© SPORT1-Grafik: Getty Images/ Davina Knigge
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Renault-Pilot Nico Hülkenberg blickt in seiner SPORT1-Kolumne auf ein für ihn erfolgreiches Rennen in Kanada zurück und spricht über seine Begegnung mit Eugenie Bouchard.

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Liebe Formel-1-Fans, 

für mich war Montreal ein sehr positives Wochenende. Mit Platz acht bin ich sehr zufrieden. Es lief besser als ich erwartet hatte, da der Circuit Gilles-Villeneuve eine Power-Strecke ist. Dabei fing es am Freitag schwierig an. Im Training waren wir überhaupt nicht gut unterwegs, Balance und Pace stimmten nicht. Über Nacht haben wir dann einiges umgebaut und konnten relativ viel Performance aus dem Auto herausholen. So haben wir nach dem schwierigen Beginn noch ein richtig gutes Wochenende daraus gemacht. 

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Unsere Taktik war gut, aber ich glaube nicht, dass sie entscheidend für das gute Abschneiden war. Wir haben bereits in Runde 10 gestoppt, um die Zeit während der Safety Car Phase zu sparen. Viel wichtiger war aber, dass die Reifen in Montreal sehr konstant waren und man auch mit den Super-Soft-Reifen gut auskommen konnte. Bis auf ein die etwas mühsamen Runden, in denen ich nach dem Re-Start hinter Stroll und Magnussen festhing, war mein Rennen ziemlich ruhig. 

Eine sehr nette Begegnung hatte ich im Grid mit Eugenie Bouchard, die als Kanadierin bei ihrem Heimrennen vor Ort war. Ich habe sie gefragt, warum sie nicht bei den French Open sei. Sie erklärte mir, dass sie sich aufgrund einer Verletzung am Knöchel etwas schonen müsse und deshalb nicht an den Start gehen konnte. Ich bin großer Tennisfan und stehe selbst regelmäßig auf dem Platz - deshalb hat es mich sehr gefreut sie beim Grand Prix zu treffen und mich mit ihr auszutauschen. 

Dass Lewis Hamilton sich - nach dem für Mercedes verhältnismäßig enttäuschenden Rennen in Monaco - zurückgemeldet hat, überrascht mich nicht. Monaco war einfach ein Ausrutscher. Wenn man dort ein schlechtes Qualifying hat, kann man anders als auf anderen Strecken mit der Strategie wenig gutmachen. Ich glaube, dass es für den Rest des Jahres ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Hamilton und Sebastian Vettel bzw. Mercedes und Ferrari wird. Das Pendel wird wahrscheinlich immer etwas hin- und herschwingen. Es wird sicher eine enge Kiste.

Da Baku die Power-Strecke des Jahres ist, dürfte Mercedes auch dort stark sein. Für uns habe ich dagegen ein ähnliches Gefühl wie vor Montreal. Bei Strecken mit brutal langen Geraden, auf denen extrem viel Topspeed gefragt ist, sind wir leider nicht die Allerbesten. Nichtsdestotrotz muss es unser Ziel sein, jedes Wochenende ein paar Punkte mitzunehmen. Ich denke, wenn wir einen guten Job machen und das Auto gut abgestimmt bekommen, ist das auch realistisch.

Bis zum Rennen in Baku ist aber noch eine Weile hin. An diesem Wochenende freue ich mich erst einmal auf das 24-Stunden-Rennen in Le Mans. Die gewaltige Strecke in LeMans ist schon etwas Spezielles. Über die Jahre ist es zu einem der größten Rennen der Welt gewachsen. Jeder, der einmal da war und es miterlebt hat, kann das nachvollziehen. Mir hat es bei meinem Sieg 2015 auch sehr gut gefallen. Es ist ein geniales Rennen mit einer einzigartigen Atmosphäre und natürlich eine brutale Herausforderung für Mensch und Maschine.

Da dieses Wochenende kein Formel-1-Rennen ansteht, werde ich mir sicher auch Einiges davon anschauen.

Auf bald!
Euer Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg fährt seit dieser Saison für das französische Werksteam Renault. In seiner neuen SPORT1-Kolumne wird er nach jedem Rennen von der Königsklasse berichten.