MBW-Pilot Marco Wittmann bangt um sein Heimrennen
MBW-Pilot Marco Wittmann bangt um sein Heimrennen © BMW
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BMW-Pilot Marco Wittmann ist Mitglied von Norisring-Veranstalter MCN: Wie er die Chancen einschätzt, dass der DTM-Auftakt im Juli in Nürnberg stattfindet

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Der Veranstalter MCN kämpft derzeit hinter den Kulissen um die Durchführung des DTM-Saisonstarts auf dem Norisring von 10. bis 12. Juli. Die endgültige Entscheidung soll bis Ende kommender Woche fallen, ob der Klassiker trotz der Coronavirus-Krise ausgetragen werden kann.

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Vor allem Lokalmatador Marco Wittmann, der auch MCN-Mitglied ist, bangt um sein Heimrennen, das seit 1960 jedes Jahr ausgetragen wurde. Ob er glaubt, dass man die Veranstaltung trotz der Krise durchziehen kann? "Ich bin gespannt und ich hoffe es sehr, denn es ist mein Heimrennen", sagt der Fürther gegenüber 'Ran'. "Ich würde es mir wirklich wünschen, aber man kann in der aktuellen Lage nicht alles garantieren."

Denn Wittmann kennt viele der 600 Helfer, die jedes Jahr das Gelände am Dutzendteich in vier bis fünf Wochen mit viel Herzblut in eine Rennstrecke verwandeln. "Ich glaube, dass der Norisring die schwierigste Aufgabe von allen Strecken hat", sagt Wittmann.

Wittmann: Norisring-Auftakt wäre "absoluter Traum"

"Es handelt sich um keine permanente Rennstrecke, die man aufsperren kann, wann immer man will, um Rennen zu fahren. Der Norisring muss stattdessen den ganzen Aufbau bewältigen. Und dazu braucht man eine gewisse Sicherheit, dass ein Rennen stattfindet, weil es sich beim Norisring um einen Verein handelt, der von den Zuschauern getragen wird."

Die aktuelle Lage sorgt auch bei Wittmann nicht für große Zuversicht, obwohl die DTM-Dachorganisation vor zwei Wochen einen überarbeiteten Kalender für die Saison 2020 veröffentlicht hat: "Niemand weiß wirklich, wie lange uns dieses Coronavirus auf Trab hält und wann es wirklich wieder losgehen kann."

Dabei könnte Wittmann einem Saisonstart in Nürnberg einiges abgewinnen. "Ein Auftakt auf dem Norisring wäre ein absoluter Traum. Ich habe da extrem viele Emotionen, und diese Kulisse, diese Atmosphäre ist einfach einzigartig. Und ich habe es erlebt, wie es ist, wenn man dort gewinnt. Das war ein einmaliges Erlebnis."

Wie am Norisring für Wittmann alles begann

Der BMW-Pilot spielt auf seinen umjubelten Sieg in Nürnberg im Jahr 2018 an - es war sein bisher einziger auf dem 2,3 Kilometer langen Kurs, den er schon seit Kindheitstagen kennt und liebt. "Die ganze Familie Wittmann war ja schon immer Motorsport-begeistert und bei den Rennveranstaltungen vor Ort", erzählt er 'Motorsport-Total.com'.

"Und ich war natürlich immer mit draußen am Norisring. So ist der Sprung in den Motorsport für mich entstanden. Du hast das schon im Blut, hast Spaß dabei. Und irgendwann sitzt du dann selbst das erste Mal im Kart."

Ob er als MCN-Mitglied selbst schon mal beim Norisring-Aufbau geholfen hat? "Das lässt mein Zeitplan vor dem Rennen leider nicht zu", schüttelt Wittmann den Kopf. "Wobei ich auch nicht weiß, ob das hilfreich wäre. Denn die Jungs wissen genau, wo sie zugreifen müssen, das geht Hand in Hand. Ich glaube, ich wäre dann vielleicht eher der Praktikant, der im Weg steht."

Dafür hat Wittmann die freiwilligen Helfer vom MCN schon mehrmals vor dem Rennen besucht. "Und auch wenn du einen Streckenrundgang machst, sprechen dich die Streckenposten und die Helfer an. Das ist eine schöne Geschichte, weil dich jeder in der Region hier kennt, alle vom MCN, alle die aufbauen."

© Motorsport-Total.com