Formel 1: Sebastian Vettel spricht über seine WM-Chancen mit Ferrari, Sebastian Vettel liegt in der WM-Wertung auf dem zweiten Platz
Sebastian Vettel liegt in der WM-Wertung auf dem zweiten Platz © Getty Images

Sebastian Vettel gibt im Kampf um den WM-Titel noch lange nicht auf. Trotz 40 Punkten Rückstand sieht sich der Ferrari-Pilot in einer guten Ausgangsposition.

Sebastian Vettel glaubt trotz Platz drei in Singapur und angesichts seiner 40 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton in der WM-Wertung weiter an den Titel. "Erstens: Weil ich es kann. Das habe ich viermal bewiesen", sagte der Ferrari-Star im Gespräch mit Sport Bild: "Zweitens: Weil wir ein Auto haben, mit dem ich spielen kann und das auf Augenhöhe mit Mercedes ist."

Das Ergebnis in Singapur mit dem Sieg seines großen Konkurrenten Lewis Hamilton habe ihm im Kampf um den Titel zwar nicht geholfen, gab Vettel zu: "Aber immer noch gilt, dass wir uns nur selbst schlagen können. Das ist eine gute Ausgangsposition. Ich kann immer noch aus eigener Kraft Weltmeister werden und werde weiterkämpfen."

Ferrari und Vettel leisten sich Fehler  

Zuletzt ließ ein Mix aus Fehlern von Vettel und vom Team den Rückstand auf Mercedes immer weiter anwachsen. Nach eigenen Ausrutschern wie dem in Hockenheim gehe er zwar hart mit sich ins Gericht, sagte Vettel, aber: "Irgendwann ist auch gut. Klar, es ist enttäuschend, wenn man Rennen gewinnen kann und es dann nicht tut. Aber gewisse Dinge, wie der harte Zweikampf mit Lewis in Monza, gehören zum Rennfahren dazu."

Er gehe jedenfalls bei keinem Rennen an den Start mit dem Ziel, Fünfter zu werden oder unter seinen Möglichkeiten zu bleiben. "Wenn man sich zu sehr zurückhält, weil man nur an die WM denkt, ist man – davon bin ich überzeugt – nicht erfolgreich", sagte Vettel: "Hätte ich in Abu Dhabi 2012 Jenson Button nicht mit viel Risiko überholt, wäre ich nicht Weltmeister geworden, weil mir später genau diese Punkte gefehlt hätten."

An seinem aggressiven Fahrstil und riskanten Strategien des Teams will er deshalb auch nicht rütteln: "Mein Fahrstil hat mir schon vier WM-Titel und 52 Siege gebracht. Natürlich ist mir bewusst, dass bei einer gewissen Portion Risiko auch mal was in die Hose gehen kann. Aber wenn man sich zu sehr von der Angst den Weg diktieren lässt, führt das zur Lähmung und macht auch keinen Spaß."

Für riskante Strategien wie die in Singapur, als Ferrari Vettel zu früh zum Reifenwechsel in die Box holte, werde er sein Team immer verteidigen, sagte der Heppenheimer: "Formel 1 ist ein Mannschaftssport. Man gewinnt und verliert zusammen."

Vettel würde gerne Schumacher um Rat fragen

Gerne würde sich Vettel in der aktuellen Situation den Rat von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher einholen. "Wenn er gesund wäre, würde ich ihn nach vielen Dingen fragen", sagte Vettel: "Nicht unbedingt, wie ich zu fahren habe. Sondern nach Dingen, die sich hinter den Kulissen abspielen. Nach der Zusammenarbeit im Team, der Politik in der Formel 1. Da hat er ja sehr viel Erfahrung aus seiner Zeit mit Ferrari."

Schumacher stand von 1996 bis 2006 bei Ferrari unter Vertrag. In dieser Zeit gewann der heute 49-Jährige fünf seiner insgesamt sieben WM-Titel. Seit seinem schweren Ski-Unfall im Dezember 2013 ist Schumacher nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetaucht.