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Budapest - Lewis Hamilton entreißt Max Verstappen beim Großen Preis von Ungarn kurz vor Schluss den Sieg. Sebastian Vettel springt überraschend noch auf das Podest.

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Sebastian Vettel fügte sich nach dem atemberaubenden Showdown von König Lewis Hamilton und Kronprinz Max Verstappen klaglos in die Rolle des Statisten. "Ich bin ja froh, dass ich überhaupt ein bisschen Champagner bekomme", sagte der Ferrari-Star mit einem gequälten Lächeln - und überließ die Formel-1-Bühne am Hungaroring den Männern des Tages.

Weltmeister Hamilton im Mercedes hatte kurz vorher den nächsten Angriff des erneut herausragenden Red-Bull-Piloten Verstappen abgeschmettert.

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Drei Runden vor Schluss schob er sich auch dank einer taktischen Meisterleistung der Mercedes-Kommandozentrale noch am Niederländer vorbei und holte damit den Sieg beim Großen Preis von Ungarn, dem letzten Rennen vor der Sommerpause. (Teamwertung der Formel 1)

Vettel fuhr ein recht einsames Rennen, verdrängte in der Schlussphase aber seinen Teamkollegen Charles Leclerc noch von Rang drei.

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Hamilton erinnert an Lauda

"Ich bin müde", sagte ein völlig ausgelaugter Hamilton nach 70 Runden in der Hitze vor den Toren Budapests und seinem achten Saisonsieg, "aber so soll es ja auch sein. Es war schwierig, an Max vorbeizukommen, er hat gut verteidigt, jede Runde war eine Qualifying-Runde."

Und mit Blick auf den verstorbenen Team-Aufsichtsrat Niki Lauda fügte er an: "Wenn er heute hier wäre, dann würde er seine Kappe ziehen."

Das galt für Hamiltons Leistung ebenso, wie für die der Mercedes-Strategen, die sich scheinbar gegen die Vernunft und für einen zweiten Boxenstopp Hamiltons entschieden - und damit am Ende alles gewannen.

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"Wir enden als Zweiter, oder wir riskieren es", fasste Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Gedanken der Taktiker zusammen: "Lewis war nicht überzeugt, aber dann haben wir ihm gesagt: Es geht sich auf jeden Fall aus." Und so kam es dann auch. (Fahrerwertung der Formel 1)

Vettel nach Rennen unzufrieden

Vettels langweiliger Nachmittag endete zwar auf dem Podium, doch "das reicht nicht, um es Happy End zu nennen", sagte der Heppenheimer: "Wir haben heute eins auf die Mütze bekommen, es ist bitter, wenn so viel fehlt im Rennen. Wir alle brauchen jetzt diese Sommerpause, um unsere Batterien aufzuladen. Wir müssen uns aber auch Gedanken machen."

Valtteri Bottas im zweiten Mercedes enttäuschte als Achter, Renault-Pilot Nico Hülkenberg verpasste als Zwölfter die Punkte. Hamilton geht als Führender der WM-Wertung mit nun 250 Zählern in den Urlaub, Bottas (188) bleibt Zweiter. Verstappen (181) verpasste seinen dritten Sieg aus den vergangenen vier Rennen knapp und ist weiterhin WM-Dritter vor Vettel (156).

Am Samstag hatte Verstappen sich mit der ersten Pole Position seiner Karriere beste Voraussetzungen geschaffen, und im Rennen sah es lange auch sehr gut für ihn aus. Gleich beim Start versuchten zwar beide Mercedes-Fahrer mit aggressiven Manövern ihr Glück, doch Verstappen gab sich keine Blöße.

Bottas der große Verlierer

Stattdessen beharkten sich die beiden silbernen Autos, und Bottas war der große Verlierer: Er fiel zurück, im Duell mit Leclerc nahm dann sein Frontflügel Schaden - Bottas musste an die Box und war raus aus dem Rennen um die Spitze. 

Vorne zogen Verstappen und Hamilton gemeinsam auf und davon, die Ferrari konnten nicht folgen. Als das Boxenstopp-Fenster sich langsam öffnete, holte Red Bull seinen Piloten zuerst rein. Mercedes ließ Hamilton noch eine Weile draußen, der dadurch in den folgenden Runden Zeit verlor.

Es wirkte zunächst wie ein Fehler, doch als Hamilton wenig später selbst neue Reifen bekam, fuhr er danach in einer eigenen Liga. Zwei Sekunden holte der Engländer in einer Runde auf Verstappen auf und hing schon wenig später im Heck des Gegners.

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Mercedes mit zweitem Stopp erfolgreich

Hamilton ritt gleich mehrere harte Attacken, Verstappen wehrte sich erfolgreich, und der Weltmeister kam bei einem seiner Versuche kurzzeitig von der Strecke ab. "Was soll ich denn noch machen, ich kann den Druck nicht so hoch halten", funkte er an die Box. Die erste Attacke war abgewehrt.

Mercedes setzte nun auf den überraschenden nächsten Stopp, Hamilton musste bei noch 20 Runden etwa 20 Sekunden aufholen. "Ich weiß nicht, ob das der richtige Move war", funkte er - doch der Kommandostand sollte Recht behalten, Hamilton war mit frischen Reifen der große Sieger des Showdowns.