher, ob es die beste Strecke ist, um auf der Pole-Position zu stehen. Die Gerade ist ziemlich lang bis zur ersten Kurve. Der Start morgen wird wahrscheinlich wichtiger als sonst. Aber die Rennsimulation hat positiv ausgesehen. Daher haben wir gute Aussichten für morgen."

zur vierten Pole in Folge, was zuletzt Michael Schumacher 2001 gelang: "Das fühlt sich natürlich sehr besonders an, aber darüber will ich gar nicht nachdenken. Ich will mich einfach auf meinen Job fokussieren. Morgen haben wir noch viel Arbeit vor uns."

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 2:

"Es war ein hartes Qualifying. Ferrari hat einfach einen unglaublichen Speed auf den Geraden. Ein neues Level. Es wird immer über unseren 'Party-Mode' gesprochen, doch die haben noch etwas viel stärkeres, einen Jet-Modus! Ich habe alles gegeben, was drin war im Auto. Ich hatte nicht erwartet, hier in die erste Reihe zu fahren. Auf denen (Medium-Reifen, Anm. d. Red.) wird es kein einfacher Start, aber ich werde versuchen, so viel Windschatten wie möglich von Charles zu kriegen - sofern ich die Chance bekomme, denn die Ferrari starten meist sehr gut."

Sebastian Vettel (Ferrari), Startplatz 3:

"Ich bin nicht ganz zufrieden, ich konnte nicht das Maximum aus dem Auto rausholen. Es ist am Start ein langer Weg bis zur ersten Kurve. Ich bin sehr selbstbewusst für das Rennen morgen. Wir haben eine gute Rennpace. Es sollte ein interessantes Rennen werden mit der unterschiedlichen Reifen-Strategie. Wir sollten am Start einen Vorteil haben. Mercedes wird versuchen, länger draußen zu bleiben und dann gegen Ende des Rennens zu kommen. Wir werden sehen, wer Recht behält mit seiner Entscheidung."

über die Favoritenrolle für das Rennen: "Ich denke, Mercedes ist der Favorit. Sie waren immer die besten in Rennpace. Sie waren auch in Singapur schneller, es war nur schwierig zu überholen. Wir haben einen Vorteil auf der Geraden, was es schwer macht, uns zu überholen."

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Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 4:

"In Kurve 13 ist das Heck praktisch in jeder Runde ausgebrochen, manchmal mehr, manchmal weniger. Dieses Problem konnte ich nicht umfahren. Die Hinterreifen haben dadurch überhitzt und das war es dann mit Sektor 3. Den Grund dafür kennen wir noch nicht."

Nico Hülkenberg (Renault), Startplatz 6: 

"Heute war das Motto "Volle Attacke - alles was geht". Schade, dass Carlos (Sainz, Anm. d. Red.) noch einen Tick schneller war. Aber ich bin zufrieden mit meinem Qualifying und mit meinen Runden. Ich fühle mich sehr wohl in meinem Auto an diesem Wochenende. Das macht sich dann auch bemerkbar. Die Runden kommen konstant. Das macht Spaß."

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 9:

"Viel mehr konnten wir nicht machen, denn wir verlieren auf der Geraden zu viel Zeit auf Ferrari. Wenn der Rückstand so groß ist, kann man im Qualifying nicht kämpfen. Realistisch gesehen ist Platz fünf das Beste, was wir erreichen können. Wenn im Rennen nichts passiert, dann wird es Platz fünf."

zu Hamiltons Hadern mit der Überlegenen Motorenpower von Ferrari: "Das erlebt er in diesem Jahr offenbar erstmals. Ich kenne es ja nicht anders. Genau so war es bisher immer in meiner gesamten Formel-1-Karriere!"

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef): 

"Gegen sieben oder acht Zehntel Rückstand (zu Ferrari, Anm. d. Red.) auf den Geraden gibt es nur begrenzte Möglichkeiten. Daher bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Ferrari scheint das perfekte Paket zu haben."

Mattia Binotto (Ferrari-Teamchef):

"Zunächst überrascht es mich, wie schnell er ist. Das ist großartig für ein Team, wenn man sich auf einen so schnellen Fahrer verlassen kann. Auch in Rennen, wo wir womöglich nicht das beste Auto haben, kann er das kompensieren. Seit Saisonbeginn hat er sich sehr stark verbessert."

zur Reifenwahl von Mercedes: "Das hat uns überrascht. Das hatten wir nicht in Erwägung gezogen. Wir müssen verstehen, warum sie diese Wahl getroffen haben. Wir glauben, dass der Soft einen Grip-Vorteil am Start liefert. Denn der Start wird morgen der Schlüssel zum Erfolg sein."