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Die Übergriffe auf Formel-1-Teams am Renn-Wochenende in Brasilien sorgte für Aufruhr. Nico Hülkenberg fordert in seiner SPORT1-Kolumne erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.

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Liebe Formel-1-Fans,

ich bin absolut froh, dass wir beim Großen Preis von Brasilien am vergangenen Wochenende mal wieder die Zielflagge gesehen haben. Ein Punkt ist natürlich nicht eine riesen Ausbeute, insgeheim hatten wir uns mehr erhofft. Aber nach mehreren Schäden in den letzten Wochen sind wir ein wenig auf Sicherheit gefahren.

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Wir haben die Motorleistung herunter gedreht, um kein Risiko einzugehen. Deshalb konnten wir eigentlich nicht viel mehr erwarten. Im letzten Rennen wollen wir jedoch noch einmal alles geben müssen, um noch den sechsten Platz in der Konstrukteurswertung zu erreichen - was natürlich auch aus finanziellen Gründen wichtig wäre.

Die Chancen stehen gut, dass wir uns gegen Toro Rosso und Haas behaupten können. Die Strecke in Abu Dhabi liegt uns besser als die in Sao Paulo. Die langsamen Kurven kommen unserem Auto entgegen. Wir haben zwei Autos, die in der Lage sind, in die Punkte zu fahren. Deshalb ist alles möglich.

Genau wie bei uns lief es auch bei Sebastian Vettel besser in Brasilien. Er demonstrierte durch seinen Sieg, dass für Ferrari in diesem Jahr eigentlich mehr drin gewesen wäre. Nach der Sommerpause ist bei Ferrari viel schief gelaufen. Vettel war WM-Führender. Dann ist es ihnen irgendwie durch die Finger gerutscht. Gleichzeitig haben Mercedes und Hamilton einen extrem guten Job gemacht. Trotzdem hat man gesehen, dass Ferrari ein starkes Paket hat und sie in diesem Jahr auf Augenhöhe mit Mercedes waren.

Neben den sportlichen Ereignissen zog ein sehr unschönes Thema die Aufmerksamkeit auf sich: Die Überfälle, die es in Brasilien auf die Silberpfeile und andere Teams gab. Ich persönlich habe davon überhaupt nichts mitbekommen. Die Vorfälle haben sich sehr spät ereignet, als die Mechaniker die Strecke verlassen haben. Zum Zeitpunkt der Abfahrt befindet sich keine Polizei mehr an der Strecke.

Die Gegend ist ein sozialer Brennpunkt, das ist bekannt. Die Teams können nicht viel tun, um solche Dinge zu vermeiden. Eher müssen die Stadt und die Polizei präsenter und länger vor Ort sein, damit die Sicherheit gewährleistet ist.

Zum Schluss aber noch etwas Positives! Die Veränderungen der Formel 1, die unter den neuen Besitzern umgesetzt werden, gefallen mir gut. Es sind zwar nur Kleinigkeiten, wie etwa die besondere Fahrerpräsentation in Austin, dennoch sind sie spürbar und bringen frischen Wind rein. Die Königsklasse wird dadurch modernisiert und spricht etwas mehr das jüngere Publikum an.

Auf bald!
Euer Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg fährt seit dieser Saison für das französische Werksteam Renault. In seiner neuen SPORT1-Kolumne wird er nach jedem Rennen von der Königsklasse berichten.