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Nico Hülkenberg spricht in seiner SPORT1-Kolumne über die Strafe gegen Max Verstappen und äußert sich zu den Gerüchten um eine neue Startaufstellung.

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Liebe Formel-1-Fans,

das Rennen in Austin lief leider nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Mit dem Einsatz des neuen Motors war bereits vorher klar, dass ich vom Ende des Feldes starten muss. Das neue Aggregat  war aber dringend nötig. Zum einen, weil wir mit dem alten Motor die restliche Saison nicht durchgehalten hätten,  zum anderen konnten wir nun bereits einige Tests für die neue Saison durchführen.

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Nach dem Rennstart konnte ich mich sogar auf Platz 14 vorkämpfen, aber schon in der zweiten Runde gab es wieder Probleme. Wir haben den Öldruck am Motor verloren und dann blieb mir nichts anderes übrig, als in der vierten Runde meinen Wagen abzustellen.

Trotzdem bin ich für das nächste Rennen in Mexiko zuversichtlich. Wir haben bei meinem neuen Teamkollegen Carlos Sainz gesehen, dass unser Auto ein gutes Paket hat. Carlos ist auf Anhieb in die Punkte gefahren, daran können wir anknüpfen. Wir brauchen einfach ein gutes Wochenende ohne technische Probleme, dann werden wir auch wieder Punkte einfahren.

In Austin stand neben Sieger Lewis Hamilton vor allem die Strafe gegen Max Verstappen im Vordergrund. Seine Bestrafung ist ein zweischneidiges Schwert. Es gab andere Situationen, in denen Fahrer neben die Strecke gefahren sind und eventuell einen Vorteil hatten.

Die Beurteilung dieser Szene ist aber wirklich schwierig. Kimi zieht in dem Moment etwas rein und Verstappen geht deswegen auch nach innen. Solche Situationen sind immer ziemlich schwierig. In Tausendstel von Sekunden muss man eine Entscheidung treffen. So etwas gibt es in der Formel 1 immer wieder und ich kann Max verstehen. Es war einfach eine unglückliche Situation.

Auch von den Gerüchten über eine mögliche neue Start-Aufstellung habe ich gehört. Für mich wäre das völlig in Ordnung. Ich glaube auch nicht dass es dadurch mehr Unfälle geben würde. Das größte Problem sehe ich bei den Rennstrecken selbst.

In Monaco wäre es alleine aufgrund des Platzes nicht möglich, drei Autos nebeneinander in eine Start-Reihe zu stellen. Über solche Themen werden sich die Verantwortlichen nach der Saison aber bestimmt Gedanken machen

Abgesehen von möglichen Änderungen in der kommenden Saison steht für mich eine Entscheidung auf jeden Fall fest: Sebastian Vettel kann den Titel in diesem Jahr abschreiben. Bei der Form, in der Lewis Hamilton und die Mercedes-Crew gerade sind, ist es nahezu unmöglich, sie zu schlagen. Die Chancen für Ferrari stehen sehr schlecht.

Bereits am kommenden Wochenende geht es in Mexiko mit dem nächsten Rennen weiter. Ich freue mich auf einen spannenden und engen Kampf mit meinem neuen Teamkollegen Carlos Sainz. Er ist ein hervorragender Fahrer, der auf Anhieb schnell und gut unterwegs war. Meine Motivation ihn zu schlagen ist riesig.

Auf bald!
Euer Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg fährt seit dieser Saison für das französische Werksteam Renault. In seiner SPORT1-Kolumne berichtet er seit Jahresbeginn nach jedem Rennen von der Königsklasse.