München - In Sotschi gerät zweite Qualifikations-Abschnitt zur Farce. Alle Fahrer, die auf die Strecke gehen, kommen weiter. F1-Fahrer wie Ricciardo fordern Änderungen.

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Immer wieder stehen die Qualifying-Regeln der Formel 1 in der Kritik, weil sie speziell in Q2 und Q3 die Taktik in den Vordergrund rücken, was nicht selten zu wenig Action auf der Strecke führt. (Formel 1, Sotschi: Rennen ab 13.10 Uhr im LIVETICKER)

Besonders extrem war dies nun in Sotschi der Fall, denn es gab überhaupt keinen Wettkampf darum, wer an der letzten Qualifying-Session teilnehmen darf. Von den 16 qualifizierten Fahrern gingen lediglich zehn im zweiten Abschnitt auf die Strecke - und somit kamen alle quasi kampflos weiter. Das Q2 geriet zur Farce.

Premiere für Sauber

Sowohl Red Bull als auch Renault und Toro Rosso hatten ihre Autos in der Boxen stehen lassen. Bei Sauber durfte man sich freuen, da sich so erstmals in dieser Saison beide Piloten für das Q3 qualifizierten - doch anderen Fahrern bereitete diese Situation deutlich weniger Spaß.

"Es sollte eine Regel geben, die dich dazu zwingt, auf die Strecke zu gehen", haderte Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo, der einer der Fahrer war, die von seinem Team in Q2 nicht auf die Strecke geschickt wurden.

Ricciardo fordert Regeländerung

Der Australier ist genervt und fordert eine Regeländerung: "Du weißt schon beim Aufwachen, dass du heute nur acht oder neun Runden fahren wirst. Es wäre schön, wir könnten mehr fahren, aber aus taktischen Gründen schonst du natürlich den Motor."

Auch Renault-Pilot Nico Hülkenberg zählte zu den Q2-"Verweigerern", was ihm selbst wenig Freude bereitete. Doch die Umstände hätten sein Team zu dem "langweiligen" Qualifying gezwungen.

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Dank der Strafversetzungen der Red-Bull-Piloten darf Hülkenberg nun von Platz 12 starten und hat freie Reifenwahl - ein wichtiger Vorteil, den die Fahrer außerhalb der Top 10 genießen.

Geht es so weiter, wird sich die Formel 1 aber sicher anschauen müssen, ob man diese Regel in Zukunft wieder ändert.