München - Auf dem Weg zum Titel ist Ferrari jedes Mittel recht. Um das eigene Auto vor ungewünschten Blicken zu schützen, greift man bei den Roten zu ungewöhnlichen Mitteln.

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Geheimniskrämerei wird bei Ferrari auch in dieser Saison groß geschrieben.

Und die Scurderia ist dabei sehr kreativ - aktuell lassen die Italiener kaum etwas unversucht, um einen Trick zu finden, damit die Konkurrenz nicht über die Onboard-Kamera ins Auto von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen spitzeln kann.

Neuste Methode der Scuderia vor dem Großen Preis von Singapur (Formel 1: Großer Preis von Singapur am Sonntag, ab 14.10 Uhr im LIVETICKER): Ein Airbox-Kühler soll den Blick ins Innere des SF71H blockieren, wenn dieser in der Garage oder in der Startaufstellung steht.

Der Verdacht, dass die Form extra so gestaltet wurde, damit die Kamera keinen Blick ins Cockpit und auf das Lenkrad erhält, liegt zumindest nahe.

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Ferrari deckt Onboard-Kamera mit Trockeneis ab

Bereits vor einigen Wochen hatte man bei den Italienern für Aufsehen und Verwunderung gesorgt, indem man immer dann einen Beutel Trockeneis auf die Kamera gelegt hatte, wenn das Auto abgestellt wurde.

Zunächst hatten Insider dahinter eine Methode vermutet, mit der das Überhitzen der Kamera verhindert werden soll.

Auch wurde darüber gemutmaßt, dass es sich dabei um einen Trick handeln könnte, der für einen kurzzeitigen Leistungszuwachs vor dem Qualifying oder dem Rennstart sorgen könnte.

Der Hauptgrund dieser ungewöhnlichen Maßnahme war laut Motorsport-Total.com allerdings, der Konkurrenz unerwünschte Einblicke ins eigene Fahrzeug zu verwehren.

Denn: In den Kameras des FOM (Formula One Management) sind GPS-Sensoren verbaut, um den Teams dabei zu helfen, möglichst präzise Daten zu sammeln.

Technik-Panne bringt sensible Daten in Umlauf

Diese können ebenso wie die TV-Bilder beim FOM gekauft werden - von allen Teams und weiteren externen Parteien. Nachdem FOM jedoch einmal vergessen hatte, die Kamera vom Datenkabel zu trennen, als man in der Ferrari-Box gerade am Auto arbeitete, gelangten diese sensiblen Daten irrtümlicherweise in den Contentpool.

Um eine Wiederholung auszuschließen, deckt man bei Ferrari seitdem die Kameras immer ab, wenn das Auto nicht gerade in Betrieb ist.

Das wiederum war dem FOM ein Dorn im Auge, der Weltverband FIA teilte daraufhin der Scuderia vor dem Heimspiel in Monza mit, dass der Kühlbeutel mit sofortiger Wirkung verboten sei.

Zunächst hatte man daraufhin versucht, die Sicht der Kamera mit einem Schirm zu verdecken. Nun zündet Ferrari mit dem neudesignten Airbox-Kühler die nächste Trick-Stufe. Die FIA hat den neuen Kniff bereits zur Kenntnis genommen, jedoch noch nicht über dessen Zulässigkeit entschieden.

Ferrari ist allerdings nicht das einzige Team mit dieser Art von Spionage-Abehr - WM-Konkurrent Mercedes sorgt ebenfalls mit einem wuchtigen Kühler für eingeschränkte Sicht. 

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