Schummel-Vorwurf: Rast erklärt sich
René Rast musste beim DTM-Rennen in Spa eine Strafe hinnehmen © Imago
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München - Nach dem Schummel-Vorwurf und dem aberkannten Sieg in Spa erklärt sich nun René Rast im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 - und wirbt um Verständnis.

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Beim zweiten DTM-Rennen im belgischen Spa lieferten sich die Audi-Kollegen René Rast und Nico Müller Anfang August ein packendes Duell um den Sieg.

Trotz Push-to-Pass kam der hinterherfahrende Schweizer auf den langen Geraden der Ardennen-Achterbahn nicht am amtierenden Champion vorbei. Rast gewann. Und alle wunderten sich. Denn seit 2020 bringt der Überholknopf ganze 60 PS mehr!

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Hinterher waren alle schlauer, hatte Rast doch unerlaubterweise zweimal in Führung liegend den Push-to-Pass-Knopf gedrückt. Schummel-Vorwürfe wurden laut. Letztlich wurde der 33-Jährige nach Untersuchungen bestraft - und der Sieg war dahin.

Im SPORT1 AvD Motorsport Magazin erklärte Rast nun die Hintergründe und wie es dazu kommen konnte, obwohl er doch wusste, dass es regelwidrig war.

"Das sieht so einfach aus. Man sieht die Onboard-Aufnahmen und denkt sich: 'Warum drückt der den Knopf?' Man darf ihn nicht drücken, das wusste ich als Fahrer auch. Aber das war eine sehr heikle Rennsituation", rechtfertigte sich Rast.

Er habe Müller hinter sich gehabt und gewusst, dass dieser in der letzten Runde angreifen würde: "Deswegen habe ich mir drei, vier Runden den Kopf zermartert, wie ich ihn hinter mir halten kann. Und auf einmal passiert was, was nicht passieren darf. Es gab ein Funkloch in dem Marshalling-System und es wurde mir angezeigt, dass ich DRS und Push-to-Pass benutzen darf. In dem Moment drückt man als Rennfahrer automatisch auf den Knopf, obwohl man weiß, dass es in der Situation gar nichts bringt."

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Rast: "Ich wusste das erst wieder eine Woche später"

Nach dem Rennen wurde bestätigt, dass in dieser Szene ein Funkloch das Marshalling-System beeinträchtigt hatte, sodass Rasts Lenkrad nicht gesperrt war und er kurzfristig 60 Zusatz-PS mehr hatte. 

"Ich wusste das auch gar nicht mehr. Ich wusste das erst wieder eine Woche später. Mir war das gar nicht mehr im Kopf, weil das so unterbewusst war", verriet Rast und ergänzte: "Man ist in diesem Moment so in seinem Rennrhythmus drin. Man denkt nicht darüber nach, weil das so ein Automatismus ist. Wir haben danach die Daten ausgewertet. Beim Fahren merkt man teilweise gar nicht, was man tut."

Auch andere Fahrer hätten "DRS und Push-to-Pass versucht zu benutzen, obwohl es nicht aktiviert ist. Unterbewusst ist man so mit Rennfahren beschäftigt, dass man die Sachen im Nachhinein gar nicht mehr weiß", meinte Rast.

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Der DMSB ahndete Rasts Vergehen nach einer Verhandlung mit der geringsten sportlichen Strafe, die sich nachträglich per Reglement verhängen lässt: einer Pitstop-Penalty, aus der eine 10-Sekunden-Zeitstrafe resultierte. 

Durch die Zusatzzeit fiel Rast vom ersten auf den dritten Platz hinter den neuen Sieger Müller und Robin Frijns zurück.