Sebastian Vettel ist im Visier von Jean Todt (r.)
Sebastian Vettel ist im Visier von Jean Todt (r.) © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images
Lesedauer: 2 Minuten

München - FIA-Präsident Jean Todt wird Vettels Crash mit Hamilton untersuchen. Das Internationale Sportgericht entscheidet in Kürze - droht dem Ferrari-Star eine Rennsperre?

Anzeige

Den beiden mehrfachen Formel-1-Weltmeistern Sebastian Vettel und Lewis Hamilton drohen nach ihrer Auseinandersetzung auf der Strecke am vergangenen Sonntag in Baku möglicherweise Konsequenzen.

Matteo Bonciani, Pressesprecher des Automobil-Weltverbandes FIA, bestätigte auf Anfrage, dass die FIA am 3. Juli über den Fall beraten wird.

Anzeige

In einem Statement hieß es zudem: "Die FIA wird den Grund für den Unfall untersuchen, um festzustellen, ob weitere Schritte unternommen werden müssen. Ein Mitteilung zum Ergebnis dieser Untersuchungen wird noch vor dem nächsten Grand Prix am 9. Juli in Österreich verkündet." 

Speziell Ferrari-Star Vettel gilt bei der FIA als Wiederholungstäter, er hat bereits neun Strafpunkte in den vergangenen zwölf Monaten gesammelt, bei zwölf innerhalb eines Jahres folgt automatisch eine Sperre für ein Rennen.

Warnung nach Mexiko-Vorfall

FIA-Präsident Jean Todt ist demnach alles andere als begeistert von Vettels erneutem Ausraster. In der vergangenen Saison hatte der Motorsportweltverband ein Auge zugedrückt.

In Mexiko hatte Vettel Renndirektor Charlie Whiting wüst beleidigt, sich aber anschließend bei Whiting und Todt schriftlich entschuldigt. Deswegen hatte Todt sich entschieden, dem viermaligen Weltmeister den Gang vor das Tribunal zu ersparen, ihn aber bereits für einen zukünftigen Fehltritt gewarnt. Der ist nun eingetreten.

Ferrari-Pilot Vettel führt aktuell die WM-Wertung vor Hamilton an und hatte sich mit seiner Attacke gegen den Mercedes-Fahrer am vergangenen Sonntag harsche Kritik eingehandelt. Todt freut sich immerhin über das sportliche Duell: "Mit Lewis Hamilton gegen Sebastian Vettel haben wir nun zumindest einen echten Zweikampf. Die Formel 1 braucht Action und Emotionen. Dafür sorgen die beiden im Moment."

Hamilton unschuldig

Das zwölfköpfige Gremium ist in erster Instanz für alle disziplinarischen Maßnahmen zuständig. Der Präsident der FIA - Todt - kann eine Untersuchung einleiten und einen Untersuchungsbericht zusammenstellen. Anschließend kann er den Fall vor das IT bringen, das Strafen aussprechen kann. Todt sowie der Beklagte - in dem Fall Vettel - können gegen die Entscheidung Berufung einlegen.

Todt stößt vor allem die Absicht hinter Vettels Aktion sauer auf. Zudem belegten Daten, dass Hamilton keine Schuld am Crash trifft. Der Titelkampf könnte für Vettel eine böse Wendung nehmen.