Lewis Hamilton macht mit seinem Sieg in Austin einen großen Schritt in Richtung WM-Titel
Lewis Hamilton macht mit seinem Sieg in Austin einen großen Schritt in Richtung WM-Titel © Imago
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Austin - Mercedes-Star Lewis Hamilton lässt es nach dem Sieg in Austin mit Usain Bolt krachen. Nur wenige Punkte fehlen ihm zum Titel. Aber er wundert sich über Vettel.

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Auf dem Siegerpodest von Austin machte der schier unschlagbare Lewis Hamilton mit seinem persönlichen Ehrengast Usain Bolt den berühmten "Blitz", dennoch muss der Mercedes-Star seine Titelparty nach seinem neunten Saisonsieg um mindestens eine weitere Woche verschieben.

Mit Platz zwei wahrte Ferrari-Star Sebastian Vettel zwar seine theoretische Chance, doch am kommenden Sonntag in Mexiko reicht Hamilton bereits ein fünfter Platz für seinen vierten WM-Titel. (Fahrerwertung der Formel 1)

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"Es ist unglaublich, hier mit dir vor diesem fantastischen Publikum zu stehen", sagte Hamilton zu Bolt, den er vor dem Rennen in einem giftgrünen Mercedes-Sportwagen um den Kurs chauffiert hatte.

Vettel war sichtbar frustriert, hatte er doch mit dem Sieg in Austin gerechnet: "Es ist sicher nicht das Ergebnis, das wir erwartet hatten", sagte er zu Bolt: "Gerade du musst doch wissen, dass man immer der Schnellste sein möchte."

WM-Chancen von Vettel sinken weiter

Seinen Traum vom fünften WM-Titel muss Vettel mit 66 Punkten Rückstand bei drei noch ausstehenden Rennen wohl endgültig begraben, dagegen sicherte sich Mercedes durch den Sieg von Hamilton und Platz fünf von Valtteri Bottas zum vierten Mal in Folge die Konstrukteurs-WM.

"Danke, Jungs, danke, ihr habt wieder einen brillanten Job gemacht", funkte Hamilton in der Auslaufrunde an die Box. (Das Rennen zum Nachlesen im Ticker)

Nur kurz freute sich Max Verstappen im Red Bull über Platz drei, der Niederländer wurde nach einem gewagten Überholmanöver gegen Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen kurz vor dem Ziel allerdings wieder auf Platz vier zurückgestuft.

Hamilton verliert Startduell gegen Vettel

Hamilton verlor auf "meiner neuen Lieblingsstrecke" nur kurz die Kontrolle. Nachdem Box-Ringsprecher Michael Buffer Vettel und Co. spektakulär präsentiert hatte, der Heppenheimer und Hamilton wie die Gladiatoren durch einen dunklen Tunnel zu ihren Autos geschritten und die Lampen ausgegangen waren, düpierte Vettel seinen Konkurrenten in der ersten Kurve.

Der 30-Jährige kam beim Start deutlich besser weg und quetschte sich mit einem harten Manöver an dem Briten vorbei. (Rennkalender der Formel 1)

Die Hoffnungen auf den Sieg währten aber nicht allzu lange: Hamilton blieb anschließend cool und ließ sich nicht abschütteln, er legte sich Vettel anschließend zurecht und zog in Runde sechs wieder vorbei.

Hamilton sieht Fehler bei Vettel

Laut Hamilton habe Vettel zuvor einen taktischen Fauxpas begangen. "Ich dachte erst, ich müsste ihm folgen und auf die Boxenstopps warten. Ich sah jedoch, wie viel Druck er machte und merkte, wie gut ich mit meinen Reifen auskomme. So wie er durch die Kurven gefahren ist, hat er seine gekillt", erklärte Hamilton, der sich mit einigen guten Runde ein bisschen Luft verschaffte.

Zudem war der Brite überrascht, dass sich Vettel beim Überholmanöver kaum wehrte. "Wir haben schnell gemerkt, dass wir die Pace von Mercedes nicht mitgehen können", sagte Vettel.

Auch nach den ersten Boxenstopps änderte sich das Bild nicht, obwohl Hamilton nach seinem Reifenwechsel nur hauchdünn vor Vettel zurück auf der Strecke war. "Das war aber ganz schön knapp Jungs, warum haben wir denn so lange gewartet?", funkte Hamilton an die Box.

Stallorder bei Ferrari

Und schaffte dann wieder Abstand zwischen sich und Vettel. Dieser stoppte im Gegensatz zu Räikkönen und Bottas nochmal. Während er sich an Bottas vorbei kämpfen musste, ließ ihn Räikkönen dann im Sinne der Stallregie passieren.

Dass er schon in Austin Weltmeister werden würde, damit hatte Hamilton ohnehin nicht gerechnet. "Sebastian ist voll dabei, und wenn er keinen dummen Fehler macht - den er nicht machen wird, weil er ein viermaliger Weltmeister ist - wird der Kampf weitergehen", hatte er vor dem Rennen gesagt. Einen echten Fehler machte Vettel wirklich nicht, aber er verpasste nach seiner Führung auch die nächste Chance.

Hamilton macht Bolt Angst

Eine beeindruckende Show lieferte Hamilton auch schon vor dem Rennen ab: Als Chauffeur raste er mit der sichtlich beeindruckten Sprintlegende Usain Bolt in einem Sportwagen über die Strecke und ließ bei einigen Donuts auch die Reifen qualmen.

"Das war der spaßige Teil, der Rest war ein bisschen beängstigend", sagte Bolt und meinte: "Lewis wird gewinnen, keine Frage." Er sollte Recht behalten.

Für die anderen beiden Deutschen war das Rennen früh beendet. Nico Hülkenberg aus Emmerich, der nach einer Strafversetzung von Platz 18 starten musste, fiel wegen eines technischen Defekts aus. Für Sauber-Pilot Pascal Wehrlein (Worndorf) war nach einer Kollision mit Kevin Magnussen (Haas) Feierabend.