Die DTM fährt größtenteils in Deutschland
Die DTM fährt größtenteils in Deutschland © Hankook
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Was das Verbot für Großveranstaltungen in Deutschland und Belgien bis Ende August für die DTM bedeutet und wie die Lage in anderen DTM-Nationen aussieht (Update)

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Die deutsche Bundesregierung unter der Leitung von Angela Merkel hat bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin Großveranstaltungen in Deutschland bis 31. August 2020 untersagt. Eine Maßnahme gegen die Coronavirus-Pandemie, von der auch der für den 11. und 12. Juli geplante DTM-Saisonauftakt auf dem Norisring betroffen ist.

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Konkrete Regelungen, was die erlaubte Größe von Veranstaltungen angeht, werden zwar von den Bundesländern getroffen, eine Austragung des Rennens in Nürnberg im Juli darf dennoch ausgeschlossen werden, zumal Bayern in Deutschland von der Seuche am stärksten betroffen ist .

"Dass wir zurückhaltend sind, können Sie daran sehen, dass wir bei Großveranstaltungen bis Ende August klar gesagt haben: Das geht nicht", erklärt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bei der Pressekonferenz, dass man eine Situation wie in Italien, Großbritannien oder Spanien unbedingt verhindern will.

Maßnahmen in Belgien: Auch Zolder-Termin undurchführbar

"Alles, was an Bierfesten oder Großveranstaltungen ansteht, wird auf keinen Fall stattfinden können, denn bis dahin haben wir weder ein Medikament noch einen Impfstoff." Man habe gesehen, dass gerade Karnevalveranstaltungen Plattformen waren, bei denen es zu einer schlimmen Ausbreitung des Virus gekommen sei.

Im Vorjahr waren am gesamten Wochenende am Norisring 130.000 Zuschauer anwesend. Da der Aufbau der Anlage in Nürnberg kostspielig ist, ist man auf den Ticketverkauf angewiesen. Dazu kommt, dass DTM-Boss Gerhard Berger Geisterrennen ohne Zuschauer ausgeschlossen hat.

Der Norisring-Klassiker ist das einzige Rennen, das von den Maßnahmen in Deutschland betroffen ist, da der überarbeitete Kalender bis Ende August keine weitere Veranstaltung der Traditionsserie innerhalb des Landes vorsieht.

Am Mittwochabend hat aber nun auch Belgien ähnliche Maßnahmen eingeführt: Ein Beschluss des belgischen Sicherheitsrats sieht vor, dass Massenveranstaltungen bis einschließlich 31. August nicht stattfinden dürfen. Dadurch steht fest, dass nach dem Norisring-Auftakt auch das dritte Saisonwochenende der DTM in Zolder betroffen ist. Die Rennen waren für den 8. und 9. August angedacht gewesen.

So sehen Maßnahmen in anderen Veranstaltungsländern aus

Aber wie sieht es in den anderen Nationen aus? Nach den Rennen am 1. und 2. August, die entweder in St. Petersburg oder in Anderstorp stattfinden sollen, und Zolder stehen Brands Hatch (22. und 23. August) und Assen (5. und 6. September) auf dem Programm, ehe die DTM am 12. und 13. September an den Nürburgring zurückkehren soll.

Während Russland und Schweden bislang durch einen liberaleren Umgang mit der Pandemie auffallen, sind in den Niederlanden nach aktuellem Stand Versammlungen nur bis Anfang Juni untersagt - darüber hinaus gibt es aktuell noch keine Regelung. Und in Großbritannien sind Motorsport-Veranstaltungen bis Ende Juni verboten. Brands Hatch wäre also aus aktueller Sicht ebenfalls nicht betroffen. Da aber das Mutterland des Motorsports besonders unter der Pandemie leidet, steht über dem Großbritannien-Gastspiel der DTM ein großes Fragezeichen.

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