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Sotschi - Sebastian Vettel scheidet in Sotschi wegen eines Batterieproblems aus. Zuvor sorgen Funksprüche der Scuderia für Verwirrung - Mercedes feiert einen Doppelsieg.

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Ferrari hat sich im immer wilderen Teamduell selbst geschlagen und Mercedes-Star Lewis Hamilton den ersten Sieg seit der Sommerpause auf dem Silbertablett serviert.

Beim Großen Preis von Russland kämpfte vor allem Sebastian Vettel mit Händen und Füßen gegen seine Misere und witterte gegen den Ferrari-Rivalen Charles Leclerc Morgenluft - dann musste er mit einem Schaden am Hybridsystem aufgeben. (D

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Zu allem Überfluss fühlte er sich im Duell mit Charles Leclerc vom eigenen Rennstall auch noch eingebremst. (DATENCENTER: Ergebnis des Russland-GP)

Vettel frustriert und ernüchtert

 "Ich will so was jetzt intern regeln", sagte er nach seinem vorzeitigen Aus mit versteinerter Miene, Vettel wirkte frustriert und ernüchtert. Denn am Rennsonntag war er der deutlich schnellere der beiden Ferrari-Piloten, trotzdem wies die Box ihn an, Leclerc vorbeizulassen: "Das habe ich nicht verstanden. Ich bin hier, um Rennen zu fahren."

Der nächste Tiefschlag in der verkorksten Saison des Deutschen kostete zudem auch Leclerc den möglichen Sieg, die Safety-Car-Phase warf den Monegassen zurück, am Ende holte er in Sotschi nur Rang drei noch hinter Hamiltons Teamkollegen Valtteri Bottas.

Für den Engländer war es nach drei Ferrari-Siegen in Serie der erste Erfolg seit Anfang August. "Das war genau das, was wir gebraucht haben. Wir geben niemals auf", funkte er.

Hamilton baut Führung aus

Hamilton führt im WM-Klassement jetzt noch deutlicher, mit 322 Punkten liegt er vor Bottas (249) und Leclerc (215). Fünf Rennen vor Saisonschluss ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann der sechste Titel des Briten auch rechnerisch perfekt ist. Vettel (194) ist längst abgeschlagen - dabei hatte er noch eine Woche zuvor so viel Hoffnung geschöpft. (Fahrerwertung der Formel 1)

Die Formel 1 war mit einer großen Frage im Gepäck nach Sotschi gereist: Wie ist die Stimmung zwischen Vettel und Leclerc nur wenige Tage nach dem Sieg des Deutschen in Singapur - der nur möglich war, weil sein Teamrivale die schlechtere Boxenstrategie verpasst bekam. Würde der offiziell verordnete und verkündete Friede halten?

Und bevor auch nur ein Meter gefahren war auf der Strecke rund um die Olympia-Arenen von 2014, kroch Leclerc schon öffentlich zu Kreuze: Seine Wut nach dem verpassten Sieg sei unangebracht gewesen, das Team liege richtig, mit Vettel gebe es keine Probleme, sagte er mit einem freundlichen Lächeln - und demontierte seinen Rivalen dann im Qualifying.

Mit mehr als vier Zehnteln Vorsprung auf den drittplatzierten Vettel raste er zur Pole-Position, es war seine vierte Pole in Serie - das hatte für Ferrari zuletzt Michael Schumacher vor 19 Jahren geschafft.

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Vettel setzt sich an die Spitze

Nur sechs Tage nach Vettels Comeback-Sieg in Singapur schienen die Verhältnisse bei Ferrari schon wieder geklärt, Leclerc wirkte unantastbar. Vettel hob sich seine Antwort allerdings für das Rennen auf.

Von Rang drei ging er zunächst mühelos am schwach gestarteten Hamilton vorbei, dann nutzte er den Windschatten auf den 890 Metern bis zum ersten Bremspunkt, um auch Leclerc ohne Probleme zu kassieren - der wehrte sich nicht. Offenbar gehörte das zur Ferrari-Strategie, um mit beiden Autos sofort an die Spitze zu kommen.

Denn Leclerc forderte schon wenig später via Funk: "Lasst uns die Positionen tauschen", und die Box bestätigte dies zunächst. Vettel hatte allerdings andere Pläne. An der Spitze war er klar schneller als Leclerc, der wiederum vergrößerte den Abstand auf den drittplatzierten Hamilton. "Lasst uns die Lücke noch vergrößern", funkte er. (Teamwertung der Formel 1)

Ansage an Leclerc: "Tauschen Plätze später"

Leclerc beschwerte sich nun wiederholt, doch auch den Ferrari-Strategen dämmerte, dass ein künstliches Einbremsen problematisch wäre. "Wir tauschen die Plätze später", wiesen sie den Monegassen knapp an: "Konzentriere dich auf dein Rennen, danke."

Die Reihenfolge blieb damit unverändert, Ferrari schien auf einen Doppelsieg zuzusteuern. Leclerc durfte als erster neue Reifen holen, dann jedoch überschlugen sich die Ereignisse: Vettel kam an die Box und fiel hinter seinen Teamkollegen zurück. Aufgrund der vorteilhaften Strategie des Monegassen kam das nicht überraschend.

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Nur wenige Kilometer nach der Boxenausfahrt meldete Vettel aber Probleme mit dem Hybrid-Antrieb, rollte aus - und der Ferrari stand so ungünstig, dass das Virtual Safety Car aktiviert werden musste, um den Boliden sicher zu entfernen. Das war die Chance für Hamilton, der noch nicht die Reifen gewechselt hatte, und Mercedes nutzte sie.

Während die Konkurrenz langsam um die Strecke schleichen musste, kam der Engländer zum Reifenwechsel und verlor so wenig Zeit, dass er an der Spitze blieb. Leclerc ging noch einmal an die Box, holte sich schnellere Reifen, doch er kam einfach nicht mehr an der Mercedes-Konkurrenz vorbei.