Timo Scheider glaubt nicht mehr an einen Fortbestand der DTM
Timo Scheider glaubt nicht mehr an einen Fortbestand der DTM © Imago
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München - Mit dem Ausstieg von Audi und in Anbetracht der Coronakrise rückt ein DTM-Aus näher. Ex-Pilot Timo Scheider zeigt sich im Gespräch mit SPORT1 erschüttert.

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Es war ein bitterer Tag für die DTM.

Am Montag verkündete Audi, nach dem Ende der Saison 2020 nicht mehr als Hersteller für die Serie zur Verfügung zu stehen. Nach dem Abschied von Mercedes 2018 und dem Ausstieg von Aston Martin Anfang 2020 der dritte große Player, der sich in kürzester Zeit verabschiedet.

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Die Existenz und der Fortbestand der DTM stehen massiv auf der Kippe. Ein Gedanke, der den früheren DTM-Piloten Timo Scheider enorm schmerzt.

Kaum Hoffnung für die DTM

"Es tut weh, dass es die DTM vielleicht bald nicht mehr gibt. Im Hinterkopf ist die Hoffnung, dass es der Überlebenskünstler DTM noch einmal schaffen könnte, Oberwasser zu bekommen. Ich finde aber nicht genügend Argumente dafür, dass es weitergehen kann. Es gibt keinen Grund für einen Hersteller, die aktuelle Situation als Chance zu sehen", schildert der Rennfahrer im Gespräch mit SPORT1 seine Gedanken.

Dass zu allem Übel auch noch die Coronakrise hinzukommt, lässt ein mögliches Ende in einem noch düstereren Licht erscheinen. "Ich würde mir wünschen, dass wir die Saison 2020 noch als eine ordentliche Abschiedstournee realisieren könnten. Ich habe Angst davor, dass wir wegen der Coronakrise gar keine Rennen mehr hinbekommen. Wenn die DTM so beerdigt werden würde, wäre das frustrierend, traurig und ein Drama. Das würde eine große Kerbe hinterlassen", ist sich der 41-Jährige sicher.

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Viele Optionen auf eine Fortführung der DTM sieht Scheider aktuell nicht. "Es ist schwierig, einen Ansatz zu finden, der Sinn macht. Vielleicht muss es aber auch mal so kommen, vielleicht braucht es einen Cut, vielleicht muss es krachen, um in Ruhe einen Neuanfang zu planen. Jede Niederlage bringt auch immer die Chance auf etwas Neues."

Scheider setzt auf Elektromobilität

Ein Ansatz hierbei könnte für Scheider vor allem die Elektromobilität sein. Dies sei das "heißeste Thema" im Motorsport, "ob man es mag oder nicht." Fahrer und Teams müssen sich nach Meinung des ehemaligen Audi-Piloten damit beschäftigen, weil das Thema "mit großer Wucht" auf alle zukommt.

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"Es müssen zeitgemäße Konzepte diskutiert werden, neue Konzepte. Es braucht kein Auto mit Monster-Abtrieb, das mega breit ist. Es muss einfacher werden, bezahlbarer und reglementierter", ist sich Scheider sicher.

Um die DTM zu retten, wird im Umfeld bereits über die Möglichkeit diskutiert, durch einen Wechsel auf bestehende GT-Fahrzeuge und einer Umbenennung in GTM neue Marken zu gewinnen. Für Scheider durchaus eine Option - mit einer Einschränkung.

"Der GT-Sport wird einen Interessenzuwachs bekommen, die Frage ist aber, was aus der Szene nach der Coronakrise überlebt. Man kann mit der tollsten Idee kommen, am Ende muss es alles finanzierbar und realisierbar sein."