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Nach dem Sieg von Max Verstappen zeigt sich die Presse von der Leistung des Niederländers begeistert. Mercedes muss dagegen Kritik einstecken. Die Pressestimmen.

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Max Verstappen hat den Großen Preis von Österreich gewonnen und seinem Team Red Bull auf dessen Heimstrecke einen perfekten Tag beschert. Die Presse überschüttet den Niederländer anschließend mit Lob.

Nach dem miserablen Ergebnis für Mercedes stehen die Silberpfeile in der Kritik. Vor allem die Haltung von Toto Wolff sorgt für Unverständnis. Die italienische Presse zeigt sich dagegen vom Rennausgang begeistert und wünscht sich weitere Sonntage dieser Art.

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SPORT1 fasst die Pressestimmen zum Österreich-Grand-Prix zusammen.

ENGLAND

The Guardian: "Braucht noch jemand einen Beweis, dass die diesjährige Formel-1-Weltmeisterschaft zu einem Abnutzungskampf wird, an dessen Ende einer stehen bleibt? Hamiltons WM-Führung ist dahin, und der britische Fahrer steht vor der Herkules-Aufgabe, sich neu zu fokussieren und am kommenden Wochenende sein Bestes für den britischen Grand Prix zu geben. Niemand konnte leugnen, dass Verstappen den Sieg verdiente. Er fuhr perfekt, während Mercedes in mehr als einer Hinsicht zusammenbrach."

Daily Mail: "Toto Wolff bekennt sein Leid nach dem doppelten Mercedes-Aus. Aber trotz des Desasters beim Großen Preis von Österreich sieht er keinen Änderungsbedarf. Ein wuterfüllter Hamilton hatte Mercedes bereits am Funk beschuldigt, ihm einen leichten Sieg zu kosten, und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison."

The Telegraph: "Ein wütender Lewis Hamilton fordert kugelsichere Antworten auf die Mercedes-Schnitzer."  (SERVICE: Die Fahrerwertung)

The Sun: "Der Doppel-Ausfall ist ein Hammerschlag für die Mercedes-Bosse und lässt neue Fragen an der Zuverlässigkeit des neuen Motors aufkommen."
   
ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Könnte Ferrari doch öfters solche Sonntage erleben! An einem Tag, an dem Maranello nicht zum Siegen in der Lage war, ist Ferrari an die Spitze der Fahrer- und Konstrukteurs-WM geklettert. Doch man muss einige Fragen stellen: Hätte Vettel siegen können? Warum hat Räikkönen nicht entschlossener Verstappen angreifen können? Hat Ferrari noch unausgeschöpftes Potenzial? Das Auto ist stärker als es die Resultate zeigen."

Corriere della Sera: "Ferrari regiert in Zeltweg. Es schien kein positives Wochenende für Ferrari zu werden, doch die Unvorhersehbarkeit der Formel 1 hat Vettel wieder an die Spitze geführt. Der SF71H war am Sonntag ein Superauto. Red Bull gewinnt jedoch zunehmend an Vertrauen und profitiert von den Problemen der Rivalen."

Tuttosport: "Ferrari kommt an die Spitze dank des Pechs der Gegner. Hamilton muss eine schwere Enttäuschung hinnehmen. Es braucht wenig, bis sich in der Formel 1 der Wind dreht. Mercedes hatte bisher alles auf dem Red Bull Ring gewonnen, doch diesmal muss Hamilton eine Demütigung einstecken."

La Repubblica: "Verstappen fährt endlich ein Rennen wie ein reifer Pilot. Der Niederländer bringt die Kritiker zum Schweigen, hält sich von Problemen fern und verteidigt bis zum Ziel die Führungsposition. Er beweist, dass er gereift ist. Hamilton erlebt einen schwarzen Tag. Vettel glänzt nicht wirklich."

Corriere della Sera: "Ferrari feiert an Hamiltons schwarzem Tag. Für den Weltmeister ist die Niederlage schwer zu verkraften. 2016 hatte er zuletzt das Ziel nicht erreicht. Toto Wolff muss seine Fehler zugeben. Ferrari ist bei den letzten zwei Grands Prix stark gewachsen, doch der Durchbruch ist noch nicht geschafft. Hamilton ist alles andere als besiegt und der WM-Titel noch in weiter Ferne." (SERVICE: Die Teamwertung)
   
SPANIEN

Marca: "Verstappen gewinnt, Katastrophe für Mercedes. Max Verstappen holt sich einen der seltsamsten Siege in der Geschichte der Formel 1. Mercedes hatte alles im Griff, pennte aber nach dem Ausfall von Bottas. Es war ein schwarzer Tag für das Team von Toto Wolff. Nutznießer war insbesondere Sebastian Vettel, zuerst durch sein Überholmanöver gegen Lewis Hamilton und dann durch dessen Ausfall."

AS: "Die Mercedes-Boliden mussten die Segel streichen, erster Saisonsieg für den fliegenden Holländer. Es wurde ein bitterer Nachmittag für die Silberpfeile. Vettel schlug genau im richtigen Moment zu, für ihn ist es ein moralisch eminent wichtiger Erfolg über seinen direkten Rivalen Lewis Hamilton. Die WM bleibt weiterhin sehr spannend."

Sport: "Verstappen holt sich den Sieg an einem Chaos-Tag von Mercedes. Ein sehr ärgerlicher Tag für Hamilton, der sechs Runden vor der Zielflagge aufgeben muss. Der Holländer Verstappen ist momentan gut drauf, an kräftiger Unterstützung von seinen Landsleuten hat es ihm in Österreich nicht gefehlt."

El Mundo Deportivo: "Mercedes übergibt den Triumph an Verstappen und die WM-Führung an Sebastian Vettel. Der Niederländer setzt sich gegen Räikkönen und Vettel durch in einem desaströsen Rennen für Mercedes. Es war wie verhext für Mercedes in den Bergen von Zeltweg. Sie hatten den Erfolg selbst in der Hand, doch es lief alles schief, was nur schief laufen konnte. Das kam Vettel sehr entgegen, der jetzt in der Gesamtwertung vor Hamilton liegt. Alles änderte sich für Mercedes schlagartig nach der Aufgabe von Bottas. Die WM lebt! Und wie!"
   
ÖSTERREICH

Kronenzeitung: "Das Heimmärchen ist im fünften Anlauf endlich wahr geworden, Verstappen machte es möglich. Der Triumph des 20-Jährigen steht für die 'Bullen' sicher auf einer Stufe mit dem ersten Sieg der Teamgeschichte 2009 - denn zu Hause ist's halt am schönsten. Super-Seb ist zurück! Platz drei war ein gefühlter Sieg."

Kleine Zeitung: "Heimsieg für den Holländer, Max Mania im orangen Heimspiel. Verstappen fuhr ein souveränes Rennen, fehlerfrei, makellos, auch ohne draufgängerische Einlagen. Wie schnell Red Bull im Rennen zurück auf die Ideallinie gefunden hat, war berauschend. Da muss man sich als Bergvolk auch mit dem Flachländer Verstappen freuen. Und so feiert man eben mit den 20.000 Oranjes. Ein ganz spezielles und einzigartiges Sommermärchen."
   
NIEDERLANDE

De Telegraaf: "Verstappen und das Wunder von Spielberg! Eigentlich war es zu schön, um wahr zu sein. Eigentlich konnte es gar nicht passieren. Aber es ist passiert. Denn die Schönheit des Spitzensports ist in erster Linie das Streben nach dem Unmöglichen. Grenzen verschieben, auch gegen alle Vorurteile. Wie der vierte Grand-Prix-Triumph von Max Verstappen. Vor den Augen von 15.000 Niederländern und in der Heimat seines Sponsors gewann er ein Rennen, das er nicht wirklich gewinnen konnte."

Algemeen Dagblad: "Was ein schwieriges Wochenende zu werden schien, verwandelte Max Verstappen in Österreich in eine große Oranje-Party."

FRANKREICH

L'Equipe: "Mercedes fängt wieder bei Null an. Es war ein Grand Prix für die Geschichtsbücher."
   
SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: "Verstappen siegt dank der Missgeschicke von Mercedes."

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