Fernando Alonso übt scharfe Kritik am Monaco-Grand-Prix
Fernando Alonso übt scharfe Kritik am Monaco-Grand-Prix © Getty Images

Fernando Alonso und weitere Fahrer beklagen sich nach dem Großen Preis von Monaco über die fehlende Spannung. Die Stimmen zum Monaco-GP.

Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo hat beim Großen Preis von Monaco einen Start-Ziel-Sieg gefeiert.

Der Australier siegte vor Sebastian Vettel (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes). In der WM-Wertung führt Hamilton nach sechs von 21 Rennen mit 110 Punkten immer noch recht deutlich vor Vettel (96), der auch im vierten Anlauf seinen 50. Grand-Prix-Sieg verpasste. 

Nach dem Rennen beklagen sich gleich mehrere Piloten über die mangelnde Spannung während des Rennens.

SPORT1 fasst die Stimmen von RTLSkyUK der Pressekonferenz und aus der Boxengasse zusammen:

Daniel Ricciardo (Red Bull), Platz 1: "Heute kann ich ein bisschen mehr Emotionen zeigen. Das war die Wiedergutmachung für 2016. Wir hatten Probleme, die uns das gesamte Rennen über in Atem hielten. Noch vor der Rennhälfte spürte ich einen Leistungsverlust und dachte schon, das war's! Es gab Phasen, da bin ich wirklich herumgecruist, weil überholen hier so schwierig ist. Doch wir schafften es ins Ziel, indem wir nur noch sechs Gänge (von acht) verwendeten. Danke an das Team, wir haben es hingekriegt."

Sebastian Vettel (Ferrari), Platz 2: "Wir hatten die Geschwindigkeit.Es war ein schwieriges Rennen. Ich habe versucht zu pushen, aber er war stärker. Wir waren nie wirklich gefährlich – auch nicht, als er das Problem hatte. Ich habe Zeit auf der Geraden gut gemacht, aber in Monaco gibt es nicht so viele. Es ist klar, dass man sich dahinter ein bisschen schwer tut, was das Handling der Reifen angeht. So hat er es geschafft, in den drei Kurven vor dem Tunnel genügend Puffer herauszufahren, sodass ich nicht entscheidend dran war. Ich habe ein paar Mal probiert, mich zurückfallen zu lassen, aber es hat leider nicht gereicht. Beim Restart nach dem Virtual Safety Car hatte ich nicht mehr das Vertrauen in die Reifen."

Lewis Hamilton (Mercedes), Platz 3: "Gratulation an Red Bull und Dani. Sie waren immer die Schnellsten über das ganze Wochenende. Ich habe alles versucht. Es wäre schöner gewesen Zweiter zu sein, aber ich habe alles gegeben."

... über die Spannung im Rennen: "Ab Runde sechs sind wir herumgecruist. Wirklich, wir sind herumgecruist. Das war kein echtes Racing. Wir fuhren einfach nur durch. Ob das so spannend war für die Zuschauer, weiß ich nicht."

Fernando Alonso (McLaren-Honda), ausgefallen: "Ich glaube, es war das langweiligste Rennen aller Zeiten. Es gab keine Safety-Car-Phase, kaum gelbe Flaggen. Wir müssen uns ein bisschen Gedanken machen über die Show. Denn das ist einfach nur enttäuschend.Du folgst einfach nur den Autos vor dir. Aber so ist das in Monaco: Du startest von einer Position und fährst auf dieser Position ins Ziel. Nur leider hatten wir einen Defekt und verloren gute Punkte."

Max Verstappen (Red Bull), Platz 9: "Es war ein schwieriges Rennen, ich habe viel überholt und habe noch zwei Punkte geholt. Das ist okay."

über das Manöver gegen Sainz: "Ich habe später gebremst und dann über die Curbs überholt. Berührungen gehören dazu."

Kimi Räikkönen (Ferrari), Platz 4: "Ich wusste nach dem Qualifying, dass wenn im Rennen nichts passiert, werde ich keine Chance haben."

... über das Rennen: "Es ist ja nicht viel passiert. Der Start ist das Entscheidende, danach fährst du hintereinander her. Wer vorne ist, gibt das Tempo vor. Es braucht schon einen großen Fehler, dass du vorbeikommst. Und so fuhren wir 70 Runden oder mehr im Kreis bis ins Ziel. Extrem spannend war das sicher nicht."

Helmut Marko (Red-Bull-Motorsportberater): "Es war ein ernstes Problem. Doch Daniel hat es hingekriegt. Unglaublich! Ich denke nicht, dass das ein anderer Fahrer geschafft hätte. Erst schien es, als würde das Problem ihn einbremsen. Dann veränderte er die Einstellungen und passte seinen Fahrstil an."

Christian Horner (Red-Bull-Teamchef): "Daniel ist ein unglaubliches Rennen gefahren. Er gab nie auf. Es war, als wäre es eine Kaffeefahrt. Ich kann ihn nicht ausreichend genug dafür loben. Er ist der perfekte Rennfahrer."

... über ein mögliches Herausnehmen von Ricciardo: "In Runde 17 oder 18 haben wir die MGU-K verloren. Dadurch war Daniel 2,5 Sekunden langsamer pro Runde. Dann muss man die Bremstemperatur, Benzin und die Reifentemperaturen managen. Das Team sagte mir, dass wir das Auto in zwei Runden hereinholen und abstellen müssten. Aber wenn du in Monaco führst, gibst du nicht auf! Und Daniel blieb cool."

Nico Hülkenberg (Renault), Platz 8: "Das war heute das bestmögliche, wir haben es gestern mit dem schlechten Qualifying vermasselt. Ich habe Verstappen mit seinem Anhänger genau beobachtet, denn er ist immer für eine Attacke gut."

Charles Leclerc (Sauber) ausgefallen: "Mir geht es gut. Ich wollte bei meinem Heim-Grand-Prix eine gute Leistung zeigen. Die Bremse ging kaputt und ich konnte nicht mehr reagieren und prallte in Hartley rein. Das mit der Bremse habe ich schon drei vier Runden vorher gemerkt."

Brendon Hartley (Toro Rosso) ausgefallen: "Ich habe den Crash nicht kommen sehen."

-----

Lesen Sie auch:

Darum blieb Vettels Attacke aus

Krisensitzung bei Red Bull wegen Verstappen