Sebastian Vettel (l.) und Lewis Hamilton (r.) auf der PK mit dem Helm von Ayrton Senna
Sebastian Vettel (l.) und Lewis Hamilton (r.) auf der PK mit dem Helm von Ayrton Senna © Imago
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Montreal und München - Eine Traumrunde beschert Lewis Hamilton eine ideale Ausgangsposition für den Kanada-GP. Beflügelt hat ihn eine Legende. Sebastian Vettel ist unter Zugzwang.

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65 Mal stand Lewis Hamilton in seiner ruhmreichen Formel-1-Karriere bereits auf der Pole-Position – doch selten hat man ihn emotionaler erlebt als in Montreal (Rennen, ab 20 Uhr im LIVETICKER).

"Ob das eine meiner besten Poles ist? Wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich mich nicht an alle 65 Bestzeiten im Detail erinnern. Aber jetzt, wo ich hier sitze, kann ich behaupten - das geht mir wirklich unter die Haut", sagte der Mercedes-Pilot.

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Mit einer Traumrunde hatte sich Hamilton zuvor im Kampf um die Pole gegen Sebastian Vettel durchgesetzt - dabei hatte es nach den Eindrücken im Training noch so ausgesehen, als ob Ferrari erneut die Nase vorne haben würde.

Hamilton: "Die 65 wartete auf mich" 

Doch Hamilton war aus zwei Gründen bis in die Haarspitzen motiviert: Einerseits wollte er sich auf einer seiner Lieblingsstrecken nicht wie in Monaco von Vettel düpieren lassen, andererseits galt es, eine historische Marke zu erreichen.

"Heute musste alles passen, um Sebastian zu schlagen. Aber die 65 wartete auf mich, und wenn ich die Marke von Ayrton erreichen wollte, dann hier, auf einer Strecke, die immer so gut zu mir gewesen ist", sagte Hamilton. 

Danach einen Helm seines Idols Ayrton Senna zu bekommen, hatte er aber nicht erwartet - sichtlich gerührt nahm der Brite das Geschenk entgegen. Während ein schluchzender Hamilton danach einige Worte ans Publikum richtete, blickte Vettel neidisch auf den Helm, den er ebenfalls gerne sein Eigen genannt hätte. 

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Senna-Helm lenkt Vettel ab

Auch auf der Pressekonferenz richteten sich die Blicke von Hamilton und Vettel immer wieder auf den Helm, während die Journalisten versuchten, mit ihren Fragen bei den beiden Senna-Fans Gehör zu finden.

Der Helm lenkte Vettel sogar kurzfristig etwas davon ab, dass er die erhoffte Pole-Position in Kanada recht deutlich verpasst hatte – was nicht nur der Pace von Mercedes, sondern auch eigenen Fehlern geschuldet war.

"Ich bin nicht so glücklich mit meinem letzten Run. Ich wollte es wahrscheinlich zu sehr erzwingen. Ich habe ein paar kleine Fehler gemacht und hätte eine bessere Zeit hinlegen können", haderte Vettel und gab zu: "Lewis hat heute den besseren Job gemacht."

Lauda überrascht von Hamilton

Mit einer so starken Runde hatte man aber selbst bei Mercedes nicht gerechnet. "Ich hätte nicht gedacht, dass er so schnell wäre", sagte Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda, der vor dem Qualifying sogar meinte, dass er froh wäre, wenn Mercedes "ein Auto in die erste Startreihe kriegen" würde.

Zwei der drei Trainingseinheiten hatte Ferrari dominiert, ehe Hamilton im Qualifying eindrucksvoll konterte. Um mehr als acht Zehntel unterbot Hamilton den Streckenrekord von Ralf Schumacher auf dem Jahre 2004 - was für eine Antwort des 32-Jährigen nach dem verkorksten Wochenende in Monaco.

Hamiltons Traumrunde war auch eine Kampfansage an die Scuderia, die zuletzt eindeutig Oberwasser hatte. Doch ausgerechnet auf einer vermeintlichen Ferrari-Strecke schlug Hamilton zurück und setzt Vettel damit unter Druck.

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Vettel hofft auf guten Start

Da Vettel in Montreal nicht mit einem deutlichen Reifenvorteil Ferraris rechnet, braucht er einen guten Start: "Der Start ist sehr wichtig, wie man ins Rennen kommt. Der Reifenverschleiß ist hier nicht so gravierend. Deshalb ist es mit einem oder maximal zwei Stopps besiegelt."

Falls Vettel am Start nicht an Hamilton vorbeikommt, wird er gezwungen sein, nah an ihm dran zu bleiben, damit ein Under- oder Overcut möglich ist.

Doch sollte Hamilton in dieser Zeit ähnliche Traumrunden wie am Samstag auspacken, dürfte die Jagd nach dem Sieg in Kanada zu einem äußerst schwierigen Unterfangen für Vettel werden.