Canadian F1 Grand Prix - Previews
Canadian F1 Grand Prix - Previews © Getty Images
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München und Montreal - Vor dem Kanada-GP holt Fernando Alonso zum Rundumschlag gegen die Formel-1-Presse aus. Dazu spricht er über seine Zukunft. Trennt sich McLaren von Honda?

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Fernando Alonso nutzt die Pressekonferenzen vor den Formel-1-Rennen in diesen Wochen stets zu einem Rundumschlag.

Vor dem Großen Preis von Kanada (So., ab 20 Uhr im LIVETICKER) hatte sich der Spanier nun die Presse ausgesucht.

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"In der Formel 1 gibt es so viel Politik rund um das Rennen. Jeder pickt ein Wort heraus aus dem, was du sagst, und vermutet eine Geschichte dahinter, nur um eine Schlagzeile zu bekommen", sagte Alonso.

Atmosphäre schlechter als in den USA

Der 35-Jährige lobte dagegen die Berichterstattung rund um das Indy 500: "In Amerika ist jeder stolz auf die Veranstaltung. Sie wollen einfach Spaß haben beim Rennen." 

Auch die Atmosphäre in der Formel 1 sei laut Alonso viel schlechter als in den USA: "Alle sind dort entspannter und fröhlicher. Wenn du in der Formel 1 aus dem Motorhome gehst, dann spürst du die angespannte und defensive Stimmung."

An dieser negativen Stimmung gibt er ebenfalls den Medien eine Mitschuld. "Wenn du einen kleinen Kommentar abgibst, musst du fürchten, dass daraus ein Wortgefecht gemacht wird", sagte der McLaren-Honda-Pilot.

Alonso kritisiert Presse und Vorhersehbarkeit 

Alonso nervte auf der Pressekonferenz in Montreal vor allem, dass er von der Presse "noch kein einziges Mal zu diesem Wochenende befragt wurde. Es geht nur darum, wie die Zukunft aussehen wird."

Der zweimalige Formel-1-Weltmeister gibt daran aber nicht nur der Presse, sondern auch der Vorhersehbarkeit in der Formel 1 die Schuld. Durch diese Langeweile würden zu viele Gerüchte abseits der Strecke entstehen.

"Wir können ein Blatt Papier nehmen und darauf die ersten 15 Plätze für das Qualifying und das Rennen aufschreiben. Zu 99 Prozent wird jede Position richtig sein", sagte Alonso.

Abschied von Alonso wahrscheinlich

Zu seinen Zukunftsplänen äußerte sich Alonso zuvor vielsagend: "Wenn wir vor September gewinnen, werde ich bleiben."

Zwar ließ er eine finale Entscheidung über seine Zukunft offen, dass Alonso bis September einen Grand Prix gewinnt, ist jedoch nahezu ausgeschlossen. Denn auch in seiner dritten Saison mit dem Team hat es Honda nicht geschafft, einen konkurrenzfähigen Motor bereitzustellen.

Entweder fährt Alonso meilenweit hinterher, oder sieht wegen eines Motorenschadens erst gar nicht die Ziellinie. Genau wie Teamkollege Stoffel Vandoorne hat der stolze Spanier vor dem siebten Saisonlauf keinen einzigen WM-Punkt auf dem Konto.

Das Chassis wurde zwar stark verbessert, doch der lahmenden Antriebseinheit fehlen 90 PS auf die Spitze. Das frustriert - und könnte drastische Konsequenzen haben.

McLaren erwägt Trennung von Honda

McLaren-Boss Zak Brown äußerte zuletzt ernsthafte Zweifel an einer weiteren Zusammenarbeit mit den japanischen Motorenbauern. Ein für Kanada versprochenes Upgrade des V6-Turbo musste verschoben werden, die Zukunft sieht düster aus.

"Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, etwas zu ändern", sagte Alonso zu Sky Sports: "McLaren gehört an die Spitze und sollte um den Titel kämpfen." 

Möglich wäre das eventuell mit einer Rückkehr zu den Antriebseinheiten von Mercedes oder einem Wechsel zu Ferrari.

Allerdings kann sich McLaren die Trennung von Honda nicht leisten und muss hoffen, dass die Asiaten freiwillig aufgeben. Die deftigen Breitseiten der Protagonisten des Rennstalls könnten dieses Szenario nun einleiten.

Alonso will Karriere fortsetzen

Klar scheint bisher nur, dass Alonso auch weiterhin hinter dem Steuer sitzen wird - wenn auch vielleicht nicht mehr bei McLaren. 

"Ich liebe den Rennsport, und ich werde dem Sport noch lange verbunden bleiben", sagte Alonso: "Ich habe gezeigt, dass ich in jeder Serie gewinnen kann."